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Lindow Kommunalwahl: Zwei frühere Kontrahenten treten noch mal an
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15:59 21.05.2019
Schöner See, großes Problem: Im Wasser des Vielitzsees sind zu viele Phosphate. Quelle: Frauke Herweg
Vielitzsee

Es klingelt an der Tür von Dieter Fischer. Ein Besucher möchte einen Rat für seine künftige Weihnachtsbeleuchtung. Fischer hilft unkompliziert, ohne all zu viele Worte zu verlieren. „Der Zusammenhalt bei uns ist da“, wird er wenig später sagen.

Seit 2003 ist Dieter Fischer Bürgermeister von Vielitzsee. 67,8 Prozent der Stimmen hatte der Kandidat der Freien Wähler Vielitz bei der letzten Wahl 2014 geholt. Dass er bei der Kommunalwahl Ende Mai ein weiteres Mal kandidieren würde, war für den 65-jährigen Elektromeister selbstverständlich. „Ich habe Liebe dafür“, sagt Dieter Fischer, der in Klosterheide geboren und in Vielitz aufgewachsen ist. „Mein Herz hängt an Vielitz.“

Zu viel Phosphat im Seewasser

Fischers erneute Kandidatur ist auch in einem Großprojekt begründet, das er angeschoben hat und gerne weiter begleiten würde – die Sanierung des Vielitzsees. Seit Jahrzehnten ist das Gewässer, das der Gemeinde ihren Namen gab, mit Phosphaten belastet. Nachdem sich das Land zu seiner Verantwortung für den See bekannt hatte, hat die Bürgerinitiative zur Rettung des Sees einen starken Partner. Inzwischen berät ein Arbeitskreis aus Experten, wie dem See zu helfen ist. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Fischer. „Ich wäre dumm, wenn ich jetzt aufhören würde.“

Die Sanierung des Sees wird viele Jahre dauern. Fischer muss bei diesem langwierigen Prozess Ansprechpartner für viele Seiten sein. „Ich bin froh, dass ich engagierte Mitstreiter habe“, sagt er. Vier Mitglieder hat die kleine Bürgerinitiative. „Das ist optimal“, sagt Fischer. „Wir können uns schnell absprechen.“

Noch reichen die finanziellen Reserven

Nicht einmal 500 Menschen leben in den drei Dörfern von Vielitzsee. Fischer ist stolz, dass die Gemeinde in diesem Jahr dennoch mehr als 100.000 Euro für eigene Vorhaben ausgeben kann. „Das ist für eine kleine Gemeinde gar nicht so schlecht“, findet er.

Dieter Fischer ist Bürgermeister der Gemeinde Vielitzsee. Quelle: Frauke Herweg

So soll die Straße am Strubenseer Friedhof saniert und der Weg nach Baumgarten repariert werden. Außerdem wird in die Reparatur einer Abwassergrube in Ausbau Vielitz, neue Straßenlampen in Strubensee und die Spielplätze investiert werden. „Ich glaube nicht, dass wir jedes Jahr so viel machen können“, sagt Dieter Fischer. Noch aber gibt der Haushalt solche Ausgaben her.

Marode Straße in Seebeck

Unglücklich ist Fischer dagegen mit dem Zustand einiger Straßen. So sind die Kreisstraßen zwischen Vielitz und Herzberg sowie zwischen Vielitz und Seebeck marode. Zwar hat der Landkreis eine Sanierung der Straße zwischen Vielitz und Herzberg für 2021 in Aussicht gestellt. Für den löchrigen Abschnitt zwischen Vielitz und Seebeck sowie die marode Seebecker Ortsdurchfahrt gibt es jedoch gar keine Angaben. „Das ist nicht schön.“

Auch für Fischers Kontrahenten Tony Groche sind die Straßen ein Ärgernis. Bei Regen sei die Seebecker Ortsdurchfahrt gefährlich, sagt der FDP-Bürgermeisterkandidat. Mehrmals schon hat die Gemeinde den Zustand der Straße moniert. „Doch da kommt keine Reaktion“, sagt Groche. Gemeinsam mit anderen hat er schon über eine Protestaktion an der Straße nachgedacht. Eine publikumswirksame Sperrung etwa.

Tony Groche ist Ortsvorsteher von Strubensee. Quelle: Frauke Herweg

Seit 2004 ist der Stuckateurmeister Ortsvorsteher von Strubensee. 2014 hatte er bereits ein Mal gegen Fischer kandidiert. Der 51-Jährige hat nicht gezögert, noch einmal gegen Fischer anzutreten. „Es muss ja schließlich einen zweiten Kandidaten geben.“

Fair für die drei Dörfer

Alles in allem ist Groche mit der Entwicklung Vielitzsees zufrieden. „In den Dörfern funktioniert es“, sagt er. In den vergangenen fünf Jahren sei es gut gelungen, Entscheidungen für die drei Ortsteile gemeinsam zu fällen. „Es war sehr harmonisch.“

Gemeinsam mit anderen hatte er sich darum bemüht, dass bei der Kommunalwahl auch drei Kandidaten aus Seebeck antreten. Nach dem Rücktritt von Ortsvorsteher Heino Brandenburg hatte es in Seebeck zuletzt keinen Ortsbeirat mehr gegeben. Es fanden sich auch keine Kandidaten für einen neuen Ortsbeirat. Umso wichtiger sei es, dass die Seebecker Stimmen in der Gemeindevertretung haben.

Hohe Verwaltungskosten

Noch hat die Gemeinde finanzielle Rücklagen. „Doch die Reserven sind langsam aufgebraucht“, sagt Groche. Eine der Ursachen dafür ist die seiner Einschätzung nach relativ hohe Amtsumlage – „teilweise höher als die Schlüsselzuweisungen“.

Groche ist auch klar, dass der jährliche Transfer an das Amt notwendig ist. „Wie man aus diesen Verwaltungskosten rauskommen will, weiß ich auch nicht“, sagt er. Eine Erhöhung der Gewerbesteuern, mit der die Gemeinde ihre Einnahmen aufbessern könnte, würde Groche allerdings ablehnen.

Lange war in Vielitzsee darüber diskutiert worden, ob die Gemeinde nicht dem Amtsbauhof beitreten soll. Am Ende entschied man sich dagegen. Eigene Arbeiter zu beschäftigen sei preiswerter, hatte man errechnet. Derzeit ist nur eine Gemeindearbeiterstelle in Seebeck unbesetzt. Kein größeres Problem, sagt Groche. Grünflächen und Badestellen seien gepflegt.

Von Frauke Herweg

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