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Kyritz Windparkplanung westlich von Kyritz umfasst auch Waldflächen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Windparkplanung westlich von Kyritz umfasst auch Waldflächen
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16:59 06.02.2020
Das Gebiet zwischen Rehfeld (oben r.), Berlitt (oben l.) und Stüdenitz-Schönermark gilt als Potenzialfläche für Windkraft. Am Horizont: der Park Mechow/Gantikow/Demerthin Quelle: Matthias Anke
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Berlitt

Post aus Berlin haben in den vergangenen Wochen etliche Grundstückseigentümer eines größeren Areals westlich von Kyritz erhalten. Über die Firma ENP-Energieplan ist demnach beabsichtigt, Flächen für Windkraftanlagen zu akquirieren.

Sollte dort am Ende ein neuer Windpark realisiert werden, er würde wohl inmitten eines Dreiecks stehen: zwischen den beiden Windparks von Kötzlin und Stüdenitz, dem Holzhausener und demjenigen bei Mechow, Gantikow und Demerthin.

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Gebiet zwischen Rehfeld, Berlitt und Schönermark als Potenzialfläche

Doch ein behördliches Genehmigungsverfahren dazu ist noch längst nicht in Sicht. Alles steht noch ganz am Anfang. So wird es seitens des Unternehmens auf MAZ-Nachfrage bestätigt.

Während für die Region Prignitz-Oberhavel ein neuer Gesamtregionalplan Wind aufgestellt wird, können der dafür zuständigen Regionalen Planungsgemeinschaft Gebiete vorgeschlagen werden, „die grundsätzlich die anzusetzenden Kriterien für Windeignungsgebiete erfüllen“, erklärt Niklas Bangemann von der ENP-Energieplan: „Bei dem Areal handelt es sich um eine solche Potenzialfläche, die diese Kriterien erfüllt.“

Standorte in Wäldern lösen in Brandenburg oft Proteste aus

Die Fläche befindet sich zwischen den Kyritzer Dörfern Rehfeld und Berlitt und grenzt nach Süden hin an die Neustädter Amtsgemeinde Stüdenitz-Schönermark. Das Gebiet umfasst auch Wälder. Es sind Standorte, wie sie vielerorts in Brandenburg schon zu Protesten führten. Es formierten sich bereits gar Bürgerinitiativen.

Unternehmen sieht auch Vorteile bei Windrädern im Wald

„In Brandenburg sind Windkraftanlagen in Nutzwäldern zulässig, sodass wir auch dort Standorte in Betracht ziehen. Natürlich werden dabei Flächen bevorzugt, die Aufgrund von Stürmen, Trockenheit und Schädlingsbefall in den letzten Jahren erhebliche Schäden erlitten haben“, heißt es seitens der ENP dazu: „Bei der Errichtung von Windenergieanlagen im Wald werden die gerodeten Flächen durch ökologisch wertvolle Arten wieder aufgeforstet. Durch breite Schneisen und Löschwasserbrunnen wird zusätzlich ein aktiver Brandschutz im Wald gewährleistet.“

Hinsichtlich der Anlagenhöhen ist von mindestens 200 Metern Gesamthöhe die Rede. Allerdings: „Bezüglich der Anzahl an Anlagenstandorten können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage treffen.“

Firma auch im Repowering aktiv

Das Unternehmen, die ENP-Gruppe, entwickelt und realisiert nach eigenen Angaben seit über zehn Jahren deutschlandweit Windenergieprojekte. „In enger Zusammenarbeit mit den Grundstückseigentümern und Behörden entwickeln wir so die Energie für morgen.“

Auch in der umliegenden Region ist die Firma aktiv. „Aufgrund des hohen Altanlagenbestandes“ in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz sei sie „vor allem dabei, Repoweringprojekte umzusetzen“.

Noch keine Infos in den Verwaltungen von Kyritz und Neustadt

In den Verwaltungen der betroffenen Kommunen ist von den aktuellen Aktivitäten bislang noch nichts bekannt, offenbar aufgrund des noch zu frühen Planungsstadiums. Weder in der Kyritzer Stadtverwaltung noch im angrenzenden Amt Neustadt gebe es deshalb Informationen dazu.

„Das läuft immer erst direkt über die Grundstückseigentümer, so dass wir das im Vorfeld gar nicht bebekommen“, erklärt Neustadts Bauamtsleiter Wolfgang Burau. Es sei denn, es wären kommunale Flächen mit betroffen. Oder es kommt jemand, und bittet in der Verwaltung um Rat.

Aktuell sei zudem ohnehin vieles noch in der Schwebe hinsichtlich der Windkraft wegen der noch immer unsicheren Rechtslage für den Regionalplan Wind.

Berlitter geben sich vorerst gelassen

Berlitts Ortsvorsteher Harald Backhaus indes habe natürlich längst Wind von dem Projekt bekommen. „Aber nur unter Nachbarn ist das hier Thema, öffentlich noch nicht“, sagt er. Es sei dabei logisch, zunächst Einwilligungen von Grundstückseigentümern einzuholen, ehe es in die Realisierung geht.

Dabei seien in diesem Fall wohl auch recht großzügige Abstände zu den umliegenden Dörfern möglich. „Das dürfte auch nicht so werden wie in Kötzlin. Die Kötzliner sind ja schon arg gebeutelt. Nach heutigen Maßstäben würde es so etwas bestimmt nicht mehr geben.“

Backhaus gibt sich also recht gelassen, und das auch zeitlich: „Vom Bau eines Windrades sind wir erst recht noch sehr weit entfernt.“

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Von Matthias Anke

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