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Lindow Die Wildnis soll in die Rüthnicker Heide zurückkehren
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow Die Wildnis soll in die Rüthnicker Heide zurückkehren
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11:31 23.12.2019
Wichtiger Lebensraum für Käfer, Pilze und Moose: Totholz in der Rüthnicker Heide. Die Forscher hoffen auf die Rückkehr von Arten. Quelle: Frauke Herweg
Rüthnick

Noch stehen die Kiefern in der Rüthnicker Heide in schnurgeraden Reihen. Doch das soll sich ändern. Der Besitzer der Fläche, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Naturerbe will das riesige Areal östlich von Rüthnick und südlich von Grieben (Oberhavel) wieder in einen naturnahen Wald verwandeln. Den dafür notwendigen Managementplan hat das gemeinnützige Unternehmen jetzt fertiggestellt.

Das 167-seitige Papier beschreibt, was in den kommenden zehn Jahren auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz passieren soll. Noch sind 3200 Hektar der insgesamt 3850 Hektar großen Fläche vor allem mit Kiefern bewachsen. „Um die Nadelholz-Bestände in einen Mischwald zu entwickeln, werden wir Nadelbäume entnehmen und so Licht und Raum für Laubbäume schaffen“, kündigt Projektleiterin Heike Culmsee an.

In seiner Größe seltenes Experiment

Zur Vorbereitung des Waldumbaus hatte die DBU Naturerbe gemeinsam mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt und der Georg-August-Universität Göttingen vor einigen Jahren ein in seiner Größe seltenes Experiment aufgelegt – in der Rüthnicker Heide testen sie, wie sich ein Wirtschaftswald möglichst schnell in einen naturnahen Laubmischwald entwickelt. Die Ergebnisse dieses Experimentes sollen im April 2020 vorgestellt werden, kündigt Katja Behrendt vom DBU Naturerbe an.

Auf einer 180 Hektar großen Testfläche untersuchen die Forscher, welche Rolle Totholz für die Entwicklung des Waldes spielt und inwiefern das Pflanzen junger Laubbäume den Renaturierungsprozess beschleunigt. 2015 hatten Waldarbeiter nach den Vorgaben der Forscher in der Rüthnicker Heide deshalb kreisrunde Versuchsanordnungen angelegt.

Größere biologische Vielfalt

Von den Erkenntnissen, die in der Rüthnicker Heide gewonnen werden, könnten Waldbesitzer in ganz Deutschland profitieren. Denn das Experiment soll in seiner Auswertung beschreiben, wie sich beschleunigen lässt, dass ein Wald wieder biologisch wertvoller wird.

Schon jetzt greifen Forscher und Förster auf der Testfläche nicht mehr ein. Insgesamt 524 Hektar Wald sind damit in der Rüthnicker Heide bereits sich selbst überlassen. Als langfristiges Ziel in der Rüthnicker Heide gilt ohnehin, dort irgendwann kein Nutzholz mehr zu schlagen.

Lebensraum für den Baumpieper

Langfristig pflegen wird die DBU Naturerbe dagegen die halboffenen Heidelandschaften in den ehemaligen Übungsflächen. Soldaten hatten einst auf Schießplätzen und Handgranatenwurfständen geübt. „Dieses Offenland wollen wir weiter entbuschen und mähen, um so Lebensräume für Vogelarten wie den Baumpieper oder die Goldammer zu erhalten“, sagt Culmsee.

Die DBU Naturerbe wird sich zudem um die Pflege des Möllerschen Luches kümmern. Derzeit geht der Bestand der Torfmoose dort zurück. Bundesforstmitarbeiter sollen deshalb aufwachsende Bäume und Sträucher entnehmen. Die Wurzeln der Bäume und Sträucher würden dem seltenen Lebensraumtyp sonst weiter Wasser entziehen.

Unzerschnittene Wälder sind selten

Große, nicht durch Straßen oder Siedlungen zerschnittene Wälder sind in Deutschland rar. Die Rüthnicker Heide ist ein solches Waldgebiet. Wildnisgebiete sollen nach der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt zwei Prozent der Fläche Deutschlands einnehmen.

Von Frauke Herweg

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