Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kyritz Anwohner von Traktoren genervt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Anwohner von Traktoren genervt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:10 28.03.2019
Spurrillen in Rüdow. Quelle: Beckmann
Rüdow

Fast in Sichtweite der Kyritzer Altstadt verspricht das Dörfchen Rüdow ruhiges Wohnen in ländlicher Umgebung.

Doch für Gerhard Graff, der direkt an der Hauptstraße wohnt, ist es seit Wochen mit der Ruhe vorbei. An manchen Tagen, so berichtet er am MAZ-Lesertelefon, dröhnten von morgens bis abends Traktoren mit Tankanhängern durchs Dorf. Vor einer Woche habe er 80 bis 100 Fahrten an nur einem Tag gezählt, versichert der Rentner.

Hochbetrieb während der Kartoffelernte

Ganz neu ist so etwas für die Rüdower nicht. Sie leben an der Straße, die von der Kyritzer Stärkefabrik zu deren Lagerbecken für Produktionsabwässer bei Drewen führt. Jahrzehntelang hatte das saisonbedingt verstärkten Verkehr zur Folge. Immer nach der Kartoffelernte herrschte in der Stärkefabrik Hochbetrieb. Über mehrere Monate lief die sogenannte Kampagne.

„Wir haben jetzt ja nicht mal Kampagne“, wundert sich Gerhard Graff. „Aber es ist schlimmer als je zuvor.“

Fahrer ignorierten Hinweise

Zudem hätten die Transporter offenbar Probleme, sich auf der Fahrbahn zu halten – vor allem im Begegnungsverkehr. Graff verweist auf tiefe Spurrillen im Grünstreifen vorm Haus. Auch die gepflasterte Auffahrt leide. „Wenn sie langsamer fahren würden, kämen sie auch aneinander vorbei“, ist der Rüdower überzeugt. Doch auf seine Hinweise hätten die Fahrer bisher nur mit Unverständnis oder gar offener Ablehnung reagiert.

Zumindest ein Teil der Transporte geht wirklich auf das Kyritzer Werk von Emsland Stärke zurück. Das bestätigte Werkleiter Martin Schmidt jetzt auf ­Nachfrage. Zwar sei die Abwassermenge seit Inbetriebnahme der neuen Eindampfungsanlage vor gut einem Jahr deutlich gesunken – von 180.000 Tonnen auf 12.000 bis 15.000 Tonnen jährlich, aber: „Wir haben ein Problem.“

Es fehlt an Lagerkapazität auf dem Werksgelände

Auf dem Werksgelände in Kyritz fehlt es noch an Lagerkapazität für das bei der Eindampfung anfallende Konzentrat. Also müsse man es bei Drewen lagern, so Schmidt. Allerdings lasse sich das Konzentrat nicht durch die vorhandenen Rohrleitungen dorthin pumpen. „Wir fahren das in der Kampagne also nach Drewen und im Frühjahr raus auf die Äcker.“

Das sei alles andere als optimal, gesteht der Werkleiter. „Mein Verfahrenstechniker hat schon fast graue Haare.“ Ein Tanklager auf dem Werksgelände sei seit langem geplant. „Wir warten nur noch auf die wasserrechtliche Genehmigung.“ Für Mai oder Juli rechne man fest damit. „Dann wollen wir die ersten Behälter im Oktober in Betrieb nehmen.“

Damit würde sich das Transportaufkommen in Rüdow dann wirklich deutlich verringern.

Ob auch der Grünstreifen vorm Haus von Gerhard Graff weniger belastet wird, muss sich zeigen. Andere landwirtschaftliche Unternehmen sind mit ihren Fahrzeugen ebenfalls regelmäßig im Dorf unterwegs.

Von Alexander Beckmann

Am Donnerstag war landesweit der Zukunftstag für Mädchen und Jungen. Diese Chance zur Berufsorientierung nutzten in Kyritz dieses Mal offensichtlich besonders viele Schüler.

28.03.2019

In Kyritz stellen sich am 26. Mai so viele Kandidaten der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung wie selten zuvor. 71 Bewerber gibt es für die 18 Mandate. Das hat der Wahlausschuss offiziell bestätigt.

28.03.2019

Die Vorbereitung des Osterfeuers, Grünpflege und das Müllsammeln stand auf der Aufgabenliste für den Frühjahrsputz in Holzhausen. Ortsvorsteher Andreas Lange dankt allen, die mit anpackten.

27.03.2019