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Kyritz Die letzten Zeitzeugen an einem Tisch
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18:10 02.01.2019
Deckblatt eines Kalenders mit historischen Stadtansichten von Kyritz aus der Sammlung von Herbert Brandt. Quelle: Privat
Kyritz

Es gibt nicht mehr viele Menschen, die sich an die unmittelbare Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Kyritz und Umgebung erinnern. Und es werden immer weniger. Um so mehr drängt die Zeit, ihr Wissen für die Nachwelt festzuhalten, sagt der Kyritzer Stadthistoriker Herbert Brandt. Seine Idee: ein monatlicher Stammtisch, bei dem sich vielleicht bei Kaffee und Kuchen über genau diese Vergangenheit unterhalten wird.

„Gerade nach 1945 und in den Folgejahren bis 1950 etwa ist so viel passiert, worüber es kaum bis gar keine Aufzeichnungen gibt“, sagt der 76-Jährige vor allem mit Blick auf die Besatzer aus der damaligen Sowjetunion: „Wenn etwas vorhanden war, landete es in Moskau.“ Über den Rest wurde zu DDR-Zeiten geschwiegen.

Herbert Brandt, Kyritzer Stadthistoriker. Quelle: Matthias Anke

Wie schwer es ist, an Dokumente zu gelangen, habe Brandt vor vielen Jahren bei seinen Recherchen nach Suiziden unter der Bevölkerung in der Zeit nach dem Einmarsch der Roten Armee erfahren. Gerade seit der politischen Wende 1989 aber sollte es sich gebessert haben, über das zu sprechen, was jahrzehntelang Tabuthema war.

Treffen erfolgt ohne jeglichen parteipolitischen Hintergrund

„Sicherlich gibt es noch genügend Leute, die darüber reden könnten“, sagt Brandt. Womöglich helfe dabei eine Atmosphäre unter Menschen ähnlicher Generation: „Eine Runde, in der sie offen sprechen können ohne Sorgen zu haben, dass ihnen irgendeine Aussage übel genommen wird oder eine Wertung erfährt. Das soll alles auch ohne irgendeinen parteipolitischem Hintergrund möglich sein.“

Um sich zu Treffen, wäre beispielsweise das Café Schröder geeignet. Vorstellbar wären aber auch andere Orte. Kommen könnten auch all jene, die nicht unbedingt persönlich als Zeitzeugen gelten, sondern mit ihrem Wissen beitragen können, das sie von Verwandten wie Eltern oder Bekannten vermittelt bekommen haben.

Auch ehemalige Kyritzer sollen sich dazugesellen

Erfreulich wäre es laut dem Stadthistoriker, wenn sich an bestimmten Terminen auch ehemalige Kyritzer dazugesellen, wie Brandt beispielsweise mit Blick auf Leute wie den in Halle lebenden Heinz Neumann sagt. Dieser sorgt mit seinen Erinnerungen regelmäßig schon via Internet, wo er sie bei Facebook teilt, für erstaunte Reaktionen.

Um abzuschätzen, wie groß das Interesse an diesem speziellen Zeitzeugenstammtisch ist, könne man sich jetzt bei Herbert Brandt unter 033971/5 37 60 melden. Ein erster Termin samt Ort ließen sich dann noch in diesem Monat bekanntgegeben. Das erste Treffen wäre im Februar vorstellbar.

Von Matthias Anke

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