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Ostprignitz-Ruppin Millionenprojekt Fischaufstieg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Millionenprojekt Fischaufstieg
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11:48 09.04.2014
Noch bis zum Herbst wird in Hohenofen gearbeitet. Quelle: Matthias Anke
Hohenofen

Der Bagger gräbt sich um Steinpackungen herum. Über ihm stehen Betonteile bereit, um herabgelassen zu werden.

„Wir strukturieren den Fluss an dieser Stelle neu, um den Anforderungen des Fischzuges gerechter zu werden“, erklärt Gernot Elftmann. Er ist der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands „Dosse-Jäglitz“. Dieser führt die Arbeiten im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) durch und bekommt sie vom Land vollständig bezahlt. Derzeit wird mit 400 000 Euro für die Planung und den Bau gerechnet. Über das neue, ähnlich einer Sohlgleite kaskadenartige Gefälle sollen die Tiere leichter die Fischtreppe neben dem Wehr erreichen, um weiter flussaufwärts ziehen zu können.

In der benachbarten Alten Jäglitz soll das Wehr bei Koppenbrück zu diesem Zweck noch in diesem Sommer sogar versetzt werden. Und aus dem selben Grund wurde einst auch mitten in Neustadt die Sohlgleite angelegt. 2012 gehörten zu solchen Vorhaben die Sanierung des Wehrs Friedrichsbruch und der Neubau des Wehrs Zernitz II für jeweils gut 500 000 Euro sowie die Sohlgleite Schönberg und die Sanierung des Wehrs Wulkow für gut eine Million Euro – alles wiederum im Auftrag des Landesumweltministeriums beziehungsweise des Landesumweltamtes. Den Handlungsbedarf gab es laut Elftmann in Wulkow beispielsweise maßgeblich aber auch deshalb, weil der Beton zu schlecht und die Standsicherheit nicht mehr gegeben war.

Noch weitere Millionen-Projekte

Das Land reichte und reicht dabei Geld aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium und dem sogenannten „europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ weiter. Schließlich ist ein solches Wehr für die Wasserstandsregulierung und damit für die Landwirtschaft wichtig. In diesem Zusammenhang stehen nun noch weitere Projekte an, die weitere mehrere Millionen Euro kosten werden. „Wir haben noch Wusterhausen 1 und 2 sowie Trieplatz, Tornow und Sechzehneichen auf dem Zettel“, sagt Elftmann. Als nächstes sei im kommenden Jahr das von der Havel aus erste Dossewehr Saldernhorst an der Reihe. Dabei wird geprüft, ob das nächste Wehr Rübehorst dann überhaupt noch benötigt wird.

Unter anderem zur Notwendigkeit von Staustufen soll kommende Woche Mittwoch, 16. April, im Kyritzer Ratssaal diskutiert werden. Dorthin lädt Jörg Bolzenius vom LUGV ein, um ab 16.30 Uhr der Öffentlichkeit das neue Gewässerentwicklungskonzept für das Einzugsgebiet von Dosse und Jäglitz vorzustellen. „Es geht nicht nur um Fische, sondern die gesamte Flora und Fauna, das ganze komplexe System“, sagt Bolzenius.

Das Gewässerentwicklungskonzept beruht auf der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Danach sollen Fließgewässer und Seen, die seit Jahrhunderten durch Stauhaltung, Begradigung und Bebauung der Ufer verändert wurden, spätestens bis 2027 wieder naturnäher und artenreicher werden. Falls notwendig, soll auch die chemische Qualität des Wassers verbessert werden. In der Stepenitz gelang auf diese Weise in den vergangenen Jahren bereits die Wiederansiedlung von Lachsen und Meerforellen. Mit ihr sei die Dosse „aufgrund des aktuell noch vorhandenen Verbauungsgrades“ aber nicht vergleichbar, sagt Steffen Zahn vom Potsdamer Institut für Binnenfischerei als wissenschaftlicher Begleiter. Auch Ulrich Thiel vom Landesanglerverband sagt, die Dosse habe „nicht das Potenzial der Stepenitz“. Er hält die Ansiedlung zumindest von Meerforellen aber für möglich und verweist dabei auf Bachforellen- und Äschenbestände im Wittstocker Dossegebiet. Entscheidender als einzelne Dossewehre ist für Thiel indes die Situation an der Havel: Quitzöbel ist ja schon nicht vernünftig passierbar. Dort müssen unsere Nachbarn aus Sachsen-Anhalt ihre Hausaufgaben machen.“

Von Matthias Anke

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