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Kyritz Sanierung des Staudamms verzögert sich
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Sanierung des Staudamms verzögert sich
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00:22 09.02.2019
Der Flachlandspeicher von Stolpe wurde 1979 in Betrieb genommen. Jetzt steht die Generalsanierung an.
Der Flachlandspeicher von Stolpe wurde 1979 in Betrieb genommen. Jetzt steht die Generalsanierung an. Quelle: André Reichel
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Stolpe

Der für den vergangenen September geplante Start der Sanierung des Obersee-Staudamms vor der Kyritzer Ortslage Stolpe ist nicht erfolgt. Grund war, dass es auf die entsprechende Ausschreibung der Arbeiten nur einen Bieter gab. Darüber informiert das für das Bauwerk zuständige Landesumweltamt auf Nachfrage.

„In der Ausschreibung wurde das Ziel Baubeginn Ende September formuliert. Tatsächlich ging nur ein Angebot ein, doppelt so teuer als unsere Kostenschätzung. Aufgrund der Unwirtschaftlichkeit des Angebotes musste die Ausschreibung aufgehoben werden“, sagt Behördensprecher Thomas Frey. Nun werde im Frühjahr „ein neuer Anlauf“ genommen.

Erneuerung in drei Jahresscheiben und stets nur nach dem Sommer

Konkret geht es um die Erneuerung der sogenannten Dammfußdrainage. Sie verhindert, dass der Damm des Flachlandspeichers durchweicht. Dieses etwa 1,25 Millionen Euro teure Projekt soll sich über drei Jahre hinziehen. Jeweils vom Ende des Sommers bis zum Jahresende wird gebaut. Denn das Wasser aus dem See muss dazu erheblich abgelassen werden.

Thomas Frey: „Wie wichtig die Befüllung des Speichers im Frühjahr ist, haben wir im vergangenen Jahr eindringlich erfahren. Die Bauarbeiten werden deshalb so eingetaktet, dass in den Sommermonaten die Abgabe von Wasser zur Stützung des Landschaftswasserhaushaltes, der Einhaltung der Mindestwasserdurchflüsse und die Unterstützung der Landwirtschaft weiter möglich bleibt.“

Niedriger Pegel von 2018 setzte der Wasserqualität zu

Zum Ende dieses Sommers würde der – zuletzt doch wieder deutlich gestiegene – Wasserstand im Speicher auf dem gleichen tiefen Niveau ankommen, wo er sich 2018 befand und für öffentliches Aufsehen sorgte. Denn zunächst wurde das Wasser trotz Forderungen vieler Landwirte nicht abgegeben, weil das Bauwerk nicht mehr diesen Zweck erfülle wie noch zu DDR-Zeiten. Doch dann lenkten der Landrat und die Untere Wasserbehörde doch noch ein und ließen den Abfluss zu.

Dieser dann abgesenkte Wasserstand im Speicherbecken wäre der anstehenden Baumaßnahme zugute gekommen, wie es schon seinerzeit hieß.

Wegen der auch noch langanhaltenden Hitze in besagtem Jahr kam es zugleich aber auch zu vermehrtem Blaualgenwachstum.

2020 soll der Wasserstand noch weiter sinken

In diesem zuvor selten erlebten Ausmaß könnte sich die Situation wiederholen – erst recht im kommenden Jahr 2020: Für die Arbeiten in der dann zweiten Jahresscheibe soll der See laut dem Landesumweltamt sogar um weitere 50 Zentimeter auf dann 37,50 Meter über Normalhöhennull abgesenkt werden.

Der danach folgende letzte Abschnitt der Dammfußdrainage befindet sich laut Thomas Frey in der Planungsphase. Mit ihm endet die Sanierung jedoch längst nicht. Frey: „Als nächstes ist die Erneuerung des wasserseitigen Deckwerkes geplant.“

Gebaut wird mit mehreren Millionen Euro aus dem Landeshaushalt

Gemeint sind die aufgelegten und seit Fertigstellung des Dammes von 1979 in die Jahre gekommenen Betonplatten. Kosten: 1,2 Millionen Euro. Auch dieses Geld fließt aus dem Brandenburger Landeshaushalt.

Rund um den Flachlandspeicher wird bereits seit 2010/11 gearbeitet. Erneuert wurden damals im nördlichen Damm bei Bork der Durchlass sowie an der östlichen Seeseite der Zuleiter-Anschluss von der Dosse her. Seit 2011/12 ist auch das Dosse-Wehr Wulkow samt Fischaufstieg saniert. Von dort aus wird für den Hochwasserschutz das Flusswasser bis in den Speicher gelenkt.

Von Matthias Anke