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Kyritz Zu viele Nährstoffe in der ganzen Seenkette
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Zu viele Nährstoffe in der ganzen Seenkette
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18:21 22.11.2019
Die Kyritzer Seenkette leidet an Überdüngung. Quelle: Andrè Reichel
Kyritz

Die Kyritzer Seenkette hat ein Problem, das weit über die Nutzung des Obersees als Dossespeicher hinausgeht. Das ist das Fazit der Informationsveranstaltung des Landesamtes für Umwelt vom Donnerstagabend in Kyritz.

Etwa 60 Besucher waren in den Rathaussaal gekommen, um Neues über die Sanierung des vor 40 Jahren fertiggestellten Staudamms und seine Auswirkungen auf Natur und Umwelt zu erfahren. Landesamtsmitarbeiter Stefan Blechschmidt informierte über die seit 2010 laufenden Bauarbeiten.

Dammsanierung zieht sich hin

Vor allem der zeitliche Ablauf habe sich als Herausforderung erwiesen: Das meiste sei nur bei Niedrigwasser machbar, also im Herbst und Winter. Hochwasser wie 2017 hätten für Unterbrechungen gesorgt, so Blechschmidt. „Wir haben einen guten Plan, dass wir 2020 mit der Dammfußdrainage weitermachen können.“

Dem Verdacht, dass das wiederholte Ablassen des Obersees der Wasserqualität im Untersee schade, widersprach Stefan Blechschmidt nachdrücklich. Zum einen schwanke der Speicherpegel nie um mehr als 2,50 Meter. Zu DDR-Zeiten seien bis zu sechs Meter Usus gewesen. Zum anderen sei es ausgeschlossen, dass Schlamm vom Ober- in den Untersee gelangt. Man spreche zwar von „Grundablass“, so Blechschmidt, doch die entsprechende technische Anlage befinde sich etwa neun Meter über dem Seegrund.

Das ökologische Gleichgewicht wankt

Die Ursache für das trübe Wasser sieht Blechschmidts Kollegin Antje Barsch vielmehr in allgemeinen ökologischen Faktoren. Hinsichtlich der Gewässergüte gelten 15 Prozent der 310 regelmäßig untersuchten Seen des Landes als gut oder sehr gut, 39 Prozent aber als unbefriedigend oder schlecht. „Da ordnen sich auch der Obersee und Untersee ein.“

„Die Nährstoffe sind der Knackpunkt bei beiden Gewässern“, stellt die Expertin klar. Statt des natürlich zu erwartenden Phosphorgehalts von etwa 25 Mikrogramm je Liter werde in der Seenkette seit Jahren bis zu fünfmal so viel gemessen – im Obersee tendenziell eher weniger als im Untersee.

Experten vermuten vielfältige Ursachen

Der hohe Nährstoffgehalt führe zu übermäßigem Algenwachstum, verringerten Sichttiefen und mittlerweile zu ausgedehnten sauerstofffreien Bereichen in der Tiefe. Ein naturnahes Gewässer sehe anders aus.

Die konkreten Quellen der Überdüngung seien noch zu untersuchen, so Antje Barsch. Um sie langfristig zu vermindern, werde man um einen „bunten Strauß kleiner Maßnahmen“ nicht herumkommen: weniger Dünger in der Landwirtschaft, Schutz vor Bodenerosion, Schonung von Schilfbeständen, bessere Abwasserbehandlung.

Kurzfristige Lösungen nicht in Sicht

Die Zuhörer hatten noch weitere Quellen in Verdacht: Haben vielleicht Altlasten aus der Kyritzer Stärkeproduktion einen Anteil? Ist das alte Abwasserbecken bei Drewen wirklich dicht? Reichen die ufernahen Waldstreifen aus, um die Gewässer zu schützen?

Dass das Wasser am Nordende des Untersees oft schwarz wird, liegt nach Auffassung der Experten übrigens eher am Moor rund um den mehr und mehr verlandenden Waldkanal. Wenn Wasser aus dem Obersee zufließt, werde allerlei Sediment ausgespült. Vielleicht lasse sich dieser Effekt über eine regelmäßigere Durchströmung vermindern.

Von Alexander Beckmann

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