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Kyritz Wie ein Lkw-Fahrer aus Kyritz zu „Berlin Tag und Nacht“ kam
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00:23 17.05.2019
Christian Röhrig: Lkw-Fahrer und Hobby-Schauspieler Quelle: Julia Redepenning
Lellichow

Christian Röhrig hat schon eine weite Reise hinter sich. Womöglich eine filmreife?

Der aus Edertal in Hessen stammende Kraftfahrer lebte lange Zeit in Berlin und ist nun seit vier Jahren im Kyritzer Ortsteil Lellichow zu Hause. Er ist stolzer Vater eines Sohnes. Auch beruflich hat er schon viele Stationen durchlaufen. Angefangen in der Pflege, wechselte er zur Lagerarbeit, und heute liebt er das Lkw-Fahren. Doch in seiner Freizeit macht er noch was komplett anderes: Dann schlüpft der 30-Jährige gerne in andere Rollen. Seine Leidenschaft ist die Schauspielerei.

Erstes Casting 2014 in Berlin

„Ich fand es schon immer spannend“, erzählt Christian Röhrig. Im Jahr 2014 folgte er einem Castingaufruf und nahm an einem Vorsprechen in Berlin teil. „Ich hatte mich einfach mal so beworben, ohne jegliche Vorkenntnisse“, erinnert sich der 30-Jährige.

In Eigeninitiative erlernte er verschiedene Techniken und tauchte somit immer mehr in die Welt der Schauspielerei ein.

Erste Rolle bei „Berlin Tag und Nacht“

Neben dem Vorsprechen wurde auch ein persönliches Profil seiner Person erstellt. Name, Alter, Gewicht, Größe und auch Besonderheiten wie Tattoos oder Piercings spielten dabei eine wichtige Rolle. „So etwas ist sehr wichtig, denn nicht jede Rolle passt zu einer Person“, erklärt Röhrig.

Schon kurz darauf erhielt er seine erste Rolle als Kleindarsteller in der Serie „Berlin Tag und Nacht“. Zwei Folgen durfte er mit dem Team drehen. Röhrig: „Ich war sehr aufgeregt.“

Christian Röhrig: Lkw-Fahrer und Hobby-Schauspieler. In Eigeninitiative erlernte er verschiedene Techniken und tauchte somit immer mehr in die Welt der Schauspielerei ein Quelle: Julia Redepenning

Der erste Auftritt vor laufenden Kameras war ein kleines Sprungbrett für den jungen Schauspieler. Kurz darauf, im Jahr 2015, folgte ein Casting bei der nächsten Produktionsfirma, die keine unbekannte ist: „Constantin Film.“

„Dort habe ich auch Xavier Naidoo kennengelernt“, berichtet Röhrig. Hier aber habe er schon etwas mehr präsentieren müssen als bei seiner ersten Bewerbung. Ein Vorsprechen vor 40 Leuten stand an, und er musste zeigen, dass er auf Knopfdruck verschiedene Emotionen abrufen kann. „Es wurden Schilder hochgehalten, und ich musste blitzschnell reagieren“, erklärte er.

Weinen und lachen auf Befehl

Weinen, lachen, streiten mit einer fremden Person und auch verschiedene Textpassagen musste er vor den Fachleuten vortragen. Am Ende konnte er auch hier überzeugen und wurde in die Kartei der Produktionsfirma aufgenommen. Kurz darauf stand er wieder vor der Kamera.

„Das war bisher mein witzigster und auch anstrengendster Dreh“, erzählt Röhrig schmunzelnd. Für die Fernsehserie „Familien im Brennpunkt“ musste er einen Gast in einem Imbiss spielen. Der Lellichower lacht. „Ich konnte nach dem Dreh lange keine Currywurst mehr sehen.“

Über mehrere Stunden wurden einzelne Passagen gedreht. „Das war sehr anstrengend“, berichtet Röhrig. Aber nicht nur die Szene ist bis in kleinste Detail durchgeplant, sondern auch die Requisiten und die Kleidung, wie der Hobby-Schauspieler erfuhr. „Von der Polizeiuniform bis zum Anzug gibt es einfach alles“, sagt er.

Was Christian Röhrig ebenfalls fasziniert: auch mal hinter die Kulissen zu schauen. „Es ist alles so anders als im Fernsehen“, schildert er: Scheinwerfer, Make up und die vielen Kameras, die den Zuschauer am Ende unsichtbar sind.

Erste Fernsehauftritt mit zehn Jahren

Seine Leidenschaft für Film und Fernsehen wurde schon in jungen Jahren geweckt. „Angefangen hat es mit einem Auftritt der Jugendfeuerwehr“, erzählt er. Der Hessische Rundfunk begleitete die damalige Feuerwehr bei einer Baumpflanzaktion. „Meine Mama war sehr stolz, mich im Fernsehen zu sehen.“ Genau hier sei bei ihm das Interesse für seine spätere „Karriere“ geweckt worden, und auch heute noch müsse er über seine erste Rolle lächeln.

Zu Gast bei „Britt“

Mittlerweile hat er schon einige kleinere Aufträge angenommen. „Einmal musste ich eine Partyszene spielen. Dort musste ich tanzen und zwar ohne Musik.“

In der TV-Show „Britt“ beim Sender Sat 1 war er schon als Gast zu sehen, und ein Werbespot war ebenfalls im Gespräch. Jedoch ist sein Hobby am Ende immer noch zweitrangig, denn seinen Lebensunterhalt verdient er derzeit als Kraftfahrer. Aber sein Wunsch ist es, seine Leidenschaft auch zu seinem Beruf zu machen.

Auf der Straße wird er erkannt

Im vergangenen Jahr wurde Christian Röhrig in der Kartei von „Warner Bros“ aufgenommen. Anfragen für neue Castings hat er schon erhalten und derzeit sind auch einige Projekte sehr interessant für den jungen Hobbyschauspieler.

Und das er nicht mehr der nette Nachbar von nebenan ist, merkte er sehr schnell.

Das „Dschungelcamp“ als größter Wunsch

„Ich werde schon von Leuten angesprochen, die mich wiedererkannt haben“, erzählt er stolz. Was für Rollen vielleicht bald folgen könnten, dürfe er aktuell nicht sagen. Doch zwei Wünsche hat der 30-Jährige: „Ich möchte gerne als Synchronsprecher arbeiten, und mein größter Wunsch ist etwas verrückt, aber ich möchte sehr gerne ins Dschungelcamp von RTL.“

Bis dahin heißt es aber weiterhin: Castings besuchen und fleißig fürs nächste Vorsprechen lernen.

„Hier bei uns im ländlichen Raum ist es aber trotz alledem ziemlich schwierig“, erklärt er. Die meisten Anfragen erhalte er schließlich aus Großstädten wie Berlin, Köln oder auch Düsseldorf. Doch ans Aufgeben oder Umziehen denke er deshalb nicht. „Ich liebe meine neue Heimat zu sehr und das bekomme ich auch so geregelt“, sagt der Kraftfahrer.

Von Julia Redepenning

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