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Kyritz Kein Wetter für Bäcker
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Kein Wetter für Bäcker
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00:20 28.07.2018
Steffen Leutz (r.) und Dirk Hartstein ist nicht besonders warm, obwohl sie vor dem Backofen arbeiten. Sie haben sich an die Temperaturen gewöhnt.
Steffen Leutz (r.) und Dirk Hartstein ist nicht besonders warm, obwohl sie vor dem Backofen arbeiten. Sie haben sich an die Temperaturen gewöhnt. Quelle: Sandra Bels
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Kyritz

Die Hitze hält sich im Altkreis Kyritz gegenwärtig hartnäckig. Das bekommt auch die Bäckerei Armster in der Knatterstadt zu spüren. „Es ist einfach kein Bäckerwetter“, sagt Inhaber Matthias-Christian Armster. Er meint damit aber nicht nur die Arbeiten in der Backstube, sondern auch den Verkauf.

Weniger Brote und Brötchen

„Besonders bei Brot und Brötchen ist das zu merken. Der Verkauf ist zurückgegangen“, sagt Armster. „Die Pausenbrote fehlen eben“, fügt er an. Ferien- und Urlaubszeiten seien am Umsatz immer gut zu erkennen. Das gilt auch für die Temperaturen. Armster hat Verständnis dafür. „Ich mag bei 30 Grad Außentemperatur auch nicht so viel essen“, sagt er.

Gebacken wird trotzdem. Die Backstube ist belüftet. Die Fenster sind offen. Die Mitarbeiter tragen kurze Hosen und T-Shirts. Sie haben sich an die Temperaturen in der Backstube gewöhnt, empfinden sie nicht als besonders hoch.

Wärmster Bereich an den Backöfen

Der wärmste Bereich ist an den Backöfen. „Wer hier arbeitet, bekommt einen Ofenzuschlag“, sagt Matthias-Christian Armster. Es ist eine Art Erschwerniszulage. Steffen Leutz und Dirk Hartstein ist ganz offensichtlich nicht besonders warm. Sie verpacken die Kaiserbrötchen-Teiglinge für die Filialen direkt vor dem Ofen. Ihre gute Laune haben sie dabei nicht verloren. „Wir trinken eben ein bisschen mehr Wasser als sonst“, sagen die Männer.

Wasser in drei Variationen bekommen alle Mitarbeiter vom Arbeitgeber gestellt, mit Sprudel, ohne und medium, wohltemperiert aus einem Automaten. Wem das sieben Grad warme Wasser noch zu warm ist, der kann seine Flasche in einem Eimer mit Eisstücken kühlen. Die Eismaschine, die sie herstellt, ist derzeit beliebt bei den Bäckereimitarbeitern, weiß der Chef. Ansonsten produziert sie vorwiegend Eis für die Teigmaschine. Besonders der Brötchenteig darf beim Kneten nicht zu warm werden.

Produktionsleiter Christian Schmidt zeigt das Eis aus der Eismaschine. . Quelle: Sandra Bels

Bachstube wird belüftet

Ein Thermometer hat Armster in der Backstube nicht. Er ist sich aber sicher, dass die Anzeige unter der 30-Grad-Marke bleiben würde. Dank des massiven Baukörpers der Bäckerei und der Belüftungsanlage.

Wer eine schnelle Abkühlung braucht, der geht einmal kurz ins Kühlhaus. Minus fünf Grad sind schon erfrischend. Bei minus 18 wird es dann aber richtig kalt. Da reichen ein paar Minuten. An Tagen wie diesen läuft die Kühlanlage auf Hochtouren, um die Temperaturen zu halten. Dadurch ist es etwas lauter als sonst auf dem Bäckereihof.

Das stört Jutta Schulz nicht. Sie arbeitet am offenen Fenster ist aber voll konzentriert auf die Schweineohren. Sie entstehen aus anderthalb Zentimeter breiten Blätterteigstreifen. Alles reine Handarbeit.

Waffelmuffins ab August zu haben

Kollegin Kornelia Parzonka trägt noch lange Hosen. Sie arbeitet am liebsten in der Kuchenabteilung. Heute produziert sie zur Probe, was es erst ab August in den Armster-Geschäften zu kaufen gibt. Waffelmuffins nennt Produktionsleiter Christian Schmidt die kleinen Blaubeerkuchen in der Eiswaffel. Bevor sie in die Läden kommen, werden sie unter anderem noch blind verkostet. Das passiert am Donnerstag in der Backstube. Anschließend schreibt Schmidt das Rezept auf, damit die Muffins später immer gleich gut schmecken.

Kornelia Parzonka wiegt den Teig für die neuen Waffelmuffins ab. Quelle: Sandra Bels

Von Sandra Bels