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Lindow Bisheriger Amtswehrführer nach 15 Jahren Dienst nun im Ruhestand
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00:23 17.09.2018
Der Lindower Amtswehrführer Ulrich Kausel (l.). Quelle: Reyk Grunow
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Lindow

15 Jahre lang war Ulrich Kausel Amtswehrführer in Lindow. Anfang September hat er seinen Dienst quittiert. Ganz freiwillig sei diese Entscheidung aber nicht gefallen, sagt er. Vielmehr musste er den Posten automatisch räumen, weil er 65 Jahre alt geworden ist.

„Ich wäre gern noch länger geblieben. Ich fühle mich fit genug“, sagt er. Die Regelung des Landes Brandenburg lässt das aber nicht zu. Sie schreibt vor, dass spätestens mit 65 Jahren Schluss ist im aktiven Dienst. Das könnte sich zwar ändern. „Für mich kommt es aber zu spät“, sagt Ulrich Kausel.

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Tatsächlich sieht ein aktueller Entwurf des Landeskabinetts eine Anhebung der Grenze auf 67 Jahre vor. Allerdings muss dem Papier noch der Landtag zustimmen. Wann das passiert, das ist offen.

Späteinsteiger bei der Feuerwehr

In die Wiege gelegt wurde Ulrich Kausel der Brandschutz nicht. „Ich kam erst spät dazu. Gewissermaßen als Quereinsteiger“, sagt er und lacht. Als der gebürtige Lindower in der Wendezeit sein Haus baute, sprach ihn der damalige Ortswehrführer an: Spätestens jetzt sei es an der Zeit, über den Einstieg in die Reihen derjenigen nachzudenken, die über Hab und Gut wachen.

2003 wurde Kausel Amtswehrführer

Er drängelte so lange, bis Kausel 1991 zu der Jahreshauptversammlung kam – und dort prompt Mitglied der Freiwilligen wurde. Schon ein Jahr später ließ sich der frühere Fußball-Übungsleiter breitschlagen, Jugendwart zu werden. Zwei Jahre später wurde er Amtsjugendwart, 2003 dann Amtswehrführer.

Karriere dank Anstellung beim Amt

Dass er die Karriereleiter bei der Feuerwehr so schnell erklomm, verdanke er unter anderem seinem damaligen Arbeitgeber: dem Lindower Stadtbauhof. Dieser habe ihn freigestellt, wenn er zu Lehrgängen musste, und später auch für die Arbeiten als Wehrführer. „Wenn man nicht beim Amt angestellt ist, kann man den Job heute gar nicht richtig machen.“ Alleine der Papierkram habe nämlich in den vergangenen Jahren unglaublich zugenommen. „Ich habe von meinem Vorgänger einen – nicht mal besonders dicken – Schnellhefter bekommen.“

Enrico Herwy soll den Posten übernehmen

Er selbst werde mindestens 20 dicke Ordner an seinen Nachfolger übergeben.

Zu diesem soll sein bisheriger Stellvertreter Enrico Herwy demnächst im Amtsausschuss berufen werden. Für Kausel eine gute Wahl. „Ich könnte mir keinen besseren vorstellen.“ Er sei super ausgebildet und arbeite ebenfalls bei der Stadt, was eben ein großer Vorteil sei. Die Aufgaben der Stellvertreter sollen künftig neben Lutz Damrow auch Marco Döring übernehmen.

Wohnung im Gerätehaus

Völlig verschwinden werde er aus dem Leben der Feuerwehrleute so schnell allerdings nicht, sagt Ulrich Kausel, der seit 27 Jahren bei den Brandschützern aktiv ist. Schon alleine, weil er im Feuerwehrgerätehaus lebt, werde es eher ein Abschied auf Raten werden. „Ich kann zwar nicht mehr zu den Einsätzen mitfahren, aber immer noch vor Ort helfen.“ Dass er Herwy in dessen erster Zeit an der Spitze der rund 120 Feuerwehrleute zur Seite stehen wird, sei selbstverständlich.

Der Amtsausschuss, in dem der bisherige Amtswehrführer verabschiedet und der neue berufen wird, tagt am Montag, 24. September, ab 19 Uhr im Lindower Bürgerhaus.

Von Celina Aniol

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