Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kyritz Sommervergnügen im Borker Ferienlager
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Sommervergnügen im Borker Ferienlager
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:27 27.06.2019
Die Ferienlagerkinder haben den Borker See direkt vor der Tür. Quelle: André Reichel
Bork

Kinder und Jugendliche haben vielerlei Möglichkeiten, die Sommerferienzeit zu verbringen. Manche fahren mit ihren Eltern in den Urlaub, andere wiederum bleiben einfach nur zu Hause. In Bork jedoch gibt es eine weitere Möglichkeit, denn dort gibt es noch ein Ferienlager, von denen in der DDR einstmals gut 7000 existierten.

Nun wieder Kinderlachen im Ferienlager

Seit Sommerferienbeginn ist wieder Leben ins alte Borker Ferienlager am Rande des idyllischen Runddorfes eingekehrt. Gut 70 Kinder verbringen dort derzeit zwei spannende und abwechslungsreiche Wochen. Im ersten von insgesamt drei Durchgängen werden sie von einem altbewährten Team rund um die Uhr betreut.

Das Ferienlager in Bork bei Kyritz gehört zu den wenigen im Land, die noch im Betrieb sind. Nun hat dort die neue Saison begonnen.

Zu den „alten Hasen“, die auch die Ferienlagerleitung übernommen haben, gehört Ronny Leßmann aus Wusterhausen und Philip Krüger aus Potsdam. Erstmals besteht die Leitung aus drei Leuten. Der dritte im Bunde ist im ersten Durchgang der ehemalige Kyritzer Dennis Kanter, der nun in der Schweiz lebt und eigens seinen Urlaub für diese Aktion nimmt, wie die anderen auch.

Das Borker Ferienlager gehört zu rund 20 verbliebenen, die auch tatsächlich noch rein als solches genutzt werden. Auf den ersten Blick hat sich in den letzten 43 Jahren dort nur wenig verändert und genau dies macht auch den Charme dieses Objektes aus. „Von den meisten Kindern, die zu uns kommen, waren schon die Eltern hier im Ferienlager“, berichtet Ronny Leßmann, dessen Onkel zu DDR-Zeiten in Bork viele Jahre Betreuer und Ferienlagerleiter war, wie er nun auch.

Auf dem Weg zum Badestrand. Quelle: André Reichel

Philip Krüger hat sich von seiner Mutter vom „Ferienlagerfieber“ anstecken lassen, die ebenfalls schon damals das Lager leitete und im dritten Durchgang dieser Saison wiederum zur Leitung gehören wird. An mehreren Wochenenden vor den großen Ferien hatte die Betreuergruppe auf dem Gelände klar Schiff gemacht. Weil ihr Hausmeister kurzfristig krank wurde, hatten sie diesmal besonders viel zu tun.

Schon viel früher, zu Jahresbeginn, stand aber das gesamte Programm. Altbewährtes, wie das Neptunfest, die Nachtwanderung und vieles andere mehr, wird die Kinderherzen höher schlagen lassen. „Auch bei den Kindern, die schon öfters hier waren, kommt da keine Langeweile auf, im Gegenteil, sie lieben es“, versichert Philip Krüger.

Altbewährtes hat sich bewahrt

Viele Programmpunkte, die den Kindern während der drei Durchgänge geboten werden, stammen noch aus Anfangstagen. In Handbüchern aus DDR-Zeiten, die noch immer in der Schublade des Ferienlagerleiterbüros liegen, sowie aus dem Erfahrungsschatz der Ferienlagerbetreuer und -leiter von einst, ziehen die heutigen Betreuer wertvolle Informationen und Tipps.

„Viel besser als damals, kann man ein Ferienlager einfach nicht mehr machen, wir haben lediglich das Politische aus dem Programm herausgestrichen und es verfeinert“, berichtet Ronny Leßmann.

Zoo-Besuch in Schwerin

Letztenendes zog aber auch in Bork eine neue Zeit ein. In Küche und Bad, sowie bei den Betten gab es seit her natürlich immer wieder Erneuerungen. Und so werden den Kindern nun auch Programmpunkte geboten, die es damals nicht gab.

Das Betreuerteam des ersten Durchgangs. Quelle: André Reichel

Am Dienstag fuhren sie beispielsweise mit einem klimatisierten Bus nach Schwerin und besuchten dort den Zoo. Die Waldschule aus dem benachbarten Karnzow kommt zu Besuch und auch die Polizei hatte schon auf unterhaltsame Art Aufklärungsarbeit, beispielsweise in Sachen Cybermobbing geleistet.

Was genau den Reiz des Ferienlagerlebens ausmacht, dafür vermag nicht jeder Betreuer und so manches Kind ohne Weiteres die richtigen Worte finden. Doch allen gemein ist die Liebe zu diesem Objekt, in dem nicht nur optisch so vieles so ist wie einst. Der alte, heute verloren gegangene Gemeinschaftssinn von einst, lebt dort wieder auf, wenn auch nur auf Zeit.

Die Kinder kommen immer wieder gern nach Bork

Damals wie heute schmieden die Kinder in Bork Freundschaften, die oftmals die Sommerferienzeit überdauert. Viele Mädchen und Jungen kommen jahrelang, um ihre Freunde wieder zu sehen.

Amelie Ritter und Leonie Dolch waren schon oft in dem Ferienlager. Quelle: André Reichel

Und wenn sie eines Tages zu alt fürs Ferienlager werden, wie Amelie Ritter aus Wittstock und Leonie Dolch aus Neuruppin, kommt Wehmut auf. Die beiden 15-jährigen Mädchen sind schon das siebente, beziehungsweise achte Mal im Ferienlager Bork und wissen, dass es diesmal in zwei Wochen ein Abschied für immer sein wird.

Jedenfalls werden sie nicht mehr als Ferienlagerkind nach Bork kommen können. „Ich könnte mit aber sehr gut vorstellen, später als Betreuer wieder zu kommen“, sagten beide Mädchen wie aus einem Munde. Viele vor ihnen hatten den gleichen Gedanken und machten diesen auch wahr. „Etliche Betreuer in unseren Reihen waren vorher auch schon als Kind hier im Borker Ferienlager“, erklärt Ronny Leßmann.

Das RBB-Fernsehen drehte im Ferienlager

Auch das RBB-Fernsehen interessierte sich für das Borker Ferienlager und all die Geschichten, die daran hängen. Am Montag war ein Filmteam vor Ort und begleitete die Kinder und deren Betreuer fast einen ganzen Tag lang. Dabei kamen Leute zu Wort, die zu DDR-Zeiten dieses Ferienlager besuchten und auch die Betreuer von heute versuchten zu erklären, was für sie der Zauber von Bork ausmacht.

Fest steht, die Kinder haben ihren Spaß. Sie können in der jetzigen Sommerhitze Abkühlung im nahe gelegenen Borker See finden und am Strand Kleckerburgen bauen. Auf dem Gelände des Ferienlagers gibt es ebenfalls unzählige Möglichkeiten, die Freizeit zu verbringen. Mobiltelefone sind bis auf wenige Ausnahmen tabu. „Spätestens am zweiten Tag vermisst niemand mehr sein Handy“, versichert Ronny Leßmann.

Nudeln mit Tomatensoße gibt es auch

Gekocht wird, wie einst auch, in der Ferienlagerküche. Viele Essenswünsche werden erfüllt und selbstverständlich fehlen Klassiker wie Nudeln mit Tomatensoße nicht auf dem Speiseplan. Im Essensaal findet auch die Disco statt und der eine oder andere Filmabend. Noch viele lieber aber beschäftigen sich die Kinder an der frischen Luft mit allerlei Spielen.

Einfach nur mal so rumzuhängen und zu quatschen macht ja bekanntlich auch richtig viel Spaß. Wenn in zwei Wochen die Reisetaschen gepackt werden, wird es mit Sicherheit Tränen geben. Doch mit Blick auf die kommenden Sommerferien lässt sich der Abschiedsschmerz aushalten, denn dann gibt für viele von ihnen ein Wiedersehen.

Von André Reichel

Ein 32 Jahre alter, alkoholisierter Mann hat in Kyritz Polizisten angegriffen und Sanitätern gedroht. Der Mann war offenbar sauer darüber, dass Rettungskräfte ihn zunächst nicht behandelt hatten.

26.06.2019

Der Wochenmarkt wird wegen des bevorstehenden Stadtfestes in Kyritz am Freitag verlegt. Die Verkaufsstände stehen ausnahmsweise auf dem Parkplatz der ehemaligen Kaufhalle Mitte. Außerdem gibt es Verkehrseinschränkungen.

29.06.2019

Wegen eines Rohrbruchs musste die Kyritzer Inselgaststätte am Sonntag geschlossen bleiben. Zwar ist der Schaden inzwischen behoben, jedoch blieb viel Arbeit unerledigt. Erst am Freitag wird wieder geöffnet sein.

25.06.2019