Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kyritz Nicht nur in den „unterversorgten Dörfern“ wird das Internet bald schneller
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Nicht nur in den „unterversorgten Dörfern“ wird das Internet bald schneller
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:15 30.07.2019
Das Plakat auf diesem Verteilerkasten in Kyritz besagt: „Ich stehe (hier) für schnelles Internet.“ Doch nur wenige Straßen weiter kommt davon nichts an. Noch nicht. Quelle: Matthias Anke
Kyritz

Landrat Ralf Reinhardt will diesen Mittwoch in Neuruppin über den Baustart für den Breitbandausbau in Ostprignitz-Ruppin informieren. Gespannt dürften auf die Ausführungen nicht nur Bewohner bisher mit Internet nicht ausreichend versorgter Dörfer sein. Auch manche Straßenzüge in Städten sollen besser erschlossen werden, ebenso das Glasfaserkabel bis vor die Haustüre verlegt bekommen.

Das bestätigt die Telekom auf MAZ-Nachfrage. Demnach gibt es punktuell auch in manchen Städten Areale, die eine geringere Datenrate als 30 Megabit je Sekunde erreichen, damit quasi ebenso als unterversorgt gelten.

Drahtloses Internet nicht immer die Lösung

„Bei uns im Vogelkirschenweg ist es noch langsamer als auf den Dörfern. Hier kommen nur 1,2 Mbit an“, beklagt sich beispielsweise Herbert Brandt. Er wohnt in der vergleichsweise noch recht neuen Kyritzer Eigenheimsiedlung „Alt und Jung“.

Während Nachbarn Drahtlos mit dem World Wide Web verbunden sind, helfe Brandt das nicht weiter. „Auf Funk kann ich nicht umsteigen, da ich drei Festenetzrufnummern benötige“, erklärt er: neben seiner Privatnummer eine als Versicherungsvertreter und eine als Kontaktmann des Opferschutzvereins „Weisser Ring“.

Sechs Stunden für ein Update

Unweit von Brandts Haus entfernt gibt es mittels Kupferkabeln bereits Verbindungen zur nächstgelegenen Glasfaserleitung. Auf einem Schaltkasten der Telekom an der Wittstocker Straße/Ecke Schönermarkstraße erläutert sogar eine Plakatgrafik diese Anschlüsse.

„Doch es wurden mehrere Straßen vergessen: der Rotdornweg, Vogelkirschenweg, Feldahornweg, der halbe Ebereschenweg und Teile des Eichenweges“, sagt Herbert Brandt: „Letzte Woche wollte ich ein Update für mein Navi runterladen, dazu habe ich sechs Stunden benötigt. Da ich das nicht unterbrechen sollte, musste ich mehrere Versicherungskunden wegschicken. Ohne Internet komme ich ja nicht ins Bearbeitungssystem.“

Neben ganzen Dörfern sollen auch einzelne unterversorgte Straßenzüge in Städten wie hier in Kyritz für schnelleres Internet weiter erschlossen werden. Im Bild ein Teil des Eichenweges. Dieser und einige Nachbarstraßen verfügen über nur sehr schwaches kabelgebundenes Internet. Quelle: Matthias Anke

Auf seine Not machte Brandt jahrelang schon alle möglichen Stellen aufmerksam. Jetzt aber scheint Licht am Ende der Leitung – für so viele Orte. Der Breitbandatlas des Bundes weist beispielsweise auch für die Kyritzer Siedlung Blechernhahn eine nur schwache Datenrate via Kabel aus, ebenso fürs Gewerbegebiet Leddiner Weg.

Bliebe der Funk als Variante. Doch welche Probleme damit verbunden sein können und an welche Grenzen dies stößt, war unlängst erst im Dreetzer Gemeindegebiet Thema. Erkenntnis dort: Bei schlechtem Wetter mitunter gar kein Netz. Das soll sich dort wie andernorts nun ändern mit der Glasfaser, die weit mehr schafft als Kupfer.

Glasfaserausbau in dieser Größenordnung ein Novum in Brandenburg

„Es wird zwar nicht alles gleichzeitig losgehen, aber in den nächsten 36 Monaten passiert ganz viel“, erklärt Christian Stern, bei der Telekom Regionalmanager für Infrastrukturfragen. Wenn es so weit ist, würden es die Leute jeweils mitbekommen, weil die Leitungen über die Grundstücke geführt werden müssen und das dann Nutzungsvereinbarungen erfordere.

Dass der Ausbau mit Glasfaserkabeln in dieser Größenordnung startet, sei ein Novum. „Die Ostprignitz-Ruppiner sind die ersten im Land Brandenburg, die das so machen“, sagt Christian Stern: „Der Landrat hat sich da gut durchgeboxt, um das so hinzubekommen.“

Viel Zeit verstrich wegen Änderung des Fördergeldantrags

Der Weg bis hierher hatte schließlich seine zeitintensiven Tücken: Zwar waren schon 18 Millionen Euro Fördergeld vom Bund zugesagt für den Ausbau des Kupferkabel-Netzes. Das aber hätte nur Datenraten von 30 bis 50 Mbits je Sekunde ermöglicht. Nun wird auf die Glasfaser bis zur Haustür gesetzt mit Geschwindigkeiten bis zu einem Gigabyte je Sekunde. Dazu musste der Fördergeldantrag geändert werden und der Bund zustimmen. Das geschah erst im März.

Nun werden die 38 Millionen Euro teuren Arbeiten in OPR mit rund 22,8 Millionen gefördert. Und der Startschuss naht.

Von Matthias Anke

Der Seglerverein Untersee Kyritz brachte gerade noch pünktlich zum diesjährigen Trainigslager zwei Optimist-Jollen zu Wasser. 16 Kinder und Jugendliche erhalten damit bessere Übungsbedingungen. Was Alexa und Siri damit zu tun haben?.

29.07.2019

Die Insel im Kyritzer Untersee hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verändert. Die einst leicht verwilderte Anlage wirkt nach umfangreichen Bauarbeiten wie ein Park. In drei Wochen sollen die Bauleute abziehen.

29.07.2019

Die jahrelange Niedrigzinsphase macht auch der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin zu schaffen. Die Bank will deshalb das bisherige Prämiensparmodell aufgeben – und Sparer mit einer Prämie zu einem neuen individuellen Angebot locken.

28.07.2019