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Kyritz Solarstrom durchquert Untersee
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Solarstrom durchquert Untersee
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15:43 04.04.2019
Die dicken Kabel führen von der  Seeseite bis Bantikow.
Die dicken Kabel führen von der Seeseite bis Bantikow. Quelle: Sandra Bels
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Kyritz

Am Kyritzer Seeufer wird dieser Tage emsig gebaut. Seit Wochen sind Bagger im Einsatz. Zum einen ist das auf die Arbeiten auf der Insel zurückzuführen, auf der beispielsweise neue Wege und Stege angelegt werden. Zum anderen geht es um ein Projekt, das seinen Ursprung in Bantikow hat.

Bereits seit mehr als einem Jahr steht dort eine große, nagelneue Photovoltaikanlage nutzlos herum. Was ihr bisher fehlt, ist nämlich eine Einspeisemöglichkeit für die produzierte Energie. Schon 2015 hatten die Investoren die Idee verfolgt, dafür ein Mittelspannungskabel unter dem Untersee hindurch bis ans Kyritzer Ufer zu verlegen.

Neue Stellen fürs Löschwasser

Die Stadtverordneten gaben damals ihr Einverständnis, doch erst jetzt wird das Vorhaben umgesetzt. Kyritz erhoffte sich davon einige Vorteile. Vereinbart wurde beispielsweise der Bau von zwei Löschwasserentnahmestellen am Seeufer. Denn die für den Kabelbau sowieso notwendige Technik wäre auch für solche Anlagen einsetzbar. Und zumindest der unbefestigte Weg neben der Seestraße ist seit den Kabelarbeiten so glatt wie schon lange nicht mehr.

15 000 Volt unterm See

Den einstigen Planungen zufolge verläuft das per Hoizontalbohrung verlegte Kabel auf etwa 400 Meter Länge etwa fünf Meter tief im Seegrund. Es ist insgesamt knapp fünf Kilometer lang und für eine Spannung von 15 000 Volt ausgelegt, die in eine Leitung im Bereich des Kyritzer Seeufers eingespeist werden sollen. Der Weg über Land nördlich um den See zum nächsten geeigneten Einspeisepunkt wäre fast doppelt lang und würde entsprechend mehr Aufwand und Kosten verursachen.

Die Solaranlage in Bantikow liefert mit ihren 26 500 Modulen auf 13 Hektar eine Nennleistung von 7,5 Megawatt. Damit ließen sich rund 2000 Haushalte versorgen.

Von Alexander Beckmann