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Kyritz Im Zeichen der Vereine
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Im Zeichen der Vereine
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09:41 21.05.2019
Die Vereinsausstellung anlässlich des Kyritzer Stadtfestes ist fertig und wird am Donnerstag eröffnet. Helmut Wagner hängt die letzten Bilder auf. Quelle: Sandra Bels
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Kyritz

„Ganz im Zeichen der Vereine in Kyritz“ heißt die Ausstellung, die der Heimatverein Kyritz in seinen Räumen ab Donnerstagabend zeigt. Sie wurde in den vergangenen Wochen und Monaten zusammengetragen und vorbereitet. Eröffnung ist um 19 Uhr.

Zu sehen ist eine kleine Schau rund um das Vereinswesen von Kyritz in Vergangenheit und Gegenwart. Den Anlass der Ausstellung bildet das diesjährige Kyritzer Stadtfest, das im Zeichen der Vereine steht, und sich mit einer Vereinsmeile präsentiert.

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Schöne Zuarbeiten von den Vereinen

„Wir haben umfangreiche und sehr schöne Zuarbeiten von den Vereinen bekommen“, sagt Vereinsmitglied und -mitarbeiterin Angela Städeke. Der Shantychor „De goode Winds“ hat zum Beispiel eine Schaufensterpuppe mit einer Original Jacke vom Auftritt des Chores bei der Sendung „Klock 8 Achtern Strom“ im DDR-Fernsehen ausgestattet.

Der Shantychor „De goode Winds“ zeigt eine Original-Uniform aus DDR-Zeiten. Quelle: Sandra Bels

Der Sportverein Rot-weiß Kyritz zeigt eine Videopräsentation und hat ebenfalls eine Puppe angezogen. Eine weitere Puppe zeigt die Kleidung der Kyritzer Wasserwächter.

Verschönerungsverein wird präsentiert

Der Heimatverein hat die Vitrinen bestückt. Er widmet sich in der Ausstellung dem Verschönerungsverein, der im Jahr 1877 gegründet worden war. Gezeigt wird zum Beispiel das Protokoll der konstituierenden Sitzung. Der Verein war bis ins 20. Jahrhundert hinein aktiv. Einen Auflösungsvermerk haben die Kyritzer Heimatforscher bisher nirgendwo gefunden. Der Verschönerungsverein hatte einst alle Kyritzer Promenaden geplant und verwirklicht.

Die Bungalowsiedlung Dachsbau präsentiert sich neben einem Elternverein, den Kleingärtnern und Sportlern sowie sozialen Vereinen und Einrichtungen und vielen anderen Vereinen. Sie haben teilweise selbst ihre Präsentation in Rahmen gestaltet oder ihr Material beim Heimatverein abgeliefert, damit seine Mitglieder es zusammen stellen.

Eröffnung extra vor dem Stadtfest

„Wir eröffnen die Ausstellung extra vor dem Stadtfest, das vom 28. bis zum 30. Juni stattfindet, damit mehr Zeit als ein Wochenende zum Zeigen der Exponate bleibt“, so Angela Städeke. Ab Mitte August ist zudem schon die nächste Ausstellung beim Heimatverein geplant. Angela Städeke hofft, dass die Schau ihre Betrachter dazu animiert, ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen oder sich anderweitig zu vernetzen.

Jeder ist willkommen zur Eröffnung. Die Vereinsmitarbeiterin sagt, dass die Schau einen guten Querschnitt durch alle Vereine zeigt. Große Erklärungen wollen die Mitglieder des Heimatvereins am Eröffnungsabend dazu nicht geben. „ich finde, die Ausstellung spricht für sich“, sagt Angela Städeke.

Turmbläser kommen nach Kyritz

Sie freut sich auch schon auf den kommenden Sonnabend. Dann kommen die Potsdamer Turnbläser nach Kyritz. Anlass ist die Ausstellungseröffnung innerhalb der Kulturlandkampagne Brandenburg mit dem Titel „Stadtwärts! Zu Gast in der Mark“ um 13 Uhr auf dem Kyritzer Marktplatz.

Die Potsdamer Turmbläser begleiten in Kyritz einen Vortrag zur Postgeschichte.   Quelle: Potsdamer Turmbläser

Sie soll dem Betrachter vermitteln, was es bedeutete, zur Fontanezeit mit der Postkutsche zu reisen und wie sich in Kyritz das Postwesen entwickelte. Rainer Lehmann von der Ews-Stadtsanierungsgesellschaft gibt einen kurzen Einblick in die Ausstellung „Die Post in Kyritz“.

Die Geschichte der Post ist ein wesentlicher Bestandteil der Stadtgeschichte, die ab Mitte der Neuzeit durch Poststationen und Gasthäuser auch Einfluss auf die städtebauliche Entwicklung der Stadt hatte. Mit der Lage der Stadt an einer der wichtigsten Postrouten in der gesamten Region entwickelte sich das Postwesen auch zu einem Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Vor fast genau 200 Jahren wurde die Kyritzer Poststation in die heutige Maxim-Gorki-Straße 26 verlegt und blieb dort über mehrere Jahrzehnte.

Musikalisch-literarische Reise in die Postkutschenzeit

Nach der Eröffnung auf dem Marktplatz gibt es beim Heimatverein ab 14 Uhr eine musikalisch-literarische Reise in die Postkutschenzeit. Gemeinsam mit dem Postmeister Manfred Fließ, der in Beelitz ein Postmuseum betreibt und Fachmann für das Thema Post ist, und den Potsdamer Turmbläsern geht die Reise in die Vergangenheit der deutschen Postgeschichte.

Eine der wichtigsten Poststrecken in Brandenburg war einst zwischen Berlin und Hamburg über Kyritz. Ihren ersten Postillion hatte die Stadt nachweislich 1645.

Anekdoten von der Poststrecke

Fließ will in historischer Uniform lustige Anekdoten und merkwürdige Begebenheiten am Rande der Poststrecke erzählen. Bekanntlich hatten die Reisenden ja früher viel Zeit in der Kutsche. Reisegeschichten, Neuigkeiten aus Stadt und Land und das gemeinsame Singen, während die Pferde mit Kutsche über Stock und Stein holperten, waren Abwechslung und Unterhaltung zugleich. Die Potsdamer Turmbläser führen durch das musikalische Programm und laden zum Mitsingen ein. Posthornsignale werden durch das Klosterviertel schallen.

Für die Veranstaltung ab 14 Uhr wird ein Eintrittspreis von 8 Euro (Kinder und Schüler Eintritt frei) erhoben. Kartenvorverkauf im Kultur- und Tourismusbüro unter 033971/60 82 79.

Von Sandra Bels

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