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Kyritz Neue Jobs trotz mauer Ernten: So läuft die Kartoffelverarbeitung in Kyritz an
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Neue Jobs trotz mauer Ernten: So läuft die Kartoffelverarbeitung in Kyritz an
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14:59 14.08.2019
Im Emsland-Stärkewerk Kyritz beginnt jetzt die nächste Kartoffelverarbeitung. Fabrik-Chef Martin Schmidt freut sich über die für die vielen Traktoren und Lkw erneuerte Zufahrt. Quelle: Matthias Anke
Kyritz

Lkw-Ladung um Lkw-Ladung sowie ein Traktorenanhänger nach dem anderen stehen in Kyritz an der Pritzwalker Straße seit dem frühen Mittwoch wieder Schlange. Randvoll sind sie mit Stärkekartoffeln beladen. Das längst leere Lager, das 4000 Tonnen fasst, füllt sich allmählich. Diesen Donnerstag beginnt die nächste Verarbeitungsrunde. Jahrelang schon ist der 15. August ein fester Termin für die Emsland-Stärkefabrik in Kyritz.

Jahrelang schon schwanken das Erntevolumen und der Stärkegehalt, wie es eben üblich ist in der Landwirtschaft. Doch die vergangenen zwei Jahre gelten aufgrund der immer wieder neuen Rekordtemperaturen in Deutschland und der langen Trockenperioden als die bislang extremsten.

Rund 200.000 Tonnen Kartoffeln werden erwartet

„Es dürfte besser werden als voriges Jahr, was aber immer noch nicht gut genug ist“, sagt Werksleiter Martin Schmidt mit Blick auf die Anlieferungen. Die „Erwartungsmenge“ liege zumindest wieder bei mehr als 200.000 Tonnen Kartoffeln.

Im Emsland-Stärkewerk Kyritz beginnt die Kartoffelverarbeitungs-Saison. Quelle: Matthias Anke

Im Mittel wurde für die Produktion in den Vorjahren stets mit einer Anlieferung von 220.000 Tonnen gerechnet. Nach der letzten Ernte aber hatte das Ergebnis fast 50. 000 Tonnen darunter gelegen. Diese 175 000 Tonnen waren am Ende die niedrigste Zahl, die es an der Pritzwalker Straße in den vergangenen Jahrzehnten gab.

Dass sich nun eine leichte Entspannung andeutet, liegt laut Schmidt an den teils heftigen Regenfällen. Weil es die oft aber nur punktuell gab, hätten andere Regionen wiederum noch mehr unter Trockenheit gelitten als 2018.

Neue zweispurige Zufahrt

Dennoch ist die Stimmung im Werk bestens, vor allem angesichts so einiger Neuerungen: Die Kartoffel-Lieferungen erfolgen aus einem Umkreis von manchmal über 100 Kilometern. In Kyritz rollen die Transporte nun über eine neue zweispurige Zufahrt ins Werk.

Die dritte Spur, die wieder herausführt, folgt im nächsten Ausbauschritt. Und das alles über eine neue, vom Emsland-Konzern finanzierte Straße. Die Kosten für die einst zuerst schon fertig gestellte Anbindung an die B 5 teilt sich das Unternehmen mit der Kommune.

„Unser Ziel war, den Verkehr aus der Stadt und vor allem von der Pritzwalker Straße herunterzubekommen. Das haben wir geschafft“, erklärt Martin Schmidt. Der Eingang zum Fabrikgelände ist jetzt einem neuen Zaun versehen. Ältere Werkstattgebäude wurden abgerissen.

Neues Lager für hochwertigen Dünger entstanden

Zudem wurde für rund zwei Millionen Euro ist ein neues Lager gebaut, das für ein Konzentrat namens PPL benutzt wird. Dieses „Potatoe Protein Liquid“ entsteht, wenn Fruchtwasser eingedampft wird. PPL ist reich an Stickstoff, Phosphat und Kali und folglich als Dünger gefragt.

Doch mit der neuen Düngeverordnung veränderte sich auch das Zeitfenster, in dem dieser Stoff ausgebracht werden darf. Das Lager musste also her, sagt Schmidt.

Dextrinanlage im Rohbau jetzt schon fertig

Unterdessen ist noch ein weiteres großes Gebäude zumindest im Rohbau schon fertig, das unterm Strich satte 14 Millionen Euro kostet: eine Dextrinanlage. Das für die Ummantelung besonders knuspriger Pommes zu verwendende Stärkeabbauprodukt ­Dextrin wurde für die Pommes-Frites-Mischprodukte bislang aus dem Emsland-Hauptwerk im niedersächsischen Emlichheim bezogen.

Der Rohbau der neuen Dextrinanlage. Quelle: Matthias Anke

Mit der eigenen Dextrin-Gewinnung entstehen acht bis zehn neue Arbeitsplätze in Kyritz. Das Werk hätte dann wieder deutlich mehr als 100 Beschäftigte. „Demnächst werden im Inneren die Maschinen montiert“, erklärt der Werksleiter.

Zur diesjährigen „Langen Nacht der Wirtschaft“ am 28. September, die von der Stadt Kyritz und der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg organisiert wird, gibt es für die Besucher dann doch schon etwas mehr zu bestaunen, als zunächst gedacht. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Dezember vorgesehen.

Von Matthias Anke

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