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Ostprignitz-Ruppin Millionen für das M-Haus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Millionen für das M-Haus
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18:18 08.10.2014
Gertrud Becker von der Klinik-Tochter GZG leitete den Umbau. Die Chefärzte Wojciech Drozdz (M.) und Colombo Benkmann nahmen den symbolischen Schlüssel des M-Hauses entgegen.
Gertrud Becker von der Klinik-Tochter GZG leitete den Umbau. Die Chefärzte Wojciech Drozdz (M.) und Colombo Benkmann nahmen den symbolischen Schlüssel des M-Hauses entgegen. Quelle: Christian Schmettow
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Als der Brustkorb-Chirurg Wojciech Drozdz vor 14 Jahren seine Arbeit in den Ruppiner Kliniken begann, war seine größte Sorge der Transport der Patienten: Frisch operierte Menschen mit Drainage-Schläuchen, Wind und Wetter ausgesetzt, auf dem Rückweg vom Operationssaal in ihr Zimmer - konnte das gutgehen? "Es hat nicht schlecht funktioniert", sagt der Chefarzt der Thorax-Chirurgie heute. Weil sich die Ruppiner Kliniken auf viele denkmalgeschützte Gebäude verteilen, wurden die Patienten samt Betten mit Krankentransportern von Haus zu Haus gefahren.

Trotzdem ist Wojciech Drozdtz erleichtert, dass das nun ein Ende hat. Ab Ende Oktober ziehen die Gynäkologie, die Urologie, die Thorax-Chirurgie und die allgemeine Chirurgie in das für 9,3 Millionen Euro umgebaute Haus M. Dort war unter anderem die Neurologie untergebracht, bis das Gebäude vor knapp zwei Jahren entkernt wurde. Es standen nur noch die Außenmauern. Seitdem sind dort drei moderne Stationen mit 88 Patientenbetten auf 2.598 Quadratmetern Nutzfläche entstanden. Fast die gesamte Chirurgie der Ruppiner Kliniken ist nun unter einem Dach zu finden. Neu ist, dass in Haus M zum ersten Mal die klassischen Stationen mit eigenem Chefarzt teilweise aufgelöst werden. Das bedeute mehr Zusammenarbeit und eine neue Arbeitsorganisation auch für das Pflegepersonal, sagte der Geschäftsführer der Kliniken, Matthias Voth, am Mittwoch vor mehr als 100 Gästen. Für die Beschäftigten des größten Arbeitgebers in Nordwest-Brandenburg bringe das einige Umstellungen mit sich. "Aber in der Medizin bedeutet Stillstand ja bekanntlich nichts Gutes", sagte Voth.

Die beiden größten Vorteile des umgebauten Hauses liegen hoch über sowie unter der Erde: Zwei Gänge verbinden nun das M- mit dem X- und dem C-Haus. Patienten und Ärzte können trockenen Fußes in die Operationssäle, die Intensivstation und die Röntgen-Abteilung im X-Haus wechseln. Die neuen Räume sind in warmen, aber nicht modischen Farben gehalten, das Linoleum glänzt in Terrakotta-Anmutung. Im Kellergeschoss stimmte der Denkmalschutz schließlich größeren Fenstern zu. Die Gefahr, dass bei Starkregen Wasser übers Treppenhaus in die Patientenzimmer unterhalb des Erdbodenniveaus läuft, hoffen die Kliniken im Griff zu haben.

Das kreiseigene Unternehmen investierte 9,3 Millionen Euro eigenes Geld und Kredite in das M-Haus. Anders als bei früheren Bauten blieben die Kliniken diesmal im Zeit- und im Kostenrahmen. Das sei gelungen, weil diesmal während der Bauphase keine Planänderungen mehr zugelassen wurden, sagt Matthias Voth. Der Geschäftsführer ist sich sicher, dass das M-Haus nicht die letzte Großbaustelle auf dem Klinikgelände gewesen sein wird.

Von Christian Schmettow

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