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Kyritz Genehmigung für einen Sandtagebau bei Holzhausen löst neue Sorgen aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Genehmigung für einen Sandtagebau bei Holzhausen löst neue Sorgen aus
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11:52 29.11.2019
Die Kiesgrube in Holzhausen sollte auch als Deponie reaktiviert werden. Das lässt sich wohl verhindern. Doch der Kiesabbau? Quelle: Matthias Anke
Holzhausen

Gerade erst haben die Zernitz-Lohmer Gemeindevertreter und am Mittwoch auch die Kyritzer Stadtverordneten einstimmig einen Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Ostprignitz-Ruppin auf Unterschutzstellung für die Kiesgrube im Ortsteil Holzhausen befürwortet, da sinkt die zuletzt offensichtlich gute Laune auch schon wieder: Das Kyritzer Rathaus erreichte ein Brief, wonach das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe dem Eigentümer der Kiesgrube die Zulassung für einen sogenannten Sandtagebau erteilte.

Bürgermeisterin Nora Görke informierte darüber jetzt die Stadtverordneten. Demnach wurde ihr der Zulassungsbescheid zur Kenntnis übermittelt.

Zahlreiche Auflagen soll eingehalten werden

„Die Zulassung ist befristet bis zum 31. März 2023 und mit umfangreichen Auflagen verbunden“, erklärte sie. Diese beinhalten zahlreiche Festsetzungen zum Naturschutz inklusive Artenschutz für Vögel, Reptilien und Amphibien, weiterhin bauliche und technische Nebenbestimmungen für den Tagebaubetrieb, zum Grundwasserschutz, zur Beseitigung von Abfall, zum Verkehr, zum Gesundheitsschutz und Gefahrenabwehr.

Skepsis mit Blick auf neue Eingriffe in das Areal

Holzhausens Ortsvorsteher Andreas Lange reagierte sofort skeptisch: „Damit erledigt sich die Unterschutzstellung doch in ein paar Jahren möglicherweise“, grübelte er. Werde damit nicht doch wieder zu viel Verkehr einhergehen? Wisse das Bergbauamt denn vom Vorgang der Unterschutzstellung überhaupt? Dieses Areal habe sich als ein besonders schützenswertes nicht zuletzt ja auch deshalb erst so entwickelt, weil es jahrelang ungenutzt blieb.

Das Gebiet nun als „geschützten Landschaftsbestandteil“ auszuweisen, wurde bereits im Juni dieses Jahres von der Stadt Kyritz beantragt und vom Landkreis offenkundig längst positiv beschieden. Auch das entsprechende Schutzwürdigkeitsgutachten lag längst vor. Allein der politische Willen dahinter sollte nun mittels der Beschlüsse noch verdeutlicht werden.

Nutzung als Deponie wird verhindert

Auslöser dessen waren die Pläne, die Kiesgrube auch als Deponie zu nutzen. Das zumindest gilt bislang als verhindert. Denn die Nutzung als Deponiestandort würde die Arten und ihre Lebensräume nicht einfach nur weiter gefährden, sondern zum „Totalverlust“ führen, wie es in dem Gutachten heißt.

Die Zauneidechse ist nur ein Beispiel von vielen. Ihr Vorkommen habe dort sogar „hohe und regional betrachtet überdurchschnittliche Populationsstärken erreicht“. Ein Deponiebetrieb würde zudem mehrere „Verbotstatbestände“ gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz „in einem nicht zu kompensierenden Umfang“ erfüllen: „Aufgrund dieser außergewöhnlich hohen faunistischen und floristischen Wertigkeit liegt für den Erhalt der Kiesgrube ein herausragendes Interesse der Allgemeinheit vor. Eine Ausweisung als geschützter Landschaftsbestandteil ist rechtlich möglich und dringend geboten“.

Mehrere Protestaktionen waren dem Prozedere vorausgegangen.Inwiefern der erneute Kiesabbau auch ohne Deponiebetrieb nun hingenommen wird oder werden muss und mit welchen Auswirkungen, das bleibt abzuwarten.

Von Matthias Anke

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