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Kyritz Mietschuldner trüben die WBG-Bilanz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Mietschuldner trüben die WBG-Bilanz
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02:17 06.05.2018
Bei den Malerarbeiten in der Straße der Jugend in Kyritz vorigen Sommer.
Bei den Malerarbeiten in der Straße der Jugend in Kyritz vorigen Sommer. Quelle: Archivfoto Andrè Reichel
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Kyritz

Die Zahl derer, die ihre Mietschulden nicht mehr begleichen können, steigt in Kyritz offenbar. Zumindest bei der Wohnungsbaugesellschaft (WBG) wachsen die Außenstände. „Die Forderungsausfälle nehmen rapide zu“, sagte die WBG-Geschäftsführerin Gabriele Schuster am Mittwochabend vor den Stadtverordneten: „Woran das auch immer liegt. Jedenfalls gefällt uns das absolut nicht.“Ansonsten zeichnete Schuster in ihrem Bericht ein durchaus positives Bild, vor allem mit Blick auf eine deutlich gesunkene Leerstandsquote.

Die WBG verwaltete mit ihren 13 Beschäftigten mit Stand von Ende 2017 knapp 1440 Wohnungen, davon 250 in Neustadt, plus weit mehr als 500 Garagen. Die Wohnfläche beläuft sich auf fast 80 000 Quadratmeter. Hinzu kommt Verwaltungstätigkeit für private Eigentümer und zwei Eigentümergemeinschaften.

Ohne Stadtumbauprogramm würde Leerstand 21,2 Prozent betragen

Der Leerstand beträgt aktuell nur noch 5,47 Prozent, sprich 76 Wohnungen. Maßgeblich zu verdanken sei das dem Stadtumbau und darin zuletzt dem Abriss der Straße der Jugend 2. Bis Ende 2017 waren bereits 234 Wohnungen zurückgebaut worden, davon 78 in Neustadt. „Ansonsten würde der Leerstand heute bei 21,2 Prozent liegen“, sagte Gabriele Schuster.

Der durchschnittliche Mietpreis stieg dennoch nur geringfügig an auf 4,39 Euro je Quadratmeter. Die Spanne reicht dabei von 3 bis 5,60 Euro. Mit Blick auf das vergangene Jahrzehnt sprach Gabriele Schuster von einem Anstieg um lediglich 10 Cent. Sorgen vor steigenden Preisen angesichts der Abrissarbeiten hätte sich daher niemand machen müssen. „Das ist ja auch nicht das Ziel des Stadtumbaus in Kyritz.“

Die Gesellschaft entschuldet sich weiter

Rückblickend auf die Jahre 2014/15 hob sie erfolgreiche Projekte hervor wie etwa zwei Häuser der WBG in der Hamburger Straße, die Häuserzeile „Klosterblick“ in der Bach-Straße sowie die energetische Sanierung des Mehrfamilienhauses in der Gorki-Straße/Ecke Schulenburg-Straße. Und 2017 dann folgte eine umfangreiche Sanierung in der Straße der Jugend. Dächer wurden repariert, Balkone und Fassade erneuert, wie Gabriele Schuster aufzählte: „Ein richtig schöner Anblick ist das jetzt.“

Auch auf die weitere Entwicklung in Kyritz West liege nun das Hauptaugenmerk. Das Geld dazu ist greifbar: „Die Gesellschaft hat sich weiter entschuldet, um Luft holen und weitere Investitionen tätigen zu können.“ Ende kommenden Jahres werden laut der WBG-Chefin zudem die noch aus den 1990er Jahren stammenden Kredite abbezahlt sein.

Thomas Settgast (SPD) würdigte den WBG-Bericht nicht allein als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, sondern zugleich als Mitglied des WBG-Aufsichtsrates. „Im Vergleich zu anderen Unternehmen dieser Größe sind das richtig gute Werte“, sagte er.

Von Matthias Anke

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