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Ostprignitz-Ruppin Modelleisenbahnausstellung kam gut an
Lokales Ostprignitz-Ruppin Modelleisenbahnausstellung kam gut an
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12:29 28.01.2018
Einmal Hand anlegen: Die interaktive Anlage, bei der die Kinder alles genau unter die Lupe nehmen konnten, war sehr beliebt. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

Kinder drücken sich die Nasen platt, Erwachsene – zumeist Männer – bekommen feuchte Augen: bereits zum vierten Mal stellten die Modelleisenbahner aus Oranienburg ihre Clubanlagen und diverse Anlagen von den Mitgliedern sowie befreundeten Clubs im Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten aus. Bereits am Freitagmittag öffneten sich die Tore – bis zum Sonntag nutzten viele Neugierige die Chance, die liebevoll gestalteten Miniaturwelten zu bewundern, allesamt mit spannenden Details, bei denen man lange verweilen konnte.

Welten im Miniaturformat: mal nach echtem Vorbild, mal der Fantasie entsprungen. Der Modelleisenbahnclub Oranienburg stellte bereits zum 4. Mal im Neuruppiner Stadtgarten aus. Darunter die Clubanlagen aber auch viele von Gastclubs und private Schätze der Mitglieder. Das Interesse war riesig, das Publikum vor allem männlich.

Auf der Bühne zog wie ein Magnet die große Gartenbahn mit beachtlichen 45 Millimeter Spurweite alle Blick auf sich. Auf verschiedenen Gleismodulen zogen die unterschiedlichsten Züge ihre Kreise. Das Gemeinschaftsprojekt Oberhaveler Modelleisenbahnfans ist Jahr für Jahr dabei – allerdings immer in variierter Form. „Jeder bringt seine Module dafür mit“, sagt Danny Neubert, der den Entenexpress beisteuerte. Sein Kollege, den alle nur Olm nennen, setzt nach: „Es muss immer Aktion sein. Auch schon mal ein Auffahrunfall. Kommt vor“, sagt er und grient. „Wenn bis zu acht Leute gleichzeitig an der Fernbedienung sind.“ Gerade die Teile der Gartenbahn sind im Laden kaum noch zu kriegen – die limitierten Auflagen werden schnell zu Sammlerobjekten. „Ein teures Hobby“, weiß Olm, der seit vielen Jahre dabei ist. „Es gibt Loks, für deren Preis man sich n gebrauchten Kleinwagen kaufen kann“, weiß er. „Man fängt als Kind mit kleiner Spur an, damit es auf den Tisch passt. Auch ne Preisfrage. Im Alter, wenn die Augen nachlassen, wechselt man dann zu den großen Spurweiten“, sagt er. Und natürlich seien die Schauen auch Mittel zum Zweck, um Nachwuchs fürs Hobby zu generieren. „Wir impfen die Kinder hier. Es ist ein schönes Hobby, das man wertschätzen sollte“, sagt Olm.

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Die große Gartenbahn zog viele Blicke auf sich

Der Nachwuchs sitzt ein paar Meter weiter. Die Modellbahn-AG von Brieselanger Oberschülern „Kreuz und quer durchs Havelland“ baut seit 2002 an ihrer Anlage, Modul für Modul, die sich inzwischen beachtlich groß präsentiert.

Ein Hingucker ist auch die vorbildgetreue Anlage „Falkenseer Kreuz“. Viel Recherche ist nötig, um so eine Anlage detailgetreu zu bauen. Umringt ist auch die kleine interaktive Bahn, bei der die Kids die Züge selbst bespielen dürfen. „Schon toll“, sagt Tobias Nicklitzsch, der die Ausstellung in Neuruppin zum ersten Mal besucht und seine beiden Töchter mit dabei hat. „Ich fand das als Kind schon faszinierend“, sagt der Berliner und lobt die Schau: „Alles in perfekter Sichthöhe für Kinder.“ Auch Heinz Wusterhausen aus Brunne, der seinen Enkel Jan dabei hat, ist gerührt. „Ich habe früher auch gebaut, aber es fehlt mir jetzt an Platz“, bedauert er.

Für Kinder gab es eine Anlage zum Mitspielen

Gerd Fleischhauer und Enkelchen Tim stehen fasziniert an der Miniaturwelt der geheimnisvollen Insel. „Wir suchen die Äffchen“, sagt der Rüthnicker. Er hatte mal eine H0-Anlage, Tim eine Lego-Eisenbahn – das Eisenbahn-Gen ist unverkennbar. „Ich gucke hier gerne rum. Die Gartenbahn ist schon toll“, schwärmt er.

„Wir freuen uns, dass das Interesse an unseren Anlagen generationsübergreifend ist“, sagt Wulf Ullmann vom Oranienburger Club. „Dafür baut man doch gerne auf.“

Von Regine Buddeke