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Lindow Das Schicksal brachte Marco Döring zur Lindower Feuerwehr
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13:27 14.02.2020
Marco Döring ist der neue Chef der Lindower Feuerwehr. Quelle: Julia Redepenning
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Lindow

Es war nicht nur die Lust auf ein Abenteuer, die Marco Döring aus Lindow dazu brachten, Mitglied der freiwilligen Feuerwehr seiner Stadt zu werden. Viel mehr war es ein für ihn schreckliches Ereignis. „Eigentlich bin ich durch meine Tochter Brandschützer geworden“, sagt der 44-Jährige.

Lindower wird nach Brand selber Feuerwehrmitglied

Es war vor 20 Jahren, seine Tochter war noch klein. Gemeinsam mit Freunden hatte sie in einem Schuppen eine Bude gebaut und spielte darin. Die Kinder zündeten Kerzen an und stellten sie auf den Tisch. Als die Kerzen umkippten, geriet sofort alles in Brand. „Die Feuerwehr musste kommen und das Feuer löschen“, sagt Döring.

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Zum Glück wurde niemand verletzt. Dennoch bestand Marco Döring darauf, dass seine Tochter und ihre Freunde die Verantwortung dafür übernehmen und sich persönlich bei den Feuerwehrleuten entschuldigen. „Dabei flossen Tränen – in Massen“, erinnert sich der Feuerwehrmann.

„So wurde ich einer von ihnen“, sagt Döring. „Aus der Erziehungsmaßnahme ist am Ende mehr geworden“. Mit 24 Jahren tritt er in die Lindower Feuerwehr ein.

Heute, 20 Jahre später, ist er der neue Einheitsführer in Lindow und stellvertretender Amtswehrführer. Er ist auch Zugführer des Löschzuges, beim Kreisfeuerwehrverband aktiv und für 40 Feuerwehrmänner und Frauen verantwortlich. „Damit habe ich damals nicht gerechnet“, sagt er.

Die Tochter ging selbst in die Feuerwehr

Die Tochter des Lindower Feuerwehrchefs wurde selbst Mitglied der Lindower Wehr. Obwohl ihre erste persönliche Begegnung alles andere als schön war, trat sie einige Jahre später der Jugendfeuerwehr bei. Sie war aktive Feuerwehrfrau, bis sie für den Job Lindow verließ. Heute arbeitet sie als Intensivschwester in Neuruppin.

Auch der Rest der Familie ließ sich anstecken von der Liebe zur Feuerwehr: Der Sohn, die zweite Tochter und auch seine Frau sind im aktiven Dienst. „Meine Frau war viele Jahre Jugendwartin“, sagt Döring.

Marco Döring hatte schon früher Kontakt mit der Lindower Feuerwehr

Den Gedanken, ein Brandschützer zu werden, hatte der Lindower schon vor dem Vorfall mit der Tochter. „Durch Bekannte bin ich dazu gekommen“, sagt er. Damals noch als Zivildienstleistender war das Geld knapp – zu knapp für Marco Döring. „Ich habe immer gesagt, wenn ich hier in Lindow eine feste Arbeit bekomme, dann trete ich ein.“ Nach dem Brand war es für ihn mehr – eine Ehrensache, den Feuerwehrleuten seines Ortes unter die Arme zu greifen.

Marco Döring ist mit Leidenschaft Feuerwehrmann. Quelle: Julia Redepenning

Eine gute Arbeit hat der Feuerwehrchef ebenfalls gefunden: Gemeinsam mit seiner Frau ist er bei der Arbeiterwohlfahrt in Lindow, einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung.

Seine Frau ist stellvertretende Leiterin, er Dauernachtwächter. „Es gibt Momente, da geht die Arbeit vor und die Feuerwehr muss warten“, erklärt der Einheitsführer. Aktuell macht er eine Ausbildung zum Heilerzieher. Sein Diplom dafür legt er diesen Sommer ab.

Lindower Feuerwehrchef hat große Pläne mit der freiwilligen Feuerwehr

Bei seinem Hobby Feuerwehr konnte er relativ zügig die Karriereleiter hochsteigen. Er war gut geeignet, wie er selber sagt. „Mir sind die verschiedenen Ausbildungen nicht schwer gefallen.“

Zittern musste er dennoch: Sein Asthma hätte ihn einen Strich durch die Rechnung machen können. Doch er bestand die ärztliche Überprüfung und wurde Atemschutzgeräteträger – eine Voraussetzung für den Truppführer im Kreis Ostprignitz-Ruppin, der wiederum Voraussetzung für andere Ausbildungen ist.

Im nächsten Jahr möchte Marco Döring die nächste Hürde nehmen und den Lehrgang für den Verbandsführer besuchen. „Der fehlt mir noch“ sagt er „ist aber in Planung.“

Wünsche hat er auch: Eine eigene Waschstraße für die Einsatzfahrzeuge seiner Wehr steht ganz weit oben. „Das möchte ich gerne schnellstmöglich in Angriff nehmen.“ Sollte das Gerätehaus die Tauglichkeitsprüfung bestehen und die Finanzierung geklärt sein, steht dem Vorhaben nicht im Weg.

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Von Julia Redepenning

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