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Lindow Rettungsplan für den Vielitzsee
Lokales Ostprignitz-Ruppin Lindow Rettungsplan für den Vielitzsee
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08:42 30.03.2019
Schön, aber trüb: Der Vielitzsee ist mit Phosphat belastet. Quelle: Regine Buddeke
Seebeck

In den kommenden Tagen werden die Vielitzseer Post bekommen. Auf einem Flugblatt wird die Bürgerinitiative Vielitzsee die Anwohner des Gewässers um ihre Hilfe bitten. Möglichst viele Anwohner sollen sich an einer Untersuchung der Brunnen beteiligen. „Das Landesumweltamt möchte eine Karte erstellen, die zeigt, wo die Phosphat-Konzentration besonders hoch ist“, sagt Heidi Küttner-Neuhaus von der Bürgerinitiative. „Je mehr Proben es gibt, desto genauer wird das Bild.“

Seit Langem ist die Phosphatkonzentration im Vielitzsee deutlich zu hoch. Die Bürgerinitiative Vielitzsee versucht deshalb zu ergründen, wie dem überdüngten Gewässer zu helfen ist. Inzwischen haben die fünf Mitglieder der Initiative einen starken Mitstreiter: Das Land hat den See in einen Maßnahmenplan aufgenommen und sich damit verpflichtet, den See in einen ökologisch guten Zustand zu versetzen.

Bessere Entsorgung des Abwassers

Experten aus einem Arbeitskreis haben sich seit Ende vergangenen Jahres zwei Mal getroffen, um Hilfen für den See zu beraten. Verbesserungen könnte es etwa bei der Abwasserentsorgung geben – denn auch Abwasser treiben die Phophatwerte nach oben. 2021 sollen die Seebecker Grundstücke an die Abwasserentsorgung angeschlossen werden, kündigte Vielitzsees Bürgermeister Dieter Fischer bei der ersten „See-Tisch“-Gesprächsrunde mit Anwohnern am Freitagabend an. Zugleich soll ein Gutachter eine Übersicht über Düngemittellager erstellen – denn von dort können Einträge in den See kommen.

Ein Großteil der Nährstoffe im Vielitzsee stammen aus der Landwirtschaft. In Gesprächen mit Landwirten soll vereinbart werden, Seerandstreifen anzulegen, in denen nicht gedüngt wird. Ein Flächentausch mit Landwirten sei ebenfalls denkbar, sagte Fischer – “damit nicht überall im Einzugsgebiet des Vielitzsees gedüngt wird“.

Keine Komposthaufen in Seenähe

Doch auch Anwohner können etwas für den See tun. Komposthaufen sollten nicht in Ufernähe angelegt werden, sagte Küttner-Neuhaus. Experten der Unteren Wasserbehörde empfehlen zudem, Schilf nicht im Winter zu schneiden. „Wir helfen dem See nicht, wenn wir die trockenen Pflanzen wegnehmen“, sagte Küttner-Neuhaus. Der Schnitt schade eher den Brutvögeln, die im Frühjahr den Schutz des Schilfs brauchen. „Es dauert zu lange bis das Schilf nachwächst.“

Umstritten ist, ob ein Ausbaggern dem See hilft. Ein Gewässerexperte hatte das zuletzt abgelehnt. Die Initiative hat deshalb zum nächsten „See-Tisch“ am 26. April einen Seewissenschaftler eingeladen.

Von Frauke Herweg

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