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Kyritz Museumsleiterin aus Werne befragt in Kyritz Zeitzeugen zur Wende
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Museumsleiterin aus Werne befragt in Kyritz Zeitzeugen zur Wende
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10:05 10.10.2019
Constanze Döhrer interessierte sich in der MAZ-Lokalredaktion dafür, wie sich die Wendezeit in der Zeitung widerspiegelte. Quelle: Wolfgang Hörmann
Kyritz/Werne

Ohne den Fall der Mauer vor 30 Jahren hätte es die Städtepartnerschaft zwischen Kyritz an der Knatter und Werne an der Lippe nie gegeben. Dass sie mittlerweile fast drei Jahrzehnte Bestand hat, ist zum einen das Resultat klugen politischen Handelns, vor allem aber das Ergebnis vieler privater Kontakte der Menschen auf unterschiedlichen Ebenen.

So sieht es auch Constanze Döhrer. Die promovierte Archäologin leitet seit 2016 das Karl-Pollender-Stadtmuseum in Werne (Nordrhein-Westfalen). Wie in Kyritz laufen hier seit Wochen die Vorbereitungen darauf, gebührend an das geschichtsträchtige Datum 9. November 1989 zu erinnern. Zeitzeugen werden befragt, Dokumente gesichtet, gesichert und mit dem Wissen aus drei Folge-Jahrzehnten bewertet.

Am 24. März 1990 wurde die Städtepartnerschaft zwischen Werne und Kyritz in Werne erstmals besiegelt. Von links: Uwe Berndt (Kyritz), die Bürgermeister Wilhelm Lülf und Jürgen Plagemann, Heinz Austermann (Werne). Zwei Wochen später erfolgte ein ähnlicher Festakt im Kulturhaus Kyritz. Quelle: Wolfgang Hörmann

In Werne gab es dazu am Tag der deutschen Einheit ein gut besuchtes „Erzählcafé“. „Wir waren angenehm überrascht von der Resonanz“, sagt Constanze Döhrer. „An sechs Tischen saßen an die 30 Frauen und Männer. Sie tauschten ihre Erinnerungen aus, die protokolliert wurden.“

Das Resultat ist Teil eine Sonderausstellung, die Ende November im Museum eröffnet wird. Ihr Motto steckt in der Auskunft „Wo wir waren, als die Mauer fiel“, wobei weniger die Standorte gemeint sind, sondern mehr der Standpunkt in den Köpfen. Einladungen zum Treffen am 3. Oktober hatten auch die Partnerstadt erreicht, konnten aber aus unterschiedlichen Gründen nicht wahrgenommen werden. So blieb es einem Ex-Kyritzer vorbehalten, die Stimme aus der alten Heimat zu sein. Mario Neubauer ist Mitte der 90er Jahre von Kyritz nach Dortmund gezogen und hatte so einen relativ kurzen Anfahrtsweg.

Ihr erster Besuch in Kyritz

Um mehr Meinungen von hier zu hören, weilte Constanze Döhrer jetzt für zwei Tage in der Knatterstadt. „Es ist meine erste Begegnung mit Kyritz. Mir hat die Stadt sofort gefallen mit ihrem Zentrum, in dem man sieht, dass die alten Bauten mit viel Liebe erhalten oder wieder hergestellt worden sind“, verteilte die 37-jährige spontan ein Kompliment.

„Das passt zu den interessanten Gesprächen, die ich hier führen konnte. Die Erlebnisse in der Wendezeit wurden mir facettenreich geschildert. Alles Erfahrene aus Werne und Kyritz zusammen genommen lässt sich jetzt zu einem Mosaik über das damalige Geschehen zusammensetzen.“

Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister Jürgen Plagemann

Die Museumsleiterin traf sich unter anderem mit Jürgen Plagemann, 1990 Bürgermeister von Kyritz, mit Hartmut Paschen, er war in der ersten Wahlperiode nach der politische Wende Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, mit Angela Städeke und Helmut Wagner vom Historischen Heimatverein und mit Bürgermeisterin Nora Görke.

In der MAZ-Lokalredaktion gab es schließlich aufschlussreiche Einblicke in die Wendejahre 1989 und 1990, festgehalten auf vielen Zeitungsseiten aus jenen Tagen.

Von Wolfgang Hörmann

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