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Lindow Melodien aus Oper und Operette begeistern in der Musikscheune
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow Melodien aus Oper und Operette begeistern in der Musikscheune
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00:28 27.06.2019
Tenor Michael Heim (l.), Bass Reinhard Hagen, Sopranistin Peggy Steiner und Rüdiger Mühleisen am Klavier. Quelle: Regine Buddeke
Vielitz

Wenn der Hausherr selbst singt, ist die Scheune meist rappelvoll. So auch an diesem Sonntag. Gastgeber Reinhard Hagen hat indes weit mehr Stimmpracht zu bieten, als seinen eigenen sonoren Bass. Als Gast in seine Vielitzer Musikscheune hat er sich Sopranistin Peggy Steiner eingeladen, dazu den Tenor Michael Heim und als Mann für alle Noten das Ein-Mann-Orchester Rüdiger Mühleisen am Klavier.

Der führt wie ein Kapitän durch die Höhen und Tiefen der Opernliteratur und umwebt mit flinken Fingern die heiteren Operettenschmankerln, in denen die Sänger brillieren.

Das Publikum wird zuerst einmal geplättet: „Wir bestrafen Sie jetzt mit drei Stunden Wagner“, witzelt Heim, gibt eine kurze Inhaltsangabe über Wälsungenblut und Inzest. „Aber so weit singen wir heut nicht“, wiegelt er wieder ab und die Sänger steigen mit Verve und Wucht in den ersten Akt der Walküre ein.

Musikalischer Zweikampf: Tenor Michael Heim (l.) und Bass Reinhard Hagen. Quelle: Regine Buddeke

Nach den mythischen Abgründen der Nibelungen ist Zeit für Höhenflüge: Die berühmte Cavaradossi-Arie aus Puccinis „Tosca“ – tragisch, tragisch – strömt aus Heims Lunge und plättet die Zuhörer einmal mehr. „Man sieht, dass wir Tenöre noch im Angesichts des Todes nur an eines denken: die letzte leidenschaftliche Liebesnacht“, lässt Heim launig wissen.

Dann betört Peggy Steiner – im umwerfendem Abendkleid – in der Arie der Marie aus Smetanas „Die verkaufte Braut“. Last not least: Mozarts Zauberflöte. Reinhard Hagen ist ein wunderbarer Sarastro – Ah und Oh raunen die Zuhörer – etliche haben ihn schon mit der Hallen-Arie gehört.

Nach der Pause wird es deutlich heiterer: Der Operetten-Teil bringt Lieder aus Kálmáns „Csárdásfürstin“ und „Gräfin Mariza“, aus Millöckers „Die Dubarry“ und Lehars „Land des Lächelns“ zutage. „Dein ist mein ganzes Herz“ schmachtet Michael Heim und das Publikum schmilzt. „Lippen schweigen“ – auch das berühmte Duett betört.

Es gab viel Applaus für alle Akteure. Quelle: Regine Buddeke

Reinhard Hagen bekennt, er fühle sich der Operette nicht wirklich verbunden. Dennoch lässt er sich als Zugabe – die die Gäste stürmisch einfordern – auf ein Terzett ein und singt gemeinsam mit Peggy Steiner und Michael Heim ein Schmankerl.

Der absolute Zugaben-Höhepunkt ist indes „Die Uhr“ – ein Gedicht von Johann Gabriel Seidl, vertont von Carl Loewe. Reinhard Hagen und Rüdiger Mühleisen in Hochform. Beide sind damit auch am Freitag, 28. Juni, 17 Uhr im Café „Süße Ecke“ in Lindow zu erleben – bei einem musikalischen Interview-Talk „Künstler zum Anfassen“.

Von Regine Buddeke

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