Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kyritz Weitere Inforunde zur Obersee-Problematik in Sicht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Weitere Inforunde zur Obersee-Problematik in Sicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:38 10.09.2019
Der niedrige Wasserstand des Obersees sorgt erneut für Diskussionen.   Quelle: André Reichel
Bork

Seit längerer Zeit schon sind viele Borker verärgert über die Situation am Obersee. Die allsommerliche Algenblüte auf dem See bereitet ihnen zunehmend Sorgen und auch am schwankenden Wasserstand und einigen anderen Dingen stören sie sich.

So machte der Ortsbeirat die Obersee-Problematik bei seiner jüngsten Sitzung, die am Montagabend von Ortsvorsteher Mathias Strauß geleitet wurde, zum Thema Nummer eins. Mehr als 20 Bewohner des an der Nordspitze des Obersees gelegenen Runddorfes kamen. Auch die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke war dabei – als interessierter Gast, wie sie sagte.

Deutlich veränderte Anforderungen

Borks Ortsvorsteher konnte Sebastian Köppen von der Außenstelle des Landesumweltamtes in Neustadt gewinnen, den Dorfbewohnern möglichst viele Fragen zu beantworten und ihnen die aktuelle Situation zu erläutern.

Eines nahm Köppen vorweg: „Die Anforderungen am 1979 zur landwirtschaftlichen Produktionssteigung gebauten Staudamm haben sich heute deutlich geändert.“

In damaliger Zeit wurde das Wasser fast ausschließlich für die landwirtschaftlichen Flächen im Süden des Altkreises Kyritz und in Teilen des angrenzenden Havellandes verwendet. Dabei betrug die sogenannte Lamelle, also der Bereich zwischen Wasserhöchststand und dem unteren Pegel nach Ablassen des Wassers noch ganze sechs Meter. „Heutzutage sind es lediglich zwei Meter und mit Sondergenehmigung noch 50 Zentimeter mehr, wie auch in diesem Jahr geschehen“, berichtete Köppen. Doch selbst die derzeit erlaubte Schwankung ist etlichen Borkern offenbar noch zu groß.

Baustart im nächsten Jahr 2020?

Heute diene der Stausee vorrangig dem Hochwasserschutz und der Sicherstellung einer Mindestmenge von Wasser in den Flüssen Jäglitz und Dosse, was gerade in trockenen Sommern wie dem aktuell endenden sehr wichtig ist. Doch auch die Landwirtschaft ist nach wie vor Abnehmer von Oberseewasser für die Beregnung ihrer Flächen.

Die Borker wollten auch wissen, warum zwar Wasser aus dem Obersee abgelassen, aber nicht wie angekündigt am Staudamm gebaut wurde. Die MAZ hatte zuvor von einer fehlgeschlagenen Ausschreibung berichtet.

Von Köppen als Vertreter der Landesbehörde bekamen sie nun bestätigt, dass der Wasser- und Bodenverband für die Bauarbeiten einen Antrag auf Absenkung des Wasserspiegels gestellt hatte, dem stattgegeben wurde. Für die entsprechenden Arbeiten standen auch schon 800 000 Euro bereit. „Weil es aber nur ein Angebot für 1,6 Millionen Euro gab, mussten wir das Projekt verschieben. Und selbst darauf, ob 2020 gebaut wird, haben wir auch keinen Einfluss“, sagte Köppen.

Nährstoffeinträge über die Dosse begünstigen Algenwuchs

Von dieser Nachricht waren die Borker wenig begeistert, zumal der Bau am Staudamm in Stolpe auf mehrere Jahre verteilt durchgeführt werden wird. Zudem vermuteten sie, dass die Wasserspiegelabsenkung direkten Einfluss auf die Wasserqualität habe, und auch der massive Algenbefall daher rühre.

Sebastian Köppen berichtete, dass die Wassergüte der Zuflüsse, wie auch die des Stausees aktuell geprüft wurde, das Ergebnis jedoch noch ausstünde. Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Ablassen des Wassers und dem enormen Algenwuchs sieht Köppen jedoch nicht. Vielmehr macht er die Landwirtschaft mit ihrem Eintrag von Nährstoffen in die Gewässer dafür verantwortlich.

Großes Interesse über das Dorf Bork hinaus

Bürgermeisterin Nora Görke meldete sich am Schluss dann doch noch zu Wort. Sie berichtete, dass eine weitere Infoveranstaltung „in größerem Rahmen“ geplant sei: „Es gibt schließlich noch mehr Menschen über Bork hinaus, die an dem Thema interessiert sind.“

Alles in allem wurde der Termin in Bork bereits als eine sehr umfangreiche, gut verständliche Erklärung „mal aus erster Hand“ gesehen. Umso befremdlicher wirkte Köppens Verhalten zum Ende der Veranstaltung hin, als er zu einer groben Presse-Schelte bezüglich der MAZ ausholte: Laut Köppen seien alle Lokaljournalisten nicht in der Lage, Inhalte richtig zu erfassen und wiederzugeben. Worte aus dem Mund eines Fachmanns, der auf dieser öffentlichen Sitzung nicht nur als einfacher Gast, sondern als Vertreter einer Landesbehörde sprach.

Von André Reichel

Kyritz Lange Nacht der Wirtschaft 200 Werkstattplätze im Gewerbegebiet

Die Stephanus-Stiftung bietet Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung einen Arbeitsplatz in Kyritz. In der Werkstatt im Gewerbegebiet Leddiner Weg gibt es Plätze für 200 Beschäftigte.

10.09.2019

Berlitt beteiligte sich mit einer Theateraufführung am Tag des offenen Denkmals. Eine Filmvorführung am Abend rundete das Programm ab.

09.09.2019
Kyritz Tag des offenen Denkmals Stadtwall war einst viel höher

Archäologen stellen beim Tag des offenen Denkmals die Grabungsergebnisse des Kyritzer Klosterviertels vor. Der Wall, auf dem die Stadtmauer heute steht, war einst viel höher, und wurde stückweise abgetragen.

08.09.2019