Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kyritz Heimatverein hilft bei der Suche nach toten Soldaten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Heimatverein hilft bei der Suche nach toten Soldaten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:20 08.01.2020
Die Knatterfreunde Kyritz treffen sich seit mehr als 30 Jahren regelmäßig und zeigen ihre Mopeds und Motorräder in diesem Jahr beim Heimatverein. Quelle: Sandra Bels
Kyritz

Besuch aus den Vereinigten Staaten, genauer gesagt aus New York, hat sich für Januar beim Heimatverein in Kyritz angemeldet. Seine Mitglieder erwarten Eric Lewis aus New York. Sein Onkel überlebte 1944 den Absturz eines Militärflugzeuges, dass über Grünfelde bei Kyritz abgeschossen wurde.

Amerikaner sucht Gräber von toten Soldaten

Lewis hatte sich an den Verein gewandt, damit er ihm hilft, herauszufinden wo die Soldaten, die bei dem Absturz getötet worden waren, beerdigt wurden. Angela Städeke und Helmut Wagner vom Verein haben in ihren Unterlagen recherchiert und einige Informationen darüber gefunden.

Absturzdatum wird bestätigt

Dazu gehört, dass der 12. September 1944 als Datum und Grünfelde als Ort der Absturzstelle stimmen. Drei überlebende Soldaten kamen damals in Gefangenschaft nach Barth. Die drei toten Militärangehörigen sind nach Informationen des Heimatvereins auf dem Kyritzer Friedhof beigesetzt worden.

„Man kann ungefähr die Stelle finden. Es gibt aber keine Kennung der Grabstellen“, sagt Angela Städeke. Sie hat Eric Lewis auch mitgeteilt, dass am Eingang des Friedhofs sich eine zentrale Stelle für alle Gefallenen und Toten dieser Zeit findet, die unbekannt beerdigt wurden. Städeke und Wagner boten Lewis an, weitere Recherchen in Kirchenbüchern durchzuführen.

Grabsteine in Belgien

Lewis fragte auch, ob etwas darüber bekannt ist, dass auf dem Friedhof in kyritz Soldaten oder andere Kriegsopfer exhumiert wurden? Ihm war aufgefallen, dass die Toten des Absturzes einen Grabstein auf dem amerikanischen Friedhof in Belgien haben. Exhumierungen sind in Kyritz nicht bekannt, fand der Heimatverein heraus. Vor dem Mauerfall und dem Ende der DDR sei das kein Thema gewesen. Es wurden wohl Gedenkstellen auch in Kyritz geschaffen, aber keine Umbettungen vorgenommen, haben Städeke und Wagner herausgefunden.

Keine Exhumierungen zu DDR-Zeiten

Nach dem Ende der DDR, also in den vergangenen 30 Jahren sei diesbezüglich auch nichts passiert. „Sie können davon ausgehen, dass in Belgien nur Gedenksteine stehen und die sterblichen Überreste hier auf dem Friedhof liegen“, heißt es in der Antwortmail an Lewis vom Heimatverein.

Alles weitere wollen Angela Städeke und Helmut Wagner mit Eric Lewis besprechen, wenn er in Kyritz ist. Er will offenbar einige Tage bleiben, hat aber noch nicht mitgeteilt, wann er kommt.

Die Bildungsgesellschaft Nestor stellt zum zweiten Mal Modelle von Bauwerken aus dem Landkreis OPR beim Heimatverein aus. Quelle: Sandra Bels

Der Aussichtsturm von Blumenthal, aber auch das Kloster Lindow oder der Burgturm von Rosenwinkel sind derzeit beim Heimatverein in Kyritz in einer Ausstellung zu sehen. Die Modelle werden in der Werkstatt der Bildungsgesellschaft Nestor in Kyritz maßstabsgetreu nachgebaut.

Zweite Ausstellung beim Verein

Projektleiter Steffen Strebel zeigt sie zum zweiten Mal in den Wintermonaten in Kyritz, statt sie wie sonst über die kalte Zeit einzulagern. Schon Anfang 2019 waren beim Heimatverein Modelle zu sehen, ausschließlich Kyritzer. Diesmal geht die Schau über die Stadt hinaus und zeigt bekannte Bauwerke und Sehenswürdigkeiten aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Zu sehen sind sie noch bis Ende März zu den Öffnungszeiten des Vereins.

Mopeds und Motorräder

Es ist die erste Ausstellung in diesem Jahr dort. Weiter geht es dann im April mit Mopeds und Motorrädern aus den 50 er und 60 er Jahren. Initiatoren sind die Knatterfreunde Kyritz. Sie wollen auch Zubehör der Zweiräder zeigen, wie der Kyritzer Werner John sagt. Er nennt zum Beispiel die mobile Garage. Aber auch Werkzeuge von damals und andere Geräte werden ausgestellt.

Kooperation mit historischer Gesellschaft

Durch die Kooperation mit der Historischen Gesellschaft zu Kyritz bei der Klosterweihnacht 2019 kam die Idee auf, beim Heimatverein einmal eine solche Ausstellung zu zeigen. Der Verein musste sich dafür bei der Stadt eine Genehmigung einholen. John sagt, dass die Schau fortgesetzt werden könnte mit Fahrzeugen aus späteren Jahren. „Aber erst einmal wollen wir schauen, wie das Geplante ankommt“, so John. Er und seine Mitstreiter können sich auch vorstellen, ihre jährliche Ausfahrt in diesem Jahr nicht auf dem Marktplatz zu starten, sondern vom Kirchgarten aus, weil da ja dann auch die Zweiräder zu sehen ist.

Die „Wagesäcke“ zeigen im März ihr neues Stück erstmals in Kyritz und beim Heimatverein. Quelle: Norbert Stein

Theater zwischen den Ausstellungen

Zwischen den beiden Ausstellungen wagt sich der Heimatverein in diesem Jahr erstmals an eine Theatervorführung. Zu sehen ist das Stück „Der Butler ist (nicht) immer der Mörder“ von den „Wagesäcken“, dem Havelländischen Lug- und Trugtheater. Die Aufführung ist am 28. März um 15 Uhr.

Von Sandra Bels

Herber Schlag für die Fahrgastschifffahrt Wusterhausen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin: Dem Betreiber wurde der Unterstand für die betagte und mit viel Holz versehene „Neptun“ gekündigt. Das Schiff hat im Freien kaum Überlebenschancen. Ist es für die Firma das Ende?

07.01.2020

Der Frischemarkt in Kyritz hatte gerade geöffnet, als am 4. November 2016 ein maskierter und bewaffneter Mann im Laden stand und Geld wollte. Die beiden Angestellten zeigten sich unbeeindruckt. Der Täter floh ohne Beute. Nun steht er vor Gericht.

07.01.2020

Das Projekt „Diakomma“ bietet in Kyritz Laien und Profis jeden Alters die Möglichkeit, sich über die digitalen Trends zu informieren. Dazu öffnet jeden Dienstag vormittags und nachmittags das Digital-Café.

07.01.2020