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Kyritz Ungenutzte Wasserreserven im Kyritzer Obersee
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Ungenutzte Wasserreserven im Kyritzer Obersee
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07:46 06.07.2019
Im Mühlengraben unterhalb von Sieversdorf sollte der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Dosse-Jäglitz Gernot Elftmann eigentlich bis zur Hüfte im Wasser stehen. Quelle: Alexander Beckmann
Kampehl/Stolpe

Der Regen will einfach nicht kommen. Vor allem die Landwirte machen sich Sorgen.

Allerdings trafen nicht alle Befürchtungen ein. Die Gerstenernte sei sehr unterschiedlich ausgefallen, berichtet die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes OPR Maria Mundry. Alles in allem seien die Bauern damit noch mittelmäßig zufrieden. Etwas Regen habe das Frühjahr ja gebracht.

„Spannend wird es jetzt beim ganzen Rest“, sagt Maria Mundry. „Auf jeden Fall fehlt es seit dem vergangenen Jahr massiv an Wasser.“ Der Boden sei stellenweise extrem trocken. „Zur Zeit sieht es so aus, dass es vor allem für die Viehhaltung sehr schwierig wird. Die letzten Futterreserven sind jetzt wirklich weg.“

Speicherkapazität wird nur teilweise genutzt

„Viele Gräben, sie sonst immer Wasser führen, sind trocken“, bestätigt Gernot Elftmann als Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Dosse-Jäglitz. Er betont aber auch, dass das nicht unbedingt so sein müsste. „Wir könnten zumindest in dem Gebiet helfen, das vom Obersee versorgt wird.“

Ende der 1970er Jahre war der See per Staudamm zum Speicher für die Dosse umgestaltet worden. Über rund 400 Kilometer kleinere Flussläufe und Gräben versorgt er 12.000 Hektar im Gebiet des Wasser- und Bodenverbandes – zwischen Wusterhausen, Rhinow und Sophiendorf.

Allerdings wird die Kapazität des Obersees schon lange nicht mehr voll ausgeschöpft. Während er zu DDR-Zeiten bei Bedarf um bis zu sechs Meter abgelassen wurde, sind seit den 1990er Jahren nur noch Pegelschwankungen von maximal zwei Metern zulässig.

Entscheidung für Ökologie und Tourismus

Wenn das Wetter so bleibt, ist diese Grenze am 22. Juni erreicht, weiß Gernot Elftmann. Ausnahmsweise darf in diesem Jahr noch ein halber Meter mehr abgelassen werden, weil für den Herbst die Erneuerung der Dammdrainage geplant ist. Die Äcker bräuchten aber noch mehr Wasser.

„Die Anfragen der Landwirte kommen“, berichtet Elftmann. Doch die Bewirtschaftungsrichtlinie des Landes aus den 1990er Jahren begrenzt die zur Verfügung stehenden Reserven. Anlass dafür waren damals ökologische Aspekte und der Tourismus. Der stark schwankende Wasserstand machte der Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen. Außerdem schränkte er die Attraktivität der gesamten Kyritzer Seenkette als Erholungsgewässer deutlich ein.

„Der Obersee dient aktuell vor allem dem Hochwasserschutz und dem Mindestabfluss in den Gewässern 1. Ordnung“, erklärt der Verbandsgeschäftsführer. So sorge das Seewasser beispielsweise dafür, dass die Dosse bei Hohenofen stets mindestens einen Kubikmeter Wasser pro Sekunde führt.

Die Extreme ließen sich besser ausgleichen

Doch nun mache die Trockenheit nicht nur der Landwirtschaft zu schaffen, sondern wirke sich auch zunehmend negativ auf die Ökologie der Region aus. „Das ist eine Abwägungsfrage“, findet Gernot Elftmann. „Was ist wichtiger: Der Badespaß oder 12.000 Hektar, die trockenfallen?“ Man könne es nicht allen recht machen.

„Eigentlich müssten wir in der Fläche jetzt Gräben zurückbauen, weil die ja immer für eine Entwässerung sorgen“, sagt Elftmann. „Aber es kommen ja auch wieder feuchte Jahre.“ Und dann sei genau diese Entwässerung gefragt.

Den Klimaprognosen zufolge sollen die Wetterextreme zunehmen. „Mit einer anderen Bewirtschaftung des Obersees könnte man da etwas gegensteuern“, zeigt sich der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes überzeugt. Die Entscheidung darüber müsste die Landespolitik fällen.

Von Alexander Beckmann

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