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Kyritz Der Kreis mahnt: Kita-Plätze werden knapp
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Der Kreis mahnt: Kita-Plätze werden knapp
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15:17 04.04.2019
In den Kyritzer Kitas wie hier in der Werner Straße werden derzeit 613 Kinder betreut. Die Nachfrage ist noch größer.
In den Kyritzer Kitas wie hier in der Werner Straße werden derzeit 613 Kinder betreut. Die Nachfrage ist noch größer. Quelle: Sandra Bels
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Kyritz

Die Stadt Kyritz verfügt über zu wenige Betreuungsplätze für Kinder im Kita- und Hortalter. Zu diesem Schluss kommt die Ostprignitz-Ruppiner Kreisverwaltung im jetzt vorliegenden Entwurf der Kita-Bedarfsplanung bis 2020.

Das Papier hat bereits den Jugendhilfe- und den Kreisausschuss passiert und wird am 11. April dem Kreistag zur Beschlussfassung vorliegen. Wörtlich heißt es darin unter anderem: „Sowohl bei Betrachtung der amtlichen Daten als auch mit den Daten des Einwohnermeldeamtes der Stadt Kyritz wird ein erhöhter Betreuungsbedarf in allen Betreuungsbereichen ersichtlich.“

Angesichts des Mangels an Betreuungsplätzen sei die Stadt angehalten, „Gegensteuerungsmaßnahmen schnellstmöglich zu erarbeiten, um für die Kinder der Kommune ein entsprechendes Bildungs- und Erziehungsangebot vorzuhalten“.

CDU: Bedarf nicht so hoch wie das Rathaus behauptet

Der Landkreis widerspricht damit den Kyritzer Stadtverordneten. Sie hatten im November den Vorschlag der Stadtverwaltung verworfen, als Übergangslösung eine kleine Kita in der Bahnhofstraße einzurichten. Als Gegenargument hatte die CDU-Fraktion auf Zahlen des Landesamts für Statistik verwiesen: Demnach sei der Kita-Bedarf in Kyritz gar nicht so hoch wie vom Rathaus behauptet.

Doch mit seiner Kitabedarfsplanung bestätigt der Landkreis nun die Platznot in Kyritz. Er konstatiert einen zusätzlichen Bedarf an „27 Betreuungsplätzen im Krippen- und Kindergartenbereich und zwölf Betreuungsplätzen im Hortbereich für 2019 und 33 Betreuungsplätzen im Krippen- und Kindergartenbereich für 2020“.

Geburtenzahlen gestiegen

Das sei vor allem auf die gestiegenen Geburtenzahlen zurückzuführen: „Während 2014 nur 61 Kinder geboren wurden, sind für 2018 laut Einwohnermelderegister der Stadt Kyritz 77 Geburten zu verzeichnen.“

Aktuell verfügt die Stadt regulär über 583 Kita- und Hortplätze in acht Einrichtungen. Ausnahmegenehmigungen steigern die Kapazität auf 628. Betreut wurden Mitte vergangenen Jahres bereits 613 Kinder. Einen Rechtsanspruch hätten sogar 950 Mädchen und Jungen.

Hohe Betreuungsquote bei Kindern unter drei Jahren

Doch besonders im Hortbereich und bei den Unter-Dreijährigen nimmt nur ein Teil diesen Anspruch wahr. Im vergangenen Jahr lag die Betreuungsquote hier bei gut 50 bis 60 Prozent – allerdings mit steigender Tendenz.

Zusätzliche Kapazitäten stehen erst mittelfristig zur Verfügung. Die Kita „Kunterbunt“ in der Werner Straße könnte frühestens 2022 mit dem von der Stadt geplanten Nachbarschaftshaus erweitert werden. Auch die Kita „Spatzennest“ des DRK in der Straße der Jugend plant eine Erweiterung.

Spielkreise wie in Neuruppin und Rheinsberg

Angesichts dieser Situation schlägt die Kreisverwaltung unter anderem vor, Tagespflegeangebote zu schaffen, beispielsweise über einen freien Träger, der entsprechendes Fachpersonal bereitstellt. Derartige „Spielkreise“ bestehen bereits in Neuruppin und Rheinsberg. Sie sollen übergangsweise helfen, Engpässe bei der Kitabetreuung zu überbrücken.

Für das Amt Neustadt geht der Landkreis übrigens trotz einer positiven Geburtenentwicklung „langfristig von einem ausreichenden Betreuungsangebot“ aus. Lediglich die Kita Köritz arbeite derzeit über ihrer regulären Kapazität. Angesichts einer geplanten Erweiterung werde sich die Situation aber auch dort entspannen.

Zahl der Geburten in Wusterhausen sank um ein Viertel

In der Gemeinde Wusterhausen hingegen sank die Zahl der jährlichen Geburten seit 2015 um ein Viertel. Die Nachfrage nach Krippenplätzen verringert sich entsprechend. Zugleich verzeichnet die Gemeinde aber einen steigenden Bedarf im Hortbereich. In den nächsten zwei Jahren könnten dort jeweils 30 Plätze fehlen, wenn die Eltern ihren Rechtsanspruch wahrnehmen. Die Kreisverwaltung schlägt daher vor, die Kapazitäten zu erweitern: durch mehr Horträume an der Wusterhausener Kita „Regenbogen“ oder durch Ausnahmegenehmigungen des Landes.

Von Alexander Beckmann