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Ostprignitz-Ruppin Markttreiben im Kloster Stift
Lokales Ostprignitz-Ruppin Markttreiben im Kloster Stift
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18:53 17.12.2017
Isabella Drewianka und Mario Stark boten im Trauzimmer Keramikschmuck an.
Isabella Drewianka und Mario Stark boten im Trauzimmer Keramikschmuck an. Quelle: Christamaria Ruch
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Heiligengrabe

Gepresste Blüten und Blätter und Licht gehören zu den Freizeitbeschäftigungen von Regina Einfeld. Die Rostockerin streift von Frühjahr bis Herbst durch die Natur, sammelt Pflanzenteile und arrangiert sie zu getrockneten Kunstwerken. Und immer geht ihr am Ende ein Licht auf.

Michel Bach spielte Dudelsack. Quelle: Christamaria Ruch

Mehr als 50 Stände lockten am Sonnabend zum Markttreiben im Kloster Stift zum Heiligengrabe. Dort reihte sich auch Regina Einfeld mit ihrem Stand ein. Im Kapitelsaal stand sie Seite an Seite mit ihrer Schwester Lore Peters aus Grabow bei Blumenthal. Diese hat ein Händchen für die Kranzbinderei. „Ich sammele Blüten und Moose, trockne sie oder binde sie frisch“, so Lore Peters. „Wenn ich Kränze binde, dann bin ich bei mir angekommen.“ Zum achten Mal reihte sie sich beim Klostermarkt ein. Regina Einfeld erhielt durch eine Freundin die Anregung, Blüten und Blätter zu pressen. Sie baut daraus Windlichter oder Lampenschirme. Nun präsentierte sie sich erstmals beim Klostermarkt. „Damit die Farben bei den Blüten erhalten bleiben, lüfte ich sie jeden Abend beim Pressen“, gab Regina Einfeld noch einen Trick preis.

Isabella Drewianka aus Frankendorf bot Keramikschmuck im Trauzimmer vom Kloster an. Dort geben sich sonst immer die Hochzeitspaare das Jawort - nun konnten die Besucher vom Markt Ja zum Schmuck sagen. „Seit fünf Jahren mache ich diesen Schmuck und hole mir Anregungen von überall her“, sagte Isabella Drewianka. Ihr Lebensgefährte Mario Stark ist immer dabei und hilft beim Aufbau des Standes.

Gunn Stübner geht bei der Weihnachtsbäckerei auf und bot ihre Köstlichkeiten an. Quelle: Christamaria Ruch

Gunn Stübner aus Zermützel steht auch für Handgefertigtes. Bei ihr gehen Plätzchen und Stollen aus der Weihnachtsbäckerei über den Tisch. „Das ist mein Hobby, ich backe leidenschaftlich gern“, sagte sie. Und besonders pries sie den Stollen nach einem Familienrezept aus Sachsen an. „Der ganze Stollen wiegt gut 2,5 Kilogramm, ich verkaufe immer Hälften“, sagte sie. Das Geheimnis eines guten Stollen: Lange und kühl lagern und keinesfalls im Kühlschrank aufbewahren. „Schöne Atmosphäre, alles kuschelig, viele Stände mit Kunsthandwerk und Handarbeit und ausgefallene Sachen, die im Laden nicht zu kaufen sind“, verteilte sie Lob.

Auch Bettina Kraft aus dem Prignitzdorf Kunow setzt auf den Klostermarkt. Zum vierten Mal bot sie gestrickte und gehäkelte Mützen oder Socken an. „Die Handarbeiten habe ich früher von meiner Mutter gelernt“, sagte sie. Wenn die Nadeln bei ihr heiß glühen, kann sie gut von der Arbeit abschalten. „Bevor ich vor dem Fernseher sitze, stricke ich lieber“, so Bettina Kraft. Michel Bach empfing die Besucher draußen mit Dudelsackklängen. Er unterrichtet an der Freien Schule auf dem Klostergelände Musik und Holzhandwerk. Kinder probierten sich unter Anleitung von Bach beim Schnitzen mit alten Werkzeugen aus.

Von Christamaria Ruch