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Kyritz Was sich Kyritzer für ihre Stadt wünschen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Was sich Kyritzer für ihre Stadt wünschen
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13:48 29.03.2019
Rund 60 Kyritzer beteiligten sich an der ersten „Einwohnerwerkstatt“ zur Aktualisierung des Stadtentwicklungskonzeptes. Quelle: Alexander Beckmann
Kyritz

Wie soll die Stadt Kyritz in zehn oder 15 Jahren aussehen? Rund 60 Einwohner von Kyritz und seinen Ortsteilen folgten am Donnerstag einer Einladung in den Saal der Wohnungsbaugesellschaft, um diese Frage zu beantworten.

Es geht um die Formulierung eines neuen „Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes“ – kurz: Insek. Die Stadt hat die Berliner EWS-Stadtsanierungsgesellschaft mit dieser Aufgabe betraut.

Ein Leitfaden wird erarbeitet

Bürgermeisterin Nora Görke erklärte: „Wir haben ein Insek. Das ist von 2009 und ein bisschen in die Jahre gekommen.“ Es gehe um einen Leitfaden für Entscheidungen. Zugleich sei das Insek ein wichtiges Instrument zur Erlangung von Fördermitteln.

Ralf Schmidt vom EWS-Büro erklärte zur Neufassung: „Der Blick wird etwas geweitet.“ Während der alte Leitfaden eher auf die Kernstadt und die Städtebauförderung ausgerichtet war, nimmt man nun die Ortsteile mit in den Fokus.

Weniger Erwerbsfähige, mehr Rentner

Eine wichtige Grundlage sieht Schmidt in der Demografie. Seit 1991 habe die Stadt rund 20 Prozent ihrer Einwohner verloren. Die Altersstruktur ändere sich. Während der Anteil von Kindern und Jugendlichen etwa gleich bleibt, nimmt die Zahl der Erwerbsfähigen ab und die der Rentner steigt.

Vor diesem Hintergrund wolle das Insek Aussagen treffen zum Wohnen, zum Verkehr, zu Bildungs- und Sozialeinrichtungen, Gewerbe und Landwirtschaft, Natur- und Klimaschutz, Kultur und Freizeit. Auch Aspekte wie die Einsatzfähigkeit von Feuerwehren, die Traditionspflege oder die Wirkung der Stadt nach außen spielten eine Rolle.

Einkaufen im Zentrum und in der Werner Straße

Die Besucher der Veranstaltung waren aufgerufen, ihre Ideen und Hinweise beizusteuern. An Luftbildern konnten sie markieren, wo sie Defizite oder Entwicklungspotenziale sehen. Schnell waren die Tafeln mit bunten Punkten übersät.

Für die Kernstadt nannten die Kyritzer beispielsweise das Einkaufen im Zentrum und in der Werner Straße, den Zustand von Gehwegen, das „rollatorgerechte Pflaster“, den Schulhof der Goetheschule, die Entwicklung des Einzelhandels in der Altstadt oder den Mangel an Radwegen als Themen. Auch der Wunsch nach altersgerechten Wohnformen und die Idee, Mini-Häuser (Tiny Houses) zu errichten, wurden geäußert.

Mehr Bauland auf den Dörfern gewünscht

Rad- und Wanderwege waren auch in den Ortsteilen häufig genannte Punkte. Außerdem ging es um den Leerstand markanter Gebäude, wie des Berlitter Schlosses, um den Wunsch nach Veranstaltungsorten und mehr Bauland. So ließe sich vielleicht der Bevölkerungsschwund stoppen.

All die Hinweise wollen die EWS-Planungsexperten nun auswerten und dokumentieren. Ein erster Überblick soll in den nächsten Tagen auf der Internetseite der Stadt bereitstehen. „Wenn Ihnen noch Dinge einfallen, können Sie sich an uns oder die Stadtverwaltung wenden“, lud Ralf Schmidt zur weiteren Mitarbeit ein.

Voraussichtlich im August soll es eine weitere Einwohnerrunde zum Stadtentwicklungskonzept geben, bevor es im herbst den Stadtverordneten als Beschluss vorgelegt wird.

Von Alexander Beckmann

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