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Kyritz Solarparkpläne für altes Flüchtlingsheimgelände am Rehfelder Weg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Solarparkpläne für altes Flüchtlingsheimgelände am Rehfelder Weg
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13:09 29.10.2019
Die Einfahrt zum Areal mit der früheren Asylbewerberunterkunft am Rehfelder Weg in Kyritz zeigt heute: Viel Gras ist über diese Geschichte schon gewachsen. Quelle: Matthias Anke
Kyritz

Wie schnell Gras über so manche Geschichte wächst, wird am Rehfelder Weg in Kyritz deutlich. Am Ortsausgang erinnert heute nichts mehr daran, wie dort 1992 Bungalows errichtet wurden als Unterkünfte für etwa 140 Asylbewerber.

Vor zehn Jahren wurde die Anlage zurückgebaut. Jetzt soll auf dem verwilderten Areal eine Photovoltaikanlage errichtet werden.

Neuer B-Plan und Änderung des Flächennutzungsplans notwendig

Damit die Firma „Deg Sonne und Wärme“ aus Nordrhein-Westfalen auf der 2,5 Hektar großen Fläche aktiv werden kann, bedarf es eines Bebauungsplanes. Alle damit verbundenen Kosten sollen vom Unternehmen übernommen werden, heißt es in der Beschlussvorlage, mit der sich am Montagabend die Mitglieder des Bau- und Wirtschaftsausschusses beschäftigten.

Demnach wird auch der Flächennutzungsplan (FNP) an dieser Stelle verändert werden müssen. Bislang weist er eine „Grünfläche mit der Zweckbestimmung Kleingärten“ aus.

Die Ausschussmitglieder empfahlen den Stadtverordneten, dieses Vorhaben zu bewilligen – jedoch nicht ganz ohne Diskussion.

Biogasanlage wurde einst ebenso befürwortet und dann doch abgelehnt

Zudem gab es vor etlichen Jahren schon einmal Pläne für dieses Areal, die erst befürwortet und dann jedoch von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt wurden: Pläne für eine Biogasanlage.

Nachdem der Landkreis als Eigentümer der Einrichtung die Wohncontainer im Jahr 2009 samt des stattlichen Sicherheitszauns demontieren ließ, sollte die Fläche wieder als Acker genutzt werden. So forderte die Stadt seinerzeit den Verkauf als Ackerland, da laut des FNP an dieser Stelle ohnehin niemals hätte gebaut werden dürfen.

Im Jahr 2010 aber meldete sich ein Investor bei der Stadt, der auf dem Gelände des ehemaligen Asylbewerberheimes eine Biogasanlage errichten wollte. Das gesamte Neubaugebiet mit Abwärme zu versorgen, war das Ziel.

Auch hierfür sollte ein B-Plan her. Am Ende jedoch entschieden sich die Stadtverordneten dagegen. Tenor: Es gibt schon genug Biogasanlagen in der Region. Dazu wurde übermäßiger Maisanbau kritisiert.

Bedenken auch gegen Photovoltaik-Vorhaben

Und nun die Sonnenenergie? Kerstin Franz gab als sachkundige Einwohnerin zu Bedenken, „Flächen nicht einfach so wegzugeben“. Doch das liege nicht im Ermessen der Stadt, sagte Bürgermeisterin Nora Görke. „Es ist nicht unsere Fläche.“ Und: „Das Gebiet ist vorgeprägt. Es gibt dort schon eine gewisse Versiegelung.“

Anette Bock, ebenfalls Sachkundige, merkte an: „Vielleicht findet sich aber doch eine andere Nutzung?“ Konstantin Normann, der Ausschussvorsitzende, ergänzte: „Kyritz hat doch auch einen hohen Bedarf an Einfamilienhäusern.“

Weitere Anträge ähnlicher Art in Sicht

Die Bauamtsleiterin Katharina Iredi wies darauf hin, dass noch weitere Anträge ähnlicher Art der Stadt bevorstehen. „Vielleicht sollte man dazu mal eine Grundsatzaussage treffen?“

Schlussendlich befassen sich nun als nächstes die Mitglieder des Hauptausschusses bei ihrer Sitzung am Dienstag, 12. November, mit diesem Thema, ehe die Stadtverordneten am Mittwoch, 27. November, eine endgültige Entscheidung in dieser Sache treffen.

Von Matthias Anke

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