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Kyritz Windkraft und Kiesgrube im Ortsbeirat
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Windkraft und Kiesgrube im Ortsbeirat
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12:22 25.01.2019
In Holzhausen will man die ehemalige Kiesgrube als Biotop bewahren. Quelle: André Reichel
Holzhausen

Der Holzhausener Ortsbeirat befasste sich bei seiner Sitzung am Donnerstagabend einmal mehr mit dem Regionalplan „Freiraum und Windenergie“. Ende November hatte die Regionale Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel den seit Jahren diskutierten Entwurf des Planes abgesegnet.

Das Dokument legt fest, wo in den drei Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel dem Bau von Windkraftanlagen Gesetze sowie der Natur- und Landschaftsschutz entgegenstehen. Im Gegenzug weist der Plan Gebiete aus, in denen solche Hindernisse nicht bestehen – die sogenannten Windeignungsgebiete.

Kontroverse Diskussion über mehrere Jahre

Über den Entwurf wurde in der Region mehr als drei Jahre lang kontrovers diskutiert, nachdem eine erste Novellierung des seit 2003 geltenden Windenergieplans wegen juristischer Mängel gescheitert war. Vor allem bestand die Befürchtung, dass nun zahlreiche neue Flächen als geeignet für Windkraftanlagen einstuft würden.

Die Stadt Kyritz hatte daraufhin im Sinne ihrer betroffenen Ortsteile wie Holzhausen oder Kötzlin, einigen Aufwand für eine fundierte Stellungnahme zum Planentwurf betrieben. Die Kommune beauftragte beispielsweise den Planungsexperten Frank Gemmel aus Blumenthal mit der Prüfung der Unterlagen und den Ornithologen Jürgen Kaatz mit einer Bestandsaufnahme eventuell gefährdeter Vogelarten in den betroffenen Gebieten.

Windeignungsflächen werden nicht vergrößert

Der Einsatz hatte offenbar Erfolg. „Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Anregungen der Stadt im Entwurf berücksichtigt“, schätzt der Holzhausener Ortsvorsteher Andreas Lange ein, nachdem das nun beschlossene Papier am Donnerstag im Ortsbeirat vorgestellt worden war. „Die Windeignungsflächen werden nicht vergrößert. Das war ja unser erklärtes Ziel.“

Als Thema weiterhin auf dem Tisch des Holzhausener Ortsbeirates bleibt die ehemalige Kiesgrube an der Gemarkungsgrenze zu Zernitz. Nachdem der Kiesabbau dort vor Jahren eingestellt wurde, beantragten die neuen Eigentümer eine Genehmigung dafür, das Gelände als Deponie für Erdaushub und Bauabfälle nutzen zu dürfen.

Skepsis wegen der ehemaligen Kiesgrube

In den benachbarten Dörfern Holzhausen und Zernitz sieht man dieses Vorhaben mit großer Skepsis. Anfang November hatten sich über 100 Demonstranten gegen eine Deponie in der Kiesgrube ausgesprochen. Auch hierbei gab es Rückendeckung von Seiten der Stadt Kyritz, die unter anderem ein Gutachten zur Bedeutung des Geländes als Biotop erstellen ließ.

Holzhausens Ortsvorsteher Andreas Lange kündigt nun zudem eine Unterschriftenaktion an: „Ich denke mal, in den nächsten zwei Wochen haben wir das im Ortsbeirat so weit vorbereitet.“ Zugleich betont er: „Das läuft mehr oder weniger als Privatinitiative.“

Derweil ist das amtliche Planungsverfahren für die Deponie offenbar etwas ins Stocken geraten. Ein kürzlich angesetzter Vorbereitungstermin, bei dem auch die Stadt ihre Auffassung darlegen wollte, fiel wohl aus. „Jetzt weiß keiner, wie es weitergeht“, beurteilt Andreas Lange die Lage.

Von Alexander Beckmann

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