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Lindow 10. Jawa-Treffen in Rüthnick mit knapp 50 Maschinen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow 10. Jawa-Treffen in Rüthnick mit knapp 50 Maschinen
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14:39 28.07.2019
"Jawa-Opi" Willfried Bahnemann aus Ludwigslust kommt jedes Jahr zum Jawa-Treffen in Rüthnick. Quelle: Regine Buddeke
Rüthnick

Der Klang einer Jawa ist unübertroffen – da sind sich alle einig, die jemals eine fuhren. Und auch Experten anderer Marken. Bestenfalls kommt die tschechische Maschine mit den weichen geschwungenen Formen – zeitlos schön nennen es die Liebhaber – im satten Jawa-Rot daher.

Der Name Jawa, so erfährt man, ist eine Symbiose aus Janacek und Wanderer. Ersterer war ein begeisterter Techniker, Motorradfan und gründete 1922 eine Rüstungsfabrik, Zweiteres der Name einer Motorenschmiede, deren Lizenz Janacek kaufte und von Waffen auf Motorräder umstieg. Sehr erfolgreich: In den 50ern und 60ern war Jawa weltweit die Nummer Eins, was Motorräder anbelangte: 60.000 Stück rollten jährlich vom Band – in 60 Länder.

Jawa-Rot und schön geschwungene Form. Quelle: Regine Buddeke

Und auch heute noch hat die Jawa viele Fans – vor allem die „Drei-Fünfer“ –also Typ 360 mit 350 Kubik. Die macht leuchtende Augen bei den Teilnehmern des 10. Jawa-Treffens in Rüthnick, Jahr für Jahr organisiert vom Jawa-Freund Wolfgang Schlichting aus Neuruppin. „Ich habe meine Jawa seit 15 Jahren“, erzählt er. Als Jugendlicher sei er mit MZ und Awo gefahren. „Jetzt sollte es ’ne andere Marke sein – aber ein Ostprodukt.“ Er traf sich mit anderen jawa-Schraubern, immer hieß es: „Man müsste mal ein Treffen organisieren. „Ich habs dann gemacht“, sagt Schlichting. Inzwischen das zehnte Mal.

46 Maschinen sind für das Wochenende nach Rüthnick zum Fachsimpeln gekommen. Grad beugen sich drei Männer über die Jawa von Wolfgang Sprung, einer von den Prenzlauer Jawa-Freunden. „Die ist bei der Ausfahrt nicht rund gelaufen“, sagt er. „Wahrscheinlich der neue Vergaser – der hat den Testlauf noch nicht bestanden. Das gibt noch Arbeit.“

Wolfgang Schlichting organisiert seit 10 Jahren das Jawa-Treffen in Rüthnick Quelle: Regine Buddeke

Hartmut Kunkel aus Prenzlau erzählt: „Als Jungs wollten wir alle ne Jawa. Aber die war mit 3500 Mark fast unerschwinglich. Nur die Söhne der reichen Bauern hatten eine und sind damit am Wochenede zum Tanz gefahren – wir haben neidisch hinterhergeguckt. Und wenn sie dann zurückkamen, hatten sie ein Mädel auf dem Rücksitz und manchmal sogar noch eins vorne drauf.“ Dosenöffner habe man die Jawa damals flapsig genannt.

Er habe sich dann irgendwann eine gegönnt, die aber der Familienkutsche weichen musste. Und nun, älteren Semesters, hat er die Liebe zur Jawa wieder neu entdeckt. Und sich mit anderen Gleichgesinnten zu einer Interessengemeinschaft zusammengetan: Jawa-Freunde Nord-Ost. Wenn wir heute durch die Dörfer fahren, sieht man, wie die Köpfe aus dem Beet hochgehen – die Älteren kennen alle den typischen Jawa-Klang noch“, hat Kunkel bemerkt. Es freut ihn, wenn sie dann rufen und winken.

Fachsimpeln beim 10. Jawa-Treffen in Rüthnick Quelle: Regine Buddeke

Auf dem Platz ist auch Willfried Bahnemann gut bekannt. Stolze 83, kommt er jedes Jahr zum Treffen. Mit großem Hänger zum Wohnen für Mann und Maschine. Jawa-Opi steht darauf, so nennt man ihn auch in Jawa-Kreisen. „Ich hab 1959 meinen Führerschein auf ner jawa gemacht“, erzählt er. Vor 15 Jahren hat er sich wieder eine angeschafft. „War die zweite Liebe auf den ersten Blick“, sagt er.

Von Regine Buddeke

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