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Lindow 29. Liedertour startet in Lindow mit Dirk Zöllner und Tino Standhaft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow 29. Liedertour startet in Lindow mit Dirk Zöllner und Tino Standhaft
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00:25 26.06.2019
Finales Quartett – ungeprobt aber gut: André Drachsler, Dirk Zöllner, Tino Standhaft und Norman Daßler (v.r.). Quelle: Buddeke
Lindow

„Wahnsinn“, sagt Katechet Dirk Bock. Mit so einem Ansturm hatte er nicht gerechnet. „Wir mussten noch 50 Stühle aus der Kirche holen“, zeigt er sich freudig-überrascht. Im Vorjahr seien es 190 Gäste gewesen, der Hof der Jugendscheune war damals schon voll. „Und heute 260“, strahlt er. Wie man sieht, ist die Liedertour, auch wenn es schon die 29. ist, noch immer für Überraschungen gut.

Alle vier zusammen? Ist zwar nicht geprobt, passt aber. Wie immer startete die Liedertour in Lindow –die 29. Mit Dirk Zöllner und André Drechsler sowie Tino Standhaft und Norman Daßler. Der Hof war voll wie nie.

Wie jedes Jahr startet die Tour traditionell in Lindow. In diesem Jahr hat Organisator und „Bandbeschaffer“ Frank Oberhof auf Literatur gesetzt. Dirk Zöllner, langjähriger Ostrocker – man kennt ihn auch neben Dirk Michaelis und André Herzberg als einen der „3Highligen“ und als Heine-Interpret im „Club der toten Dichter“, hat ein Buch geschrieben, mit dem er auf musikalische Lesereise geht. An seiner Seite Gitarrist André Drachsler.

In dieser Konstellation touren beide erstmals auch bei der Liedertour. Mal zart, mal rau singt Zöllner seine Songs: „Heiligenschein aus Phosphor“, „Ich bin wie Sand“. Dann ein Protestsong: „Gegen meine Freundin, die kocht so gut“, ruft er. Sein Vater, Kriegsgeneration, habe ihn erzogen, stets so viel zu essen, als gäbe es kein Morgen mehr. Nun ja – das übliche Problem. Im Publikum wird gelacht.

Dirk Zöllner lässt das Publikum mitsingen

„Ich will jetzt ein Lied über meine Schönheit singen“, ruft er und setzt die Sonnenbrille auf. „Wäre lieb, wenn ihr mich unterstützen würdet.“ Das tut das Publikum gern: „Gut aus, gut aus, gut aus“, echot es und die Stimmung steigt.

Die war schon vorher bestens, als das erste „literarische Duo“ sang. Tino Standhaft, seit 30 Jahren einer der großen Blues-Rock-Interpreten Deutschlands und besonders beliebt für seine Neil-Young-Covers, ist der Sänger, den sich Journalist Mark Daniel ausgewählt hat, um sein Buch „Rock’n’Roll 4evermore“ zu begleiten, in dem er über die Abschlusskonzerte der großen Altstars schreibt. Den Gesangs- und Gitarrenpart hat hierbei Tino Standhaft inne. Präsentiert von Frank Oberhofs Liedertour und dem Eulenspiegel-Verlag.

Songs von Neil Young und den Stones

Für die Liedertour ist statt des Autors allerdings Norman Daßler als Co-Gitarrist im Boot. Die Fans in Lindow sind begeistert von den Songs: Neil Young, Rolling Stones, Spencer Davis Group und mehr. „Der singt noch besser als Neil Young“, sagt ein Besucher. Nun ja, das ist nicht schwer – jeder weiß, dass der Kultstatus Neil Youngs weniger auf seinen Fähigkeiten beruht, die Töne zu treffen. Was indes auch einen Teil seines authentischen Zaubers ausmacht.

Alle zusammen – ungeprobt

Im dritten Set spielen die vier zusammen. „Eine Premiere für alle Beteiligten – und ganz ungeprobt“, sagt Frank Oberhof stolz. Die beiden Duos bestreiten auch nur sechs der insgesamt 18 Liedertour-Konzerte. Live ist live – und es funktioniert prächtig. Tino Standhaft schielt nach links, was Zöllner grad als nächsten Akkord greift und es passt. Auch andersherum. Denn jeder ist mal dran mit einem eigenen Song.

„Wir suchen welche aus, die nur drei, vier Harmonien haben“, ruft Dirk Zöllner. Die Nacht ist angebrochen, die Gesichter der Vier leuchten wie im Schein des Lagerfeuers. Am Ende greift auch Frank Oberhof noch zum Akkordeon. Das wird gewünscht und macht den Abend rund.

Von Regine Buddeke

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