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Kyritz Brennerei-Sanierung wird 2,5 Millionen Euro teurer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Brennerei-Sanierung wird 2,5 Millionen Euro teurer
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11:34 16.08.2019
Die Kosten für die Sanierung der ehemaligen Brennerei im Klosterviertel Kyritz erhöhen sich um 2,5 Millionen Euro. Quelle: Sandra Bels
Kyritz

Die Sanierung der ehemaligen Brennerei im Klosterviertel Kyritz wird nach neuesten Kostenschätzungen gut 2,5 Millionen Euro teuerer werden als ursprünglich geplant. Architekt Gerald Kühn-von Kaehne stellte den aktuellen Planungsstand am Donnerstagabend den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaft der Kyritzer Stadtverordnetenversammlung vor. Er sagte, dass der Bauantrag für die Sanierung der Brennerei kurz vor der Genehmigung stehe und legte den Baubeginn in den Herbst.

Wenig Verwunderung im Bauausschuss

Die drastische Erhöhung der Kosten sorgte nur bei wenigen Ausschussmitgliedern für Erstaunen oder gar Überraschung. Das hätten sie sich von Anfang an gedacht, sagten zum Beispiel der Vorsitzende Konstantin Normann (CDU), sein Stellvertreter Thomas Michaelis (SPD), Bernd Brandenburg (Grüne) und Bernd Lehmann (CDU) als sachkundige Einwohner. Lehmann sagte, dass die Stadt von Anfang an mit einer Erhöhung hätte planen müssen.

„Das war doch vorherzusehen, dass es ein anspruchsvolles Projekt wird“, so Torsten Gerloff (Kyritz Land). Tatsächlich war schon im Oktober 2017 klar, dass der Baugrund der Brennerei den künftigen Anforderungen nicht genügen wird.

Architekt Gerald Kühn-von Kaehne erklärte, warum die Kosten gestiegen sind. Quelle: Sandra Bels

Architekt erklärt die Kostenerhöhung

Gerald Kühn-von Kaehne erklärte, warum die ursprünglich geplanten Kosten von 2 055 000 Euro (Stand März 2018) so gestiegen sind und zwar auf knapp 4,5 Millionen Euro. Nach dem Hinzuziehen von Baufachplanern, die bei der ersten Kostenschätzung noch nicht dabei waren, haben sich einige unvorhersehbare Probleme ergeben. Demnach sei der Untergrund der Brennerei und künftigen Bibliothek nicht ausreichend für die Last. Fünf Kilonewton werden gebraucht. Deshalb muss das Gebäude in Abschnitten unterfangen werden.

Fußboden wird abgesenkt

Darüber hinaus ist vorgesehen, den Fußboden um 30 Zentimeter abzusenken, da sonst die erforderliche Raumhöhe in den einzelnen Etagen nicht erreicht wird. Beides schlage mit gut 260 000 Euro zu Buche, so Kühn-von Kaehne. Die Arbeiten müssen archäologisch begleitet werden, weil sich in dem diesem Bereich ein Stück der alten Stadtoberfläche befindet.

Als zweites Problem bezeichnete Kühn-von Kaehne das Schichtenwasser. Es könnte auf die Unterkellerung drücken, wenn es stark und andauern regnet. „Wir haben aber gute Lösungen gefunden, um diesen Bereich abzudichten“, so der Architekt. Sie kosten knappe 100 000 Euro.

Geschossdecken werden erneuert

Weiterhin müssen die Geschossdecken komplett ausgetauscht werden, weil sie vom Schwamm befallen und für die Last nicht geeignet sind. Eine Betondecke wäre zu schwer, weshalb Decken aus Ziegeln mit einer dünnen und leichteren Betonschicht gebaut werden. Kosten: etwa 100 000 Euro.

Allein die technische Gebäudeausrüstung wird etwa 900 000 Euro kosten. Für Möblierung und akustische Maßnahmen in jedem Raum kommen noch einmal 700 000 Euro dazu.

Jeder Quadratmeter wird genutzt

„Das Gebäude ist dann aber bis auf den letzen Quadratmeter ausgenutzt“, so Kühn-von Kaehne. Ins Erdgeschoss soll später die Kinder- und Jugendbibliothek einziehen. Das Obergeschoss beherbergt eine Halle mit Bücherregalen, Leselounge, Erwachsenenbibliothek und Arbeitsplätzen. Ins Dach ziehen die Büroräume ein und es wird einen Kreativraum für Jugendliche geben sowie ein Magazin zum Beispiel für die Lagerung von Stühlen. In den Keller kommt sämtliche Technik für Heizung und Elektro. Außerdem werden sich dort später die Garderoben und der Sanitärbereich befinden.

Jeder Quadratmeter des Gebäudes wird später genutzt. Quelle: Sandra Bels

Die Ausschussmitglieder fragten, wie die Mehrkosten gedeckt werden können. Darüber informierte Lutz Hafner von der Stadtsanierungsgesellschaft Ews. 3,1 Millionen fördern Bund und Land über verschiedene Programme. Nicht förderfähig ist die Ausstattung und Möblierung der Bibliothek. Die muss die Stadt selbst bezahlen. Sie zählt zum Eigenanteil von 1,4 Millionen, für den seit ein paar Jahren und noch bis 2022 so genannte Bauherrenanteile in den städtischen Haushalt eingeplant werden.

Land will Mehrkosten fördern

Laut Hafner gebe es zudem eine Information vom Land, das zusichert, dass alles, was die Bibliothek mehr kostet, über den Fonds städtebaulicher Denkmalschutz gefördert werden kann.

Wie es jetzt weiter geht, wollten die Ausschussmitglieder wissen. Kühn-von Kaehne sagte dazu, dass die Ausschreibungen für das Unterfangen, Abdichten, den Rohbau und die Zimmerarbeiten derzeit vorbereitet werden. Bis Ende des Jahres sollen dann alle anderen Ausschreibungen fertig sein. „Wir gehen dann Anfang des Jahres damit auf den Markt“, so Kühn-von Kaehne. Er erhofft sich davon bessere Preise.

Von Sandra Bels

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