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Kyritz Ehrenamt öffnet Kirchentüren
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Ehrenamt öffnet Kirchentüren
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12:14 15.11.2018
Ehrenamtliche Helferinnen sorgten über den Sommer dafür, dass die Kyritzer Marienkirche tagsüber für Besucher geöffnet war.
Ehrenamtliche Helferinnen sorgten über den Sommer dafür, dass die Kyritzer Marienkirche tagsüber für Besucher geöffnet war. Quelle: Alexander Beckmann
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Kyritz

Die Runde im Gemeindehaus der evangelischen Kirchen­gemeinde Kyritz war gut gelaunt und gesprächig. Die Damen im Rentenalter hatten sich viel zu erzählen. Schließlich hatten sie monatelang an einem Strang gezogen, ohne sich dabei allzu oft persönlich zu begegnen.

Sie folgten am Mittwoch der Einladung von Pfarrer Daniel Feldmann, der sich bei Kaffee und Kuchen für das Engagement der Ehrenamtlerinnen bedanken wollte. Von April bis Oktober hatten sie als „Kirchenwächterinnen“ maßgeblich dazu beigetragen, dass die Kyritzer Marienkirche tagsüber regelmäßig für Besucher geöffnet war.

Begeistert von der Arbeit

Offene Kirchentüren gab es in Kyritz schon in früheren Jahren. In der Regel versuchte die Gemeinde dies über Beschäftigungsmaßnahmen abzusichern. „Aber es ist eben was anderes, wenn das Leute machen, die sich dafür begeistern“, schätzt Daniel Feldmann ein.

Mit Kerstin Bornstein hatte die Kirchengemeinde eine hauptamtliche Hilfe. Sie koordinierte den Einsatz von Jutta Hentschel, Rita Hagedorn, Ilona Ahlrep, Waltraut Sommer, Sabine Sittig, Beate Pechstein und Regine Hinghaus. Mindestens von 13 bis 16 Uhr konnten die Kirchentüren dadurch regelmäßig offen gehalten werden – in den Ferien auch mal länger.

Besucher sogar aus den Niederlanden und aus Großbritannien

Den Helfern machte die Arbeit offenbar Spaß. Am Mittwoch hatten sie jedenfalls eine Menge zu erzählen. „Als es so heiß war, war die Kirche bestimmt einer der angenehmsten Orte in der Stadt“, hieß es. Oder: „Ich finde es da auch für mich selber zum Runterkommen wunderschön.“

Langeweile war jedenfalls kein Problem. Die „Kirchenwächterinnen“ erlebten unzählige Begegnungen und Gespräche. „Manchmal standen die Leute schon da und haben gewartet.“ Und: „In der Ferienzeit hatten wir viele Familien mit Kindern.“ Eine Menge Touristen waren dabei – bis aus den Niederlanden, Großbritannien und der Schweiz. Aber auch ehemalige Kyritzer auf der Suche nach Erinnerungen kamen und sogar Menschen, die vor über 70 Jahren als Kriegsflüchtlinge durch die Stadt gezogen waren. „Manche sind durch Zufall in die Kirche gekommen und haben einfach Ruhe gesucht.“ „Viele waren erstaunt, wie die Kirche von innen aussieht.“

Weitere ehrenamtliche Unterstützer sind willkommen

Daniel Feldmann gesteht, dass er die Idee von Pfarrerin Anna Hellmich anfangs eher skeptisch sah. „Aber dann hat das so toll funktioniert.“ 3421 Besucher habe man gezählt. „Das ist ein traumhaftes Ergebnis. Das hatten wir nie erwartet.“

„Wir wollen versuchen, das im kommenden Jahr fortzusetzen“, kündigt der Pfarrer an. Weitere ehrenamtliche Unterstützer seien jederzeit willkommen.

Von Alexander Beckmann