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Kyritz Auf ein Neues rund um die Knatterstadt!
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Auf ein Neues rund um die Knatterstadt!
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17:04 01.01.2019
Feuerwerk über der Kyritzer Innenstadt. Quelle: Matthias Anke
Kyritz

Die Rettungskräfte in und um Kyritz herum dürften den Jahreswechsel 2018/19 in eher guter Erinnerung behalten. Dramatische gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. In der Rettungsstelle des Kyritzer Klinikums ist am Neujahrstag von einer „ganz normalen Nacht“ die Rede. Dazu gehörte auch, dass mal ein Betrunkener, der gestürzt war, versorgt werden musste.

Wie aus Polizeikreisen weiterhin zu erfahren war, gab es dieses Mal augenscheinlich viele Reste von Feuerwerkskörpern auf den Straßen, die noch brannten und teils gelöscht werden mussten. Dies sei in allen Fällen ohne Hilfe der Feuerwehr möglich gewesen, ebenso als eine brennende Mülltonne in der Innenstadt entdeckt wurde.

Steffi Hoffmann, Angeli Bußacker, Mario Wettstädt und Vanessa Juche (v.l.n.r.) beim Feiern in Kyritz Quelle: Matthias Anke

„Es gab keine Feuerwehreinsätze im Kyritzer Stadtgebiet“, bestätigt dies Olaf Lehmann. Ebenso gab es von den Nachbarn aus Wusterhausen oder aus dem Amtsgebiet Neustadt nichts Schwerwiegendes zu vermelden oder eben wie in Wusterhausen gar keinen Einsatz.

Und auch ansonsten habe sich im polizeilichen Einsatzgeschehen nichts Außergewöhnliches zugetragen. „Wie üblich an Silvester gab es einige Kleinigkeiten mit unter Alkohol stehenden Personen und Schlägereien, aber alles noch im Rahmen“, hieß es.

Dutzende „Polenböller“ in Metzelthin beschlagnahmt

Was allerdings offensichtlich deutlich zugenommen haben dürfte, war die Böllerei mit illegalen Kanonenschlägen, landläufig Polenböller genannt. Derart heftige Knaller gab es in Kyritz in der Häufigkeit und Intensität in den Vorjahren nicht. Doch bei der Polizeidirektion Nord in Neuruppin kam das nicht an. Seitens der Beamten konnte das am Neujahrstag so zumindest auch für andere Gegenden des Landkreises nicht bestätigt werden. „Nahezu nicht existent“, hieß es mit Blick auf das entsprechende Anzeigenaufkommen. Darin jedoch gewinnt ein Fall um so mehr an Gewicht, bei dem die Polizei in Metzelthin 74 sogenannter Polenböller beschlagnahmte.

Gegen 21.30 Uhr wurde in der Metzelthiner Dorfstraße eine Personengruppe, bestehend aus Erwachsenen und drei Kindern im Alter von sieben bis acht Jahren, aus einer anderen Personengruppe heraus mit Böllern beworfen. Die Leute blieben unverletzt und informierten dennoch die Polizei. Die Beamten fanden dann drei Tatverdächtige im Alter von 22 bis 27 Jahren. Zu dem Vorfall wollten sie sich laut Polizei zwar nicht äußern. Aber: Zusammen mit den bei ihnen gefundenen 74 illegalen Böllern genügt es für Ermittlungen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und des ­Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Enrico Jahnke beim Saubermachen in Kyritz. Quelle: Matthias Anke

Ob und in welchem Umfang mit Feuerwerk, das in Deutschland als verboten gilt, in der Region ansonsten hantiert wurde, bleibt unklar. Genug Müll gab es am Neujahrstag auf jeden Fall zu beseitigen. Und da machten sich augenscheinlich viele schon am frühen Morgen ans Werk. Klar: Laut Stadtsatzung muss derjenige, der Straßen und Gehwege verschmutzt, diese auch wieder reinigen – oder beauftragt andere damit.

Wie Enrico Jahnke etwa. Er kümmerte sich am Neujahrstag um die Sauberkeit vor gleich Dutzenden Innenstadtgrundstücken. „Ich mache das seit Jahren gerne, und in der Regel tut man mir dafür auch immer was Gutes“, sagt der 43-Jährige. Dass ihn viele kennen und er eben auch sie, liegt an seinem eigentlichen Job: Der Mann arbeitet für die Turbo-Post.

Silvesterschaden? Eine der normalerweise unkaputtbaren Scheiben über einem der Strahler, die das Rathaus anleuchten. Quelle: Matthias Anke

Das genaue Schadensausmaß in der Region wird erfahrungsgemäß erst in den kommenden Tagen feststehen. Eine Reparatur auf dem Marktplatz ist aber jetzt schon fällig: Anstelle eines normalerweise unkaputtbaren Glases über einem der Strahler im Boden, die das Rathaus anleuchten, klafft ein Loch.

Und dann könnte sich auch die Polizeibilanz zur Silvesternacht noch verändern, wie Hannes Tolander von der Polizeiinspektion Ostprignitz-Ruppin informiert: „Die Erfahrung sagt, dass viele Bürger die Opfer einer Straftat im Zusammenhang mit Silvester geworden sind, etwas Zeit benötigen um den Sachverhalt anzuzeigen.“

Von Matthias Anke

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