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Ostprignitz-Ruppin Leiter hört nach 25 Jahren auf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Leiter hört nach 25 Jahren auf
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18:07 13.12.2017
Nach 25 Jahren wird Axel Stachowski seinen Schreibtisch in Griebsee räumen. Quelle: Christian Bark
Griebsee

Noch ist Axel Stachowski in seinem Büro anzutreffen. Der Leiter und Geschäftsführer der Therapeutischen Gemeinschaft in Griebsee bereitet die Weihnachtsfeier mit vor. „Die findet am 22. Dezember statt“, informiert er. Dann könnte der 65-Jährige auch regulär in Rente gehen. Er will aber noch bis zum 1. Januar bleiben, wie er sagt. „Dann war ich 25 Jahre hier.“

1994 kam Sozialministerin Regine Hildebrandt zur Einweihung der neuen Gruppenhäuser. Quelle: Christian Bark

Als Axel Stachowski am 1. Januar 1993 in Griebsee anfing, war die Einrichtung gerade erst aus der Taufe gehoben worden. „Früher war das das Ferienlager der LPG aus Wulfersdorf“, erklärt er. Nach der Wende habe der aus Schwaben stammende Josef Auer aus dem Objekt, dessen Gesellschafter bis heute die Agrargenossenschaft Freyenstein ist, die Therapeutische Gemeinschaft geformt. Auer sei bis 2004 als therapeutischer Leiter in Griebsee tätig gewesen. „Mit der Hierarchie nehmen wir es aber nicht so streng“, betont Axel Stachowski. Vielmehr begegneten sich Mitarbeiter und „Klienten“, die in der Regel aufgrund eines Suchtproblems in Griebsee leben, auf Augenhöhe.

Mitten in der Natur zurück ins Leben finden

Seit März 1992 gibt es die Therapeutische Gemeinschaft in Griebsee.

Ein Ferienlager der LPG Wulfersdorf befand sich zuvor auf dem Gelände. Die Agrargenossenschaft Freyenstein ist bis heute der
100-prozentige Gesellschafter der Einrichtung.

44 Menschen mit Suchtproblemen leben derzeit in der Therapeutischen Gemeinschaft. 48 Plätze gibt es insgesamt. In Griebsee sollen sie an einen geregelten Tagesablauf gewöhnt werden.

Ab 1993 begann die Umgestaltung und der Neubau von vier Gruppenhäusern. Später folgte auch ein Kleintierpark.

Der 65-Jährige kam eigentlich aus einem ganz anderen Beruf. Zu DDR-Zeiten hatte er als Ingenieur für Verfahrenstechnik im Wittstocker Obertrikotagewerk (OTB) gearbeitet. Als dieses geschlossen wurde ließ er sich in Potsdam zum Arbeitstherapeuten ausbilden. Als solcher fing er dann in Griebsee an. Schon 1994 musste er die Geschicke der Einrichtung als Prokurist leiten, weil der damalige Geschäftsführer erkrankt war. 1996 wurde Axel Stachowski dann Geschäftsführer und Leiter in einer Person.

Am Ufer des Griebsees kann Axel Stachowski die Seele baumeln lassen. Quelle: Christian Bark

„Das Land musste das absegnen, weil wir uns durch dessen Gelder für Wiedereingliederungshilfe finanzieren“, erklärt er. Auch den Umbau des Objekts, den Neubau von vier Gruppenhäusern und die anschließende Sanierung der Altgebäude, habe das Land Brandenburg gefördert. „Bei der Fertigstellung der Gruppenhäuser war auch die damalige Sozialministerin Regine Hildebrandt gekommen“, erinnert sich Axel Stachowski. Das sei einer der Höhepunkte während seiner Tätigkeit in Griebsee gewesen. Später seien dann weitere Elemente auf dem Gelände dazugekommen. Kürzlich habe die Gemeinschaft einen neuen Kaninchenstall eingeweiht. Der werde dann von den Bewohnern, die in Arbeitsgruppen wieder einen festen Tagesrhythmus erlernen sollen, betreut.

Nachfolgerin steht schon fest

In seinen 25 Jahren hat der Einrichtungsleiter schon viele Menschen mit den unterschiedlichesten Problemen erlebt. „Einer war mal so in Rage geraten, den musste ich erstmal beruhigen“, berichtet Axel Stachowski. Andere hätten es wiederum zurück ins Leben geschafft. Ein Pärchen wohne gar nicht weit weg und komme regelmäßig mal zu Besuch mit seinen Kindern.

Die Pflege der Tiere ist Bestandteil der Therapie. Quelle: Christian Bark

Neben seiner Leitungstätigkeit engagiert sich Axel Stachowski auch in einer Musikgruppe in Griebsee. Früher habe er mal eine Alphabetisierungsgruppe betreut. Zu den Bewohnern habe er ein gutes Verhältnis, wie er sagt. In Giebsee duzen sich alle. „Auch wir Mitarbeiter können von den Bewohnern lernen“, erklärt der Einrichtungsleiter. Deshalb nenne man sich auch „Gemeinschaft“, was wiederum einem therapeutischen Konzept aus den USA nachempfunden sei. „Ab und an machen wir auch mal Alkoholtests“, sagt Axel Stachowski. Das sei aber kaum nötig, weil man auf Vertrauen und einen offenen Umgang miteinander setze. „Die meisten Bewohner bezeichnen Griebsee als ihr Zuhause“, so der 65-Jährige.

Wenn er die Einrichtung bald verlässt, wird ihm einiges fehlen. „Da hängt ja doch viel Herzblut dran“, sagt er. Einer seiner Lieblingsorte auf dem Gelände sei das Ufer des gleichnamigen Sees. „Hier kann man im Winter das Eis knacken hören“, beschreibt er die Idylle, mitten in der Natur zu sein.

Dennoch freut er sich auf seinen Ruhestand. „Dann habe ich mehr Zeit für meine Enkelkinder und mein Hobby“, erklärt der Wittstocker. Er sei passionierter Jäger, da komme also keine Langeweile auf. Außerdem stehe er seiner Nachfolgerin aber immer mit offenen Ohren zur Verfügung. Die wird ab Januar Elke Posselt sein. Die 47-Jährige arbeitet seit 23 Jahren in Griebsee und kann, wie sie sagt „immer noch viel von Axel lernen“. Der ist wiederum froh, dass eine so gute Kollegin in seine Fußstapfen tritt.

Von Christian Bark

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