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Lindow Was wollen Kandidaten für den Bürgermeisterposten?
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01:16 18.05.2019
Lindow aus der Luft sieht einfach nur malerisch aus. Die Stadt hat aber auch einige Probleme zu lösen. Quelle: Peter Geisler
Lindow

 Als Heidrun Otto vor fünf Jahren Bürgermeisterin wurde, dachte sie, sie könnte viel in der Drei-Seen-Stadt umkrempeln. Und zwar schnell. Doch das erwies sich als Trugschluss. „Das Meiste dauert viel länger als gedacht“, sagt die zupackende Lindowerin. „Und an manchen Stellen muss man erkennen, dass man nichts machen kann.“ Weil der finanzschwachen Kommune das Geld fehlt, die Gesetze etwas nicht zulassen oder eine Mehrheit im Stadtparlament fehlt.

So ernüchtert wie diese Sätze klingen, ist Heidrun Otto aber gar nicht. Vielmehr habe sie seit 2014 schlicht erfahren, welche Grenzen dem Ehrenamt gesetzt sind. Sich aber auch richtig in die für die Kommune wichtigen Themen und Abläufe einarbeiten können.

Heidrun Otto will sich weiter engagieren

Genau das habe sie nun auch ihren beiden Mitbewerbern voraus, die der 67-Jährigen das Amt bei der anstehenden Bürgermeisterwahl am 26. Mai streitig machen wollen. „Und wir haben in Lindow auch einiges geschafft.“ Der Optimismus, die Lust, etwas zu entwickeln und sich für „ihr Lindow“ zu engagieren, seien ihr geblieben. „Sonst würde ich nicht noch einmal kandidieren.“

Seit rund 50 Jahren lebt die gebürtige Granseerin in Lindow. Seit 1993 mischt die CDU-Frau in der Kommunalpolitik mit, und zwar immer noch gern. Ganz oben auf ihrer Agenda steht aktuell der Erhalt des Titels „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Dieser ist seit dem vergangenen Jahr in Frage gestellt. Um den Status zu retten, muss die Stadt 2020 ein Tourismuskonzept vorlegen.

Amtierende Bürgermeisterin Heidrun Otto kandidiert erneut. Quelle: Regine Buddeke

Weil alles in Wege geleitet ist, ist Heidrun Otto aber zuversichtlich, dass das klappt. Allerdings nur, wenn alle mitziehen. Und wenn die Angebote, die es durchaus in der touristischen Region jetzt schon gibt, professionell vermarktet werden. „Lindow hat viele Pfründe, es muss nur besser mit ihnen wuchern.“

Im Vordergrund stehen für die verheiratete Zahnärztin, die zweifache Mutter und Großmutter ist, aber auch Sicherheit und Ordnung. So will sie jetzt vermehrt Druck auf Eigentümer von verwahrlosten Gärten und Häusern ausüben, damit sich diese um ihre Objekte kümmern. Sie arbeite aber auch daran mit, schnell eine Lösung für den Hort zu finden, der im Schulgebäude derzeit zu wenig Platz hat.

Engagieren will sie sich ebenfalls dafür, dass der Zustand der Wege in die Bungalowsiedlungen, der Ortsdurchfahrt Keller und der Straße Schönberg-Herzberg verbessert werden. „Das ist ganz wichtig für unsere Bürger.“ Die Gespräche dafür laufen bereits. Daneben liegt der Amtsinhaberin am Herzen, dass es in Lindow mehr Bauland gibt. Nur so käme die Stadt zu mehr Einwohnern und so zu mehr Einnahmen, sagt sie.

Die drei Lindower Bürgermeisterkandidaten präsentierten Anfang dieser Woche im Café „Süße Ecke“ ihre Ideen für Lindow. Das Interesse war groß. Quelle: Celina Aniol

Doch während sie da kaum Chancen der Einflussnahme für die Kommune sieht, da der auf höchster Ebene verhandelte Landesentwicklungsplan enge Grenzen für Bauland vorgibt, geben sich ihre Kontrahenten an diesem Punkt kämpferisch. Udo Rönnefahrt und Gert Wegner meinen, dass ein Bürgermeister bei dem Thema Druck auf Landesebene machen sollte.

Einig sind sie sich auch dabei, dass der Erholungsorttitel ungemein wichtig ist – allerdings sehen die beiden Anwärter für den Bürgermeisterposten unterschiedliche Schwerpunkte bei der touristischen Entwicklung Lindows. „Wir müssen richtig was tun, damit Touristen herkommen“, sagt Wegner, der seit 2018 Mitglied bei den Grünen ist.

Gert Wegner bewirbt sich zum ersten Mal um das Bürgermeisteramt. Quelle: Privat

Der 69-Jährige will sich deshalb dafür einsetzen, dass sich in Lindow ein größeres Hotel ansiedelt und dass insgesamt mehr für die Gäste geboten wird. Ein kleines Kino oder eine Nachtbar schweben dem ehemaligen Richter vor, der in Meißen geboren wurde und 1994 nach Lindow kam.

„Auf jeden Fall muss der Ort den Besuchern Spaß machen“, sagt der vierfache Vater, der bis 2014 zwei Legislaturperioden lang in der Kommunalpolitik mitmischte und auf sanften Tourismus setzt. „Und wir müssen Träume, die wir haben, verwirklichen.“ Wichtig wäre aus seiner Sicht ebenfalls, dass die Stadt das Problem mit randalierenden Jugendlichen richtig anpackt. Aber auch, dass Eigentümer von verwahrlosten Objekten mit Bußgeldern bestraft werden, der Bahnhof vom Stadtrand in die Ortsmitte zieht und dass die Bürger mehr in die politischen Entscheidungen einbezogen werden.

Für mehr Bürgernähe will sich auch Udo Rönnefahrt stark machen. Ihm ist aber im Gegensatz zu Wegner, der die Bürgerfragestunde in den Versammlungen der Stadtverordneten ausbauen will, wichtig, dass alle Beschlüsse im Internet einzusehen sind. „Damit jeder weiß, worum es geht und wie die Stadtvertreter entschieden haben“, erklärt der Gastwirt, der als Parteiloser über die FDP-Liste kandidiert.

Udo Rönnefahrt war schon 2014 Gegenkandidat von Heidrun Otto. Damals unterlag er und wurde Vize-Bürgermeister. Jetzt will er es noch einmal wissen. Quelle: Celina Aniol

Auch in Sachen Tourismus setzt er eigene Akzente. Er baut dabei vor allem auf die Entlastung der Gewerbetreibenden zum Beispiel über die Senkung der Steuersätze oder auf eine bessere Busanbindung über Gransee an die Hauptstadt. Dass es nicht einfach sein dürfte, die letzte Forderung umzusetzen, weiß der gebürtige Linower, da er seit Langem im Nahverkehrsbeirat des Landkreises sitzt.

Der Vater eines Sohnes, der mit seiner Partnerin das „Kircheneck“ betreibt, seit 2009 Stadtvertreter und seit 30 Jahren in Lindow zu Hause ist, findet es aber vor allem wichtig, das zu pflegen, was schon da ist. Und zwar besser als bisher.

Neben der Stärkung der kleinen Betriebe der Drei-Seen-Stadt oder der Belebung der Innenstadt liegt dem 54-Jährigen, der auch für den Kreistag kandidiert und dieses Mandat auch auf jeden Fall annehmen will, das Soziale am Herzen. Aus seiner Sicht wäre es wichtig, in Lindow einen Sozialausschuss oder noch besser eine Anlaufstelle für Sozialschwache zu schaffen. „Wir müssen versuchen, die Bürger zu unterstützen und zu entlasten.“ So zum Beispiel über die Abschaffung der Zweitwohnungssteuer, über die auch viele Lindower mit Bungalows zu Kasse gebeten werden.

Von Celina Aniol

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