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Lindow Überraschung: Straße nach Vielitz wird doch nicht gesperrt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow

Kreis OPR sperrt marode Straße von Vielitz nach Herzberg doch nicht

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14:40 23.07.2021
Abgebrochene Fahrbahnkanten bei einer Straße, die gerade mal drei bis 3,5 Meter breit ist: Die Strecke nach Vielitz ist in miserablem Zustand.
Abgebrochene Fahrbahnkanten bei einer Straße, die gerade mal drei bis 3,5 Meter breit ist: Die Strecke nach Vielitz ist in miserablem Zustand. Quelle: Henry Mundt
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Vielitz/Herzberg

Der Sinneswandel kam gerade noch rechtzeitig: Eigentlich sollte die Straße zwischen Herzberg und Vielitz ab Montag in eine Richtung gesperrt werden. Die Kreisverwaltung hatte vor wenigen tagen angekündigt, die Strecke zur Einbahnstraße zu erklären. Doch dagegen gab es offenbar so viel Widerstand, dass das Straßenverkehrsamt in Neuruppin jetzt zurückrudert.

Die Strecke darf doch weiter in beide Richtungen befahren werden. Den Plan, daraus eine Einbahnstraße zu machen, zieht der Landkreis als unrealistisch zurück.

„Nach nochmaliger Prüfung durch das Amt für öffentliche Sicherheit und Verkehr ist festgestellt worden, dass das gewünschte Ziel einer einseitigen Sperrung unter den gegebenen Umständen nicht zu realisieren ist“, teilt Kreissprecher Alexander von Uleniecki jetzt mit. „Der landwirtschaftliche Verkehr kann ebenso wie der Anliegerverkehr in dem Abschnitt nicht unterbunden werden. Es kommt weiterhin zu einem Begegnungsverkehr.“

Die Straße ist die schnellste Verbindung von Herzberg nach Vielitz, Strubensee und Seebeck und wird nicht nur von den Anwohnern genutzt. Auch Landwirte brauchen die Strecke als Zufahrt zu ihren Feldern rundherum.

Fahrbahn zwischen Herzberg und Vielitz ist zu schmal

Die Kreisverwaltung hatte zuletzt vor, die Strecke von Herzberg in Richtung Vielitz zu sperren. Fahrzeuge sollte sie nur noch in einer Richtung benutzen dürfen, nämlich von Vielitz nach Herzberg. Ziel sollte sein, zu vermeiden, dass sich zwei entgegenkommende Fahrzeuge begegnen.

Denn die Fahrbahn ist in durch die „zahlreichen Flickstellen, immer wiederkehrenden Löcher, abbrechenden Kantenschäden und ausgefahrenen Bankette befindet sich die Straße in einem desolaten Zustand“, so die Kreisverwaltung. Wenn sich zwei Fahrzeuge begegnen könnte die Situation schnell gefährlich werden.

Das sieht auch Vielitzsees Bürgermeister Dieter Fischer so. Seit Jahren fordert seine Gemeinde deshalb vom Landkreis, die Straße zu sanieren: „Es gab dazu schon erheblichen Schriftverkehr.“ Bisher aber vergeblich.

Vielitzsee fordert eine Sanierung statt der Sperrung

Dass der Kreis sie Straße stattdessen jetzt zur Einbahnstraße machen wollte, hält Fischer für eine Frechheit. „So kann’s nicht laufen“, sagt er verärgert. Die Fahrbahn einfach in dem Zustand zu lassen, in dem sie jetzt ist, hält er der Bürgermeister aber auch für untragbar: „Diese Straße ist kaputt.“

Das war sie auch früher schon. Doch seit während der Bauarbeiten auf der Bundesstraße zwischen Herzberg und Grieben haben viele Autofahrer diese Straße als Schleichweg genutzt. Das hat ihr den Rest gegeben. Weil der Bund die Strecke nach Vielitz nicht als offizielle Umleitung ausgeschildert hatte, bezahlt er auch nicht für die Schäden, die Fahrzeuge während der Bauzeit dort angerichtet haben.

Auch die Kreisverwaltung sieht das als Problem. Es sei geplant, mit der Sanierung die Kreisstraße zwischen Herzberg und Vielitz ab 2023 zu beginnen, heißt es von dort. Dieter Fischer glaubt noch nicht dran. Er hat gehört, der Kreis wolle nur bauen, wenn er Fördermittel bekommt. „Und was ist, wenn nicht?“, fragt der Bürgermeister.

Er fürchtet, dass viele große Fahrzeug wegen der kaputten Kreisstraße auf andere Strecken ausweichen könnten und auch die noch kaputtfahren. Für die kleineren Strecken sind aber die Gemeinden zuständig und nicht der Landkreis. Am Ende, sagt Dieter Fischer, sei es immer die Gemeinde, die die Suppe auslöffeln muss, die andere eingebrockt haben.

Von Reyk Grunow