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Kyritz Neue Kyritzer Wählergruppe am Start
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Neue Kyritzer Wählergruppe am Start
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00:23 01.04.2019
Die Wählergruppe „Kyritz macht". Quelle: Privat
Kyritz

Das hat es lange nicht gegeben vor einer Kommunalwahl in Kyritz: Eine gänzlich neue Wählergruppe will in die Stadtverordnetenversammlung einziehen.

Wo oft gesagt wird, „nicht nur meckern, sondern machen“, wollen in dem Fall gleich 13 Bewerber mitmachen. So lang ist die Liste dieser Wählergruppe. Im Gegensatz zu allen bisher seit Jahren etablierten Parteien ist sie damit – abgesehen von der CDU (19 Kandidaten) und den Linken (15) – auf Anhieb länger als die Liste der SPD (11), der Bündnisgrünen (8) und der Kyritz Land Wählergruppe (6).

Vieles sei in zurückliegenden Jahren zerredet worden

Der mögliche Grund für so viel offensichtliches Interesse, in der Kommunalpolitik mitmischen zu wollen: Der Name der Gruppe soll Programm sein. Er lautet „Kyritz macht“. Denn zu vieles sei in den zurückliegenden Jahren zerredet worden in der Stadt. „Weil zu viel politisch gedacht wurde statt zielorientiert und zukunftsorientiert für die Menschen unserer Stadt“, behauptet Jens Goldmund, der in der Liste der 13. Kandidat ist.

Abgesehen von den „vielen notwendigen und richtigen Straßenbauvorhaben“ hätte an anderen Stellen einiges schneller umgesetzt werden können. Die Klostervierteldebatte nennt Goldmund nur als das herausragendste Beispiel. „Am Ende geben wir jetzt mehr Geld aus für eine geringere Lösung.“

Seeumfeldgestaltung soll vorangetrieben werden

Oder die aktuelle Frage nach mehr Platz für Kitas und Schulen: „Da geht es darum, nach Argumenten gegen die echten Zahlen und die Arbeit der Stadtverwaltung zu suchen, um der jeweils anderen Partei nicht glauben zu müssen. Argumente, die nach hinten führen statt zu einer notwendigen Lösung für die Kinder.“ So jedenfalls komme das in der Öffentlichkeit an, sagt Goldmund: „Und dann dreht sich so eine Debatte nur im Kreis und hilft nicht weiter.“

Stefan Kieper, der Listenplatz 1 belegt und bekannt ist als Vorsitzender der SG Elektronik, eines der größten Vereine der Stadt, sagt: „Es geht aber auch darum, gute Entwicklungen fortzusetzen. Die Seeumfeldgestaltung beispielsweise wollen wir vorantreiben, Kyritz West weitergestalten, und um den ÖPNV.“ Kieper: „Wir wollen hier aktiv mitarbeiten, nur ohne den Parteizwang.“

Nur ein Gruppenmitglied kommt aus einem Dorf

Wenngleich alle Bewerber bis auf den Gantikower Matthias Kuska aus dem Stadtgebiet stammen, sollen dabei die Dörfer aber nicht zu kurz kommen. Mehr noch: „Es gibt vieles, was wir auch noch im Kleeblatt gemeinsam schaffen könnten“, sagt Kieper mit Blick auf die Kyritzer Ortsteile und den Kommunalverbund mit Gumtow, Neustadt und Wusterhausen.

Wie Wahlwerbung machen? Wer besetzt welchen Schwerpunkt? Es gab schon viel zu tun, denn bislang waren die Kandidaten politisch kaum aktiv. Quelle: Privat

„Die Frage der Fachkräftegewinnung und woher wir Auszubildende in der Wirtschaft bekommen ist dabei auch eine ganz wichtige. Deshalb ist die nachhaltige und bedarfsgerechte Stadtentwicklung eine große Aufgabe“, sagt Jens Goldmund. Es müsse wie eben auch beim Tourismus rund um den See und dem ÖPNV zwingend über die Stadt- und Dorfgrenzen hinaus gedacht werden.

Die meisten sind zwischen 30 und 40 Jahre alt

Die Bewerber der Gruppe „Kyritz macht“ wüssten, worüber sie da reden, sind sie zum Großteil doch zwischen 30 und 40 Jahre jung, teilweise Berufspendler und mitunter aber auch Rückkehrer. Nahezu alle haben Familien mit Kindern, für die sie entsprechende Grundlagen für die Zukunft legen wollen – für ein später eigenes Leben in der Knatterstadt.

„Wir stehen auch für einen gewissen Generationswechsel“, sagt Stefan Kieper kritisch – seien doch so einige der heutigen Stadtverordneten einst ebenso angetreten, um nun allerdings nach einem ganzen Vierteljahrhundert noch immer in diesem Gremium zu sitzen.

Politisch noch recht unbedarft

Viel habe es für die Gruppe „Kyritz macht“ nun auch schon zu tun gegeben. Denn allesamt sind politisch regelrecht unbedarft, bisher nicht in Erscheinung getreten. Jetzt aber musste ein Wahlprogramm her. Und ein Logo. Wer welchen Schwerpunkt besetzt, war zu besprechen.

Und wie geht man an die Öffentlichkeit mit alldem? Die Homepage www.kyritz-macht.de ist frisch freigeschaltet. „Zukunftsthemen“ für Kyritz sind dort nachzulesen. Beim Punkt Bürger/Wirtschaft/Verwaltung geht es beispielsweise um die „Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsförderung der Stadt Kyritz und den Unternehmen“. Beim Thema Stadtentwicklung findet sich die „Schaffung von Anreizen für die Niederlassung von Fachärzten/medizinischem Personal“.

13 Kandidaten der Wählergruppe

Es sind viele Punkte dabei, über die „schon zu viel und zu lange nur geredet“ worden sei, ohne dass was geschah. Daher gelte es für „Kyritz macht“ nun, sich „mit frischem Schwung für die Zukunft von, für und mit Kyritz“ zu engagieren.

Die 13 Kandidaten der WählergruppeKyritz macht“ sind Stefan Kieper, Friederike Kraus, Sandra Meyer, Rainer Weltzin, Sylvia Michaelis, Martin Schmidt, Peter Paul Pörschke, Franziska Kieper, Rainer Kraatz, Matthias Kuska, Andre Sielaff, Martin Fiebig, Jens Goldmund.

Von Matthias Anke

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