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Kyritz „Sterntaler“ bringt Fernseher für Obdachlosenunterkunft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz „Sterntaler“ bringt Fernseher für Obdachlosenunterkunft
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08:59 06.02.2020
Am Mittwoch kamen die acht Geräte in der Obdachlosenunterkunft in Groß Pankow an. Quelle: Alexander Beckmann
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Groß Pankow/Kyritz

Allzu viel unternehmen können die Bewohner der Obdachlosenunterkunft der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Prignitz in Groß Pankow nicht. Aber: „Das ist nicht so, dass unsere Bewohner hier nur schlafen“, versichert Mitarbeiterin Dietra Schwarz. „Sie machen Hausarbeit und Gartenarbeit auf dem Grundstück. Das muss ja alles in Ordnung gehalten werden.“

Trotzdem sind die Abende lang und so ist jede Abwechslung willkommen. Dafür sorgen nun auch Spenden von Lesern der Kyritzer MAZ-Lokalausgabe. Mit ihrer Hilfe konnte die Aktion „Sterntaler“ der MAZ, der Volkssolidarität Kyritz und der Sparkasse OPR jetzt acht Fernsehgeräte im Wert von knapp 1880 Euro für die Unterkunft beschaffen.

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Zeitgemäße Technik ersetzt Elektroschrott

Damit sah es dort bisher nämlich mau aus. Zwei, drei Uraltröhren sorgten in dem Haus mit seinen Zwei- bis Vier-Bett-Zimmern mehr schlecht als recht für die Verbindung zur Außenwelt. Zeitgemäße Flachbildschirme stellen nun Ersatz.

Funktioniert auf Anhieb. Dietra Schwarz (l.) und Heike Arnoldt von der Arbeiterwohlfahrt Prignitz freuen sich. Quelle: Alexander Beckmann

Zum Hotel wird die Unterkunft damit noch lange nicht. „Die Leute kommen hier im Prinzip mit dem an, was sie tragen können“, erklärt Dietra Schwarz. Für mehr sei gar kein Platz. Man biete ihnen Bett und Schrank, Zugang zu Küche und Sanitäranlagen. „Wir arbeiten nach dem Sparsamkeitsprinzip. Die Unterbringung von Obdachlosen ist ja eine Pflichtaufgabe der Kommunen. Luxus ist da nicht drin.“

Seit zehn Jahren in Groß Pankow

Immerhin: Bis vor etwa zehn Jahren diente ein ehemaliges Militärobjekt in Steffenshagen als Obdachlosenunterkunft. Da ist das Wohnhaus am Ortsrand von Groß Pankow trotz der Minimalausstattung ein deutlicher Fortschritt.

Vor allem Prignitzer Kommunen von Gumtow bis Wittenberge und Meyenburg teilen sich die Kosten. Zudem ist die Stadt Kyritz aus dem Landkreis OPR mit im Boot.

Groß Pankow ist Zuflucht für Menschen, die ihre Wohnung verlieren. Aus den unterschiedlichsten Gründen: Mietrückstand, Katastrophen, familiäre Probleme.

Arbeiterwohlfahrt versucht zu helfen

Die Unterkunft bietet eine vorübergehende Bleibe, bis sich eine andere Lösung findet: möglichst eine neue Wohnung, manchmal aber beispielsweise auch ein Betreuungsplatz im Heim. Nicht wenige der Klienten kämpfen mit Suchterkrankungen.

Oft bleiben sie nur wenige Tage oder Wochen. Die Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt bemühen sich, Lösungen für die Probleme zu finden, die zur Wohnungslosigkeit führten, und das normalerweise möglichst schon bevor es überhaupt so weit kommt. Mancher verbringt aber Jahre in der Unterkunft. Jeder Fall ist speziell.

„Vom Trend her werden es immer mehr“, schätzt Dietra Schwarz ein. „Sowohl in unserer präventiven Arbeit als auch bei den Räumungen.“ Davon habe man im Januar zwei verzeichnet. „Jetzt sind acht neue Räumungen angekündigt.“

Neun der 13 Plätze in der Unterkunft sind aktuell belegt. Der jüngste Bewohner ist gerade mal 19.

Selbstständigkeit ist das Ziel

Die Awo-Mitarbeiter helfen bei Behördengängen und Arztbesuchen. „Wir fahren mit den Bewohnern einkaufen. Kochen müssen sie selbst“, berichtet die Awo-Mitarbeiterin. „Wenn mal richtig Zeit ist, dann grillen wir auch draußen.“ Dank der Sterntaler-Aktion konnten vor zwei Jahren ein Grill und Gartenmöbel angeschafft werden. Ab und an gebe es sogar einen Ausflug.

Um die Wäsche muss sich übrigens ebenfalls jeder selbst kümmern. Da zeichnet sich schon die nächste Baustelle ab: Die Waschmaschinen im Haus sind in die Jahre gekommen. Und ein übliches Haushaltsgerät, so die Befürchtung, wird nicht lange durchhalten. Auch da wäre Unterstützung also noch willkommen.

In den nächsten Tagen werden aber erst einmal nach und nach die neuen „Sterntaler“-Fernseher installiert. Schon rein optisch bringen sie mit ihren bunten Bildern etwas Farbe ins Haus. „Einen ganz lieben Dank an alle Spender“, richtet Dietra Schwarz aus und wird dabei von ihren beiden Kolleginnen nachdrücklich unterstützt: „Das ist ganz wichtig.“

Von Alexander Beckmann

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