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Kyritz Fluchtweg für festsitzende Wildschweine ist frei
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Fluchtweg für festsitzende Wildschweine ist frei
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00:24 27.10.2018
Diese Rampe können die Wildschweine aus Kötzlin hoffentlich bewältigen.
Diese Rampe können die Wildschweine aus Kötzlin hoffentlich bewältigen. Quelle: Alexander Beckmann
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Kötzlin

Der Fluchtweg für die seit Wochen in einem Durchlass unter der Straße zwischen Kötzlin und Breddin gefangenen Wildschweine ist frei. Am Mittwochmorgen entfernten Mitarbeiter der Agrargenossenschaft Barenthin einen Teil der Brunnenringe des Zugangsschachtes und legten eine Rampe an. Darüber sollten die Tiere nun ins Freie gelangen können.

Die MAZ-Berichte über das festsitzende Schwarzwild hatten ab Dienstag Bewegung in das bereits seit Wochen andauernde Drama gebracht. Bis dahin hatte sich nur eine Breddinerin bemüht, das Leiden der Tiere zu mildern. Sie brachte den Tieren regelmäßig Futter vorbei.

Eines der gefangenen Wildschweine. Quelle: Alexander Beckmann

Am Montag konnte über die Behörden der zuständige Jagdpächter informiert werden. Er sah nach einem ersten Besuch am Ort des Geschehens aber kaum eine andere Lösung als den Versuch, die Tiere zu erlegen. Sie einzufangen, um sie aus ihrer misslichen Lage zu befreien, erschien angesichts der Gegebenheiten aussichtslos. Das Rohr unter der Straße, in das sich die Schweine bei Annäherung zurückzogen, ist mit seinen vielleicht 50 Zentimetern Durchmesser kaum zugänglich.

Die Wildtierhilfe MV bot ihre Unterstützung an

Im Zuge der Berichterstattung hatte sich unter anderem auch die Wildtierhilfe MV aus der Nähe von Rostock gemeldet. Die ehrenamtlichen Tierschützer boten an, einen Rettungsversuch zu unternehmen, und wollten dazu ein spezielles Gerät zur Erkundung des Rohres einsetzen. Der Pächter des Jagdreviers bei Kötzlin erklärte sich auf Anfrage zur Zusammenarbeit bereit.

Durch das Eingreifen der Agrargenossenschaft scheint dieser Einsatz nun unnötig zu sein.

Die Hauptakteure des Geschehens ließen sich am Mittwoch allerdings erst einmal nicht blicken. Es ist zu vermuten, dass sich die Wildschweine angesichts all des Trubels rund um ihr Gefängnis vorerst so weit wie möglich zurückgezogen hatten. Die an der Geschichte Beteiligten konnten nur hoffen, dass sich die Tiere eventuell in der Nacht ins Freie wagen.

Von Alexander Beckmann