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Kyritz Das Glück in der Fotografie gefunden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Das Glück in der Fotografie gefunden
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14:25 09.01.2019
Marleen Janzen arbeitet in Kyritz bei der Arbeiterwohlfahrt und stellt derzeit in der Stadtbibliothek zum ersten Mal ihre Fotografien aus. Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

Probieren geht über studieren, klar. Das sagte sich auch Marleen Janzen aus Neuruppin. Sie fotografierte eine in einer Astgabel hängende, gefrorene Seifenblase. Sie nennt ihr Bild „Der erste Versuch“. Es gehört jetzt zu den zahlreichen Einsendungen zum MAZ-Leserfotowettbewerb „Augenblicke 2018“.

Seit Montag ist die Einsendefrist vorbei. Und vielleicht hat sie ja doch etwas Glück. „Kommt ja immer auch auf die Jury an“, sagt sie, die von „Glücksmomenten“ eigentlich schon eine Menge zu erzählen weiß. Zumindest lautet der Titel ihrer Fotoausstellung so, die seit dieser Woche in der Kyritzer Stadtbibliothek zu sehen ist.

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Marleen Janzens MAZ-Wettbewerbsbeitrag für „Augenblicke 2018“. Quelle: Marleen Janzen

„Einfach Glücksmomente. Ich glaube, jeder von uns kann welche gebrauchen“, sagt die 36-Jährige, die in Kyritz im Bereich des ambulant betreuten Wohnens der Arbeiterwohlfahrt tätig ist. Dort gibt es seit längerem schon eine Fotogruppe. Bis vor einer Weile waren die Fotos nur in den eigenen Räumen und bei der Stephanus-Stiftung in der Kyritzer Werkstatt zu sehen. Dann wagten sie vorigen Herbst den Sprung in die Öffentlichkeit mit einer ersten Ausstellung in der Stadtbibliothek.

Herbststimmung bei Nietwerder. Quelle: Marleen Janzen

Weil diese Einrichtung vielen Menschen die Gelegenheit gibt, ihre Kreationen gleich welcher Art zu präsentieren, nutzte Marleen Janzen nun die Gelegenheit für eine erste eigene Ausstellung. Dafür sei es jetzt auch erst an der Zeit gewesen.

Fotoausstellung trotz Facebook und Instagram

„Ich fotografiere zwar schon immer gerne, aber wirklich damit auseinandergesetzt habe ich mich erst vor etwa gut vier Jahren“, sagt erzählt sie. Mit verlustfreien Raw-Dateien zu arbeiten oder die Lightroom-Verwendung sind für sie seither Standard.

„Das hat eigentlich mal mit einem Workshop begonnen, den ich geschenkt bekam. Vorher wusste ich auch nichts so wirklich über Iso, Verschluss, Blende“, sagt Marleen Janzen, die mittlerweile etliche Fans ihrer Bilder vor allem im Internet bei Facebook und Instagram hat (FullOfDreamsPhotography).

Wie gemalt: Straßenansicht aus Neuruppin. Quelle: Marleen Janzen

Die Fotografie habe ihr seinerzeit auch geholfen, eine Trennung zu bewältigen. Jetzt sei sie ihr Ausgleich zum Alltag, vor allem zum Berufsalltag, in dem sie sich stets um andere Menschen kümmert.

Und weil sich die Anfragen häuften von Menschen, die heiraten, ein Kind bekommen oder andere Momente ihres Lebens im Bild festhalten wollen, meldete Marleen Janzen auch schon ein Nebengewerbe an. „Das komplett zum Beruf zu machen, ist mir aber nichts, denn dann wäre ich ja so einigen Zwängen ausgesetzt, dann muss man permanent abliefern und arbeitet nur unter Druck. Das will ich nicht“, erklärt die Neuruppinerin.

Marleen Janzen setzt vielmehr auf die einzelnen Glücksmomente, die sie beim Fotografieren erlebt. „Das ist mittlerweile wie Meditation für mich.“

In Zeiten von Instagram und Facebook noch herkömmliche Ausstellungen zu organisieren, ist für Marleen Janzen nichts ungewöhnliches. „Ich mag es traditionell. Ich schreibe ja auch noch Postkarten und nicht nur E-Mails“, sagt sie.

Dennoch habe das Internet seinen Reiz. Schließlich folgen ihr bei Facebook fast 2500 Leute. „Ich versuche, jeden Tag ein neues Bild zu posten. Da warten die alle immer schon drauf.“

Marleen Janzen selbst wartet jetzt erstmal auf das MAZ-Leserfoto-Ergebnis. Vielleicht ein weiterer Glücksmoment? Wie dem auch immer sei: Für weitere solcher Momente will sie in Neuruppin sorgen. Dort stellt sie als nächstes aus.

Von Matthias Anke