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Lindow Große Filme im kleinen Kino
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12:21 28.12.2019
Die Zwillinge Hanna und Enna aus Hannover warten jetzt gespannt auf den Film – ihre Popcorn-Verpflegung ist gesichert. Quelle: Fotos (2): Cornelia Felsch
Dierberg

Alfons ist ein wahrer Pechvogel und auch mit seinem Familiennamen hat er nicht gerade das große Los gezogen. Wo er auch hinkommt, hört er den Ruf seiner Mitschüler „Zitterbacke – Hühnerkacke“.

Die Neuverfilmung des legendären DDR-Kinderbuch-Klassikers war am Freitag im Dorfkino Dierberg zu sehen. Rund 40 Besucher – darunter natürlich viele Kinder – kamen am Nachmittag in das Gemeindezentrum. Dort veranstalten die Dierberger seit August ihre Kinoabende.

Landfrauen und Ortsvorsteher gemeinsam

Ortsvorsteher Peter Grundmann hatte die Idee, emsige Unterstützung bekommt er von den Landfrauen des Ortes. Zum Open-Air-Auftakt kamen 143 Besucher, der Filmabend am Freitag war bereits die fünfte Veranstaltung.

Von alteingesessenen Dierbergern hat Peter Grundmann erfahren, dass es schon in frühen DDR-Zeiten Kino-Vorführungen auf dem Land gab, so richtig inspiriert hat ihn das kleine Dorfkino in Lögow zwischen Neuruppin und Wusterhausen. Der Journalist Andreas Hahm-Gerling hat in der alten Dorfschule das Klassenzimmer zum Kino umgestaltet.

Das Mini-Filmtheater in bietet maximal 16 Zuschauern Platz, im Dierberger Gemeinschaftshaus ist da schon wesentlich mehr Platz. Doch auch hier ging es nicht ohne private Initiative.

Qualitätskino im kleinen Ort

Die Kosten für Leinwand und Beamer hat der Ortsvorsteher selbst aufgebracht. „Ich hätte auf Fördergelder warten können, aber dann hätten wir nicht im August beginnen können“, sagt der Familienvater, der selbst begeisterter Kinogänger ist. Er möchte den Kinobesuchern Qualitätskino bieten, so wie er es von den Kinovorstellungen im Kornspeicher Neumühle kennt.

Mainstream-Filme, wie sie in allen Kinos laufen, sind nicht sein Ding. „Ich möchte hochwertige Filme zeigen“, sagt er. Doch nicht nur die Filme stehen für Peter Grundmann im Vordergrund, es geht ihm auch um den sozialen Faktor. Er möchte die Menschen zusammenführen, nicht nur innerhalb des Dorfes – und das ist ihm auch schon gelungen.

Rund 40 Besucher sahen im Gemeindehaus den Film „Alfons Zitterbacke“. Quelle: Cornelia Felsch

Etwa ein Drittel der Kinobesucher kommen aus Dierberg, zwei Drittel aus den angrenzenden Kommunen“, sagt er und berichtet zufrieden von Urlaubern und Kurgästen aus der Lindower Salus Klinik, die sich nach Dierberg auf den Weg gemacht haben.

Einmal im Monat wird das Dierberger Gemeindehaus nun zum Kinosaal – bis zum Mai, dann ist Sommerpause. Auf einen besonderen Film freut sich Peter Grundmann schon jetzt. Am 27. März zeigt das kleine Kino in Dierberg dann den Streifen „Der Duft des Westpackets“. Eine Dokumentation, in der die Filmemacher dem Duft nachspüren, den Ostdeutsche noch immer in der Nase verspüren, wenn sie an die Pakete aus dem Westen denken.

Filmvorführung im Doppelpack

Am Freitag gab es die Filmvorführung gleich im Doppelpack – am Nachmittag für Kinder und jung gebliebene und am Abend für Erwachsene mit dem Film „Der Vornahme“. Dass anspruchsvolle auch in den kleinsten Dörfern gezeigt werden können, ist dem Filmklub Güstrow zu verdanken, der verschiedene Kulturorte in einem Abspielring zusammengefasst hat, zu denen auch Dierberg gehört. Dadurch werden Kosten gemeinsam getragen, Risiken minimiert und Filmvorführungen auch in entlegenen Orten mit wenig Zuschauern ermöglicht.

Die beiden 5-jährigen Zwillinge Hanna und Enna sind mit ihrer Großmutter nach Dierberg gekommen, die den Film noch aus DDR-Zeiten kennt. „Wir sind vorbereitet, wir haben uns den Film schon auf YouTube angesehen“, sagt sie. Die beiden Mädchen, die in Hannover leben, sind von der Neuverfilmung begeistert.

Alfons Zitterbacke mit seinem Freund Benni. Quelle: Cornelia Felsch

Allerdings hatten sie befürchtet, dass es im Dierberger Kino kein Popcorn geben würde. Doch die Angst war unbegründet und so können sie nun uneingeschränkt den Film genießen und die kleinen Katastrophen, die Alfons Zitterbacke heraufbeschwört, auf der leinwand verfolgen. Zum Glück hat der Filmheld einen guten Freund, der ihm zur Seite steht. Das anschließend Urteil der Zwillinge ist eindeutig; ihr Daumen zeigt nach oben.

Von Cornelia Felsch

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