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Lindow Garten des Buches feierlich eröffnet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow Garten des Buches feierlich eröffnet
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17:53 26.06.2019
Die Tafel wurde enthüllt von Elena Miropolskaja (jüdische Gemeinde Oranienburg), OPR-Vizelandrat Werner Nüse, der Schirmherrin, Ministerin Martina Münch, Generalsuperintendentin Heilgard Asmus, Stiftsvorsteherin Kara Huber und Maher Azzam von Estaruppin als muslimischer Vertreter (v.l.) Quelle: Regine Buddeke
Lindow

Mit Alraune, Amberbaum oder Aloe fängt das Pflanzen-ABC an und endet mit Weihrauch, Ysop und Zitronengras. Dazwischen tummeln sich Feigen- und Olivenbäumchen, Pistazie und Papyrusgras, Oleander und Granatapfel. Im Garten des Buches sollen alle Pflanzen nebeneinander gedeihen, die in den drei großen Buchreligionen erwähnt werden – in Bibel, Koran und Talmud.

Viele Gäste kamen zur Eröffnung des Gartens des Buches im Kloster Lindow: darunter auch Ministerin Martina Münch, die Schirmherrin.

Das Ganze ein Ausdruck für das Miteinander der Religionen und der Kulturen – ein interreligiöser Garten als Begegnungsstätte für alle Kulturen, als Stätte zum stummen Gebet, innerer Einkehr, für Gespräche und nicht zuletzt zum Lernen. Am Mittwoch wurde der Garten des Buches im Kloster Lindow eröffnet.

Mehr als 70 Menschen hatten sich eingefunden, um dem Projekt Tribut zu zollen. Bereits vor vier Jahren kam die erste Idee auf, das Gelände vor dem Perelshaus in einen Garten zu verwandeln: Nicht in einen Bibelgarten, sondern weit mehr.

Vertreter der drei Religionen zu Gast

„Etwas ganz einmaliges“, lobt Kulturministerin Martina Münch, die Schirmherrin des Gartens. „Er lädt ein, miteinander ins Gespräch zu kommen. Etwas, was leider in den oft schrillen Diskursen zwischen den Religionen wenig stattfindet“, mahnt sie an. Es gelte, die Neugier für die anderen Religionen zu wecken, Vorurteile abzubauen. „Es ist eine großartige Initiative, die mit Sicherheit überregionale Aufmerksamkeit erlangen wird“, so Münch.

Auch drei Vertreter der jeweiligen Religion sind zur Eröffnung gekommen: Generalsuperintendentin Heilgard Asmus lobt die „wunderbare Idee – paradiesisch und von himmlischer Ruhe“. Und mit der Option, die drei Religionen wertschätzend zu entdecken. Ähnlich würdigen es Maher Azzam als muslimischer Vertreter und Elena Miropolskaja von der jüdischen Gemeinde Oranienburg.

200.000 Euro hat der Garten gekostet

„Als Horst Borgmann damals, nachdem gerade sein Ruinen-Überdachungs-Projekt gescheitert war, mit der Garten-Idee kam, dachte ich: Er gibt ja nicht auf“, erinnert sich OPR-Vizelandrat Werner Nüse. In der Tat hat der Stiftskapitel-Chef nie eine Chance unversucht gelassen, das Kloster aus seinem Dornröschenschlaf zu holen.

Stolze 200.000 Euro hat der Garten schlussendlich gekostet –drei Viertel davon stammt aus EU-Fördermitteln. Für den Rest haben Borgmann und seine eifrigen Mitstreiter die Werbetrommel gerührt. Eine Menge Förderer sind im Netzwerk – Borgmann dankt allen für die Hilfe. Und bekommt seinerseits ein Dankeschön von der Stadt: Bürgermeister Udo Rönnefahrt überreicht dem Stiftskapitelvorsitzenden eine CD mit 400 alten Ansichtskarten von Lindow und dem Kloster.

Barrierefrei zu befahren

Mit dabei ist auch Lindows Ex-Bürgermeisterin Heidrun Otto, die beim ersten Spatenstich mit tat. „Damals habe ich kaum gewagt, mir vorzustellen, was hier entstehen soll. Es wurde zwischenzeitlich viel Erde bewegt. Und es hat sich wieder einmal bewahrheitet: Was lange währt, wird gut.“

Dann wird die Tafel enthüllt, bevor Pfarrer Sascha Gebauer durch den Garten führt. Gebauer hat die Tafeln für die rund 70 Pflanzen „betextet“, die Gartenplanerin Susanne Geitz in einem Labyrinth angeordnet hat: barrierefrei zu befahren, mit Brailleschrift auf den Tafeln. „Kein Irrgarten“, betont Gebauer. Man findet immer zum Ziel – egal wo man den Garten betritt und welchen weg man wählt.

Von Regine Buddeke

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