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Ostprignitz-Ruppin Mehr Geld für die Jugendarbeit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mehr Geld für die Jugendarbeit
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09:21 14.03.2014
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Genrefoto Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Das hat Landrat Ralf Reinhardt (parteilos) am Donnerstag beim Kreistag in Neuruppin versprochen. Daraufhin zog Marion Liefke (SPD) nach einer kurzen Beratung mit Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses den Antrag des Gremiums zurück, dass der Kreis in diesem Jahr 100 000 Euro zusätzlich für die Jugendarbeit bereitstellen soll.

„Diesen Beschluss hätte ich beanstanden müssen“, hatte zuvor der Landrat betont. Denn der Kreis befindet sich weiterhin in einer schwierigen Finanzlage. Die Altschulden betragen rund 30 Millionen Euro. Um Geld aus dem Nothilfefonds des Landes zu erhalten und die Schulden allmählich abbauen zu können, darf der Kreis nicht zusätzliches Geld für sogenannte freiwillige Aufgaben wie die Jugendarbeit ausgeben. Hätte der Kreistag das beschlossen, würde es gar keine Finanzspritzen mehr vom Land geben, warnte Reinhardt. Dann könnte der Landkreis womöglich auch keine Zuschüsse mehr für die Kultur und den Sport zahlen.

Der Bündnisgrüne Wolfgang Freese sprach von einer „schlechten Stimmung“ unter den Jugendsozialarbeitern. „Sie fühlen sich in ihrer Arbeit nicht verstanden und geschätzt.“ Auch deshalb müsste der Kreistag ein Zeichen für die Jugendarbeit setzen. Deutlicher wurde Oliver Leonhardt vom Jugendwohnprojekt Mittendrin. „Sie zündeln mit dem sozialen Frieden“, sagte er zu den Abgeordneten. Gebe es nicht mehr Geld für die Jugendarbeit, drohe das Aus für mehrere Jugendclubs. „Dann dürfen sie sich nicht beschweren, wenn die Jugendkriminalität steigt und viele Jugendliche nur saufen.“ Indes verwies Sozialarbeiter Michael Kretschmer-Loof darauf, dass Jugendarbeit eigentlich eine pflichtige Aufgabe ist, die der Landkreis nur auf freiwillige Träger verlagert hat.

Landrat Reinhardt nannte gestern keine Summe, die durch Umschichtungen im Haushalt zusätzlich für die Jugendarbeit aufgebracht werden kann. „Es können aber auf jeden Fall deutlich mehr Anträge bewilligt werden als jetzt.“ Zugleich ermunterte der Landrat die Jugendlichen, sich wegen Zuschüssen für Projekte an Stiftungen zu wenden. „Das bedeutet einen bürokratischen Aufwand, aber Stiftungen können auch helfen.“

SPD-Frau Liefke war mit dem Kompromiss zufrieden. Und das waren wohl auch die gut 20 Jugendlichen, die zum Kreistag nach Neuruppin gekommen waren.

Von Andreas Vogel

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