Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kyritz Werden in Kyritz Katzen mit Totschlagfallen gequält?
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Werden in Kyritz Katzen mit Totschlagfallen gequält?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:15 18.02.2019
In der Feldsiedlung wurden angeblich schon mehrfach Katzen auf unerklärliche Weise verletzt. Viele Bewohner sind jetzt wieder in Sorge.
In der Feldsiedlung wurden angeblich schon mehrfach Katzen auf unerklärliche Weise verletzt. Viele Bewohner sind jetzt wieder in Sorge. Quelle: Matthias Anke
Anzeige
Kyritz

Seit wenigen Tagen grübeln in der Kyritzer Feldsiedlung einige Leute, weshalb dort zwei Katzen zu Tode kamen. Sie erinnern sich dabei auch an Fälle von vor etwa fünf Jahren.

Zuerst starb im Januar Kater Bert. Seit Mittwoch der zurückliegenden Woche ist auch Tilla tot. Und die Halter beider Katzen sind völlig verunsichert.

Zunächst kam ein anderes Tier als Ursache in Frage

„Der Kater kam im Dezember im hinteren Körperbereich verletzt nach Hause. Drei Wochen lang versuchte der Tierarzt noch, ihn zu behandeln und zu retten. Das hat viel Geld gekostet“, erzählt ein Bewohner der Feldsiedlung, der derart besorgt ist, dass er seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte – wie auch noch andere Katzenhalter aus seiner Nachbarschaft nicht: „Im Januar musste er aber eingeschläfert werden.“

Stammte die Verletzung womöglich nur vom Kampf mit einem anderen Tier? Das ist für ihn nun fraglich angesichts einer „kuriosen Begebenheit“, wie der Halter des toten Bert schildert: „Wir waren nur kurz weggefahren. Als wir zurückkehrten, lag eine Katze im Hof, von der wir dachten, es wäre unsere eigene, die da schläft.“ Eine Katze hat das Ehepaar schließlich noch, die als Stubentiger nur hin und wieder draußen ist. Sie heißt Fee.

Anzeige gegen Unbekannt wegen Tierquälerei

Doch näher herangekommen, lag da nicht Fee, sondern Tilla. Deren Halterin, die ebenso in der Feldsiedlung lebt, will sich solche Fälle nicht länger bieten lassen. Sie stellte bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt wegen Tierquälerei. „Das können doch nur Fallen verursacht haben, die verboten sind“, behauptet sie.

Weil ihre Tilla allerdings keine äußeren Verletzungen aufwies, könnte es sich sogar um eine Vergiftung handeln, mutmaßt die Frau: „Die Katze war auch nicht krank. Sie kam zuvor noch quicklebendig zu uns zum Fressen.“

Verletzungen durch verbotene Fallen laut Tierarzt sehr selten

Seitens der Polizeidirektion Nord in Neuruppin wird die Anzeige bestätigt. Weitere Fälle aus der Stadt seien derzeit jedoch nicht bekannt. Die letzten Ereignisse rund um Katzen lägen Jahre zurück. Einer, der für regelrechten Aufruhr in der Öffentlichkeit sorgte, war Anfang 2016 ein besonders grausamer Fall von Katzenquälerei auf einem Kyritzer Kinderspielplatz.

Auch Tierarzt Volker Steffen kann nicht davon berichten, dass vermehrt Tierhalter mit Verletzungen zu ihm kommen, die von Fallen herrühren würden. Dies sei „die absolute Ausnahme“.

Häufiger indes höre er in seiner Kyritzer Praxis wie auch in Pritzwalk den Satz: „Meine Katze wurde vergiftet.“ Doch auch das entpuppe sich in der Regel als Fehlalarm. Denn gerade Katzen seien hinsichtlich Giftködern „nicht dumm“.

Einige Tiere verschwanden spurlos

In der Feldsiedlung aber erinnert man sich nun an diverse Vorfälle von vor etwa fünf Jahren. Die Polizei sei da nur nicht eingeschaltet worden.

Die Katzen seien auch damals schon meistens im hinteren Körperbereich verletzt worden. Von einem guten halben Dutzend ist die Rede, wobei die meisten spurlos verschwanden.

Oder „Bunti“: Dieser Kater kam einst mit einer gebrochenen Pfote nach Hause. Seither lebt er damit.

Anwohner wollen wachsam sein

„Wir wollen wissen, was hier jetzt schon wieder vor sich geht“, sagt der ältere Herr, der seinen Bert verlor. „Wir machen uns Sorgen und trauen uns nicht mehr, unsere Freigänger noch rauszulassen“, erklärt die Halterin der nun toten Tilla: „Wir wollen jetzt wenigstens, dass derjenige, der dafür verantwortlich ist, mitbekommt, dass wir uns das nicht bieten lassen. Wir haben ein Auge darauf.“

Ob es ähnliche Fälle auch jenseits der Bundesstraße 5 gibt, die die Feldsiedlung vom Stadtgebiet trennt, ist bislang nicht bekannt.

Von Matthias Anke