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Lindow Angeklagter wusste, was er tat
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow Angeklagter wusste, was er tat
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14:52 15.08.2019
Aus Sicht der Gutachterin war der 26-jährige Angeklagte aus dem Amtsbezirk Lindow trotz seiner Alkohol- und Drogenabhängigkeit bei den ihm zur Last gelegten Straftaten nicht erheblich in seiner Steuerungsfähigkeit eingeschränkt. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Er stand wie so oft unter Einfluss von Drogen und Alkohol, als es zu den Straftaten kam, für die sich der 26-Jährige aus dem Amtsbezirk Lindow derzeit vor dem Landgericht Neuruppin verantworten muss.

Im Suff zugeschlagen

Der Angeklagte soll in Lindow am 23. Juli 2017 mit einem anderen in die Wohnung eines 38-Jährigen eingedrungen sein und ihn verprügelt haben – derart, dass der Mann einen Nasenbeinbruch erlitt.

Als das Opfer später in seine Wohnung zurückkam, fehlten 180 Euro und der Inhalt des Kühlschranks. Die Schläge hatte der Angeklagte eingeräumt, ebenfalls, dabei einen Quarzhandschuh übergezogen zu haben, nicht aber, Geld und Lebensmittel gestohlen zu haben.

Am 23. September, so die Anklage, soll er einen 35-Jährigen mit einem Messer bedroht, ihn geschlagen und ihm Wohnungsschlüssel und Handy entwendet haben. Das hatte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag bestritten.

Angeklagter ist drogen- und alkoholabhängig

In beiden Fällen waren Alkohol und Drogen im Spiel. Die psychiatrische Gutachterin bescheinigte dem 26-Jährigen eine Abhängigkeit. Eine Entwöhnungsbehandlung in der Lindower Salusklinik 2018 hatte er abgebrochen.

Der Angeklagte ist normal intelligent, zeigt jedoch eine antisoziale Verhaltensweise, die aber nach Ansicht der Sachverständigen keinen Krankheitswert hat.

Ihrer Einschätzung nach war er bei keiner der ihm vorgeworfenen Taten in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich eingeschränkt – trotz Alkohol und Drogen.

Er habe zielgerichtet handeln und vorgehen können, sich noch wortlos mit seinem Mittäter über die Verwendung der Quarzhandschuhe verständigen und sich einer polizeilichen Fahndung tagelang entziehen können, so die Gutachterin. Er sei also verantwortlich für sein Handeln.

Unterbringung in Psychiatrie angeraten

Um seine Sucht bekämpfen zu können, empfahl sie eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Nur dann sei eine „durchgreifende Änderung“ seines Verhaltens zu erreichen, wenn er sich einer qualifizierten Entwöhnungsbehandlung unterziehe.

„Er will eine Therapie, die ich für erfolgversprechend halte“, sagte sie. Der Angeklagte sei motiviert und auch in der Lage, so eine Maßnahme durchzuziehen. Die Gutachterin hielt einen Zeitraum von zwei Jahren für angemessen.

Mit einem Urteil ist am 28. August zu rechnen.

Von Dagmar Simons

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