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Ostprignitz-Ruppin Mutter-Kind-Denkmal ist umstritten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mutter-Kind-Denkmal ist umstritten
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00:49 20.04.2018
Klaus Doll plant, das Denkmal am 8. Mai künstlerisch in Szene zu setzen. Das ist bisher aber nur eine Idee, wie er sagt.
Klaus Doll plant, das Denkmal am 8. Mai künstlerisch in Szene zu setzen. Das ist bisher aber nur eine Idee, wie er sagt. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Einmal im Jahr, zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar, werden am Denkmal für die Verfolgten des Naziregimes, kurz VdN-Denkmal, Blumen und Kränze niedergelegt. In diesem Jahr soll es am 8. Mai nach Plänen von Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann eine weitere Gedenkveranstaltung am Mahnmal im Friedrich-Ebert-Park geben. (die MAZ berichtete)

Im Volksmund wird das um 1950 kreierte Werk des Künstlers und Wittstocker Lokalpolitikers Karl Lühnsdorf als „Mutter-Kind-Denkmal“ bezeichnet. „Dadurch verliert das Denkmal allerdings seine ursprüngliche Bedeutung“, erklärt der Historiker Wolfgang Dost. Optisch mag der Name womöglich gerechtfertigt sein, zeigt das steinerne Mahnmal doch eine Frau und ein Kind. Dost schließt zudem nicht aus, dass das Kind womöglich sinnbildlich für die jüngsten Opfer des Faschismus stehen könnte. Zudem bleibe diese Bezeichnung wohl gut im Gedächtnis haften – eine entscheidende Absicht, die jedes Denkmal verfolgen dürfte. „Es ist aber seit Jahrzehnten als VdN-Denkmal in die Denkmalliste eingetragen“, betont der Historiker. Demnach sei die Bezeichnung kein Relikt aus DDR-Zeiten, sondern heute noch gebräuchlich. Beispiele aus Kyritz oder Pritzwalk belegten das.

Auch Wittstocks Stadtsprecher Jean Dibbert bestätigt, dass das Mahnmal wohl im Volksmund nach Mutter und Kind benannt werde, offiziell aber die Bezeichnung VdN trage. Ein Problem sieht er in den Plänen des Künstlers Klaus Doll, am 8. Mai das Denkmal gestalterisch in ein „anderes Licht“ setzen zu wollen. „Nicht nur das Mahnmal, auch der gesamte Friedrich-Ebert-Park ist denkmalgeschützt“, erklärt er. Gegen kreative Ideen sei zwar nichts einzuwenden, diese müssten aber gemeinsam mit der Stadt sowie der Denkmalschutzbehörde erarbeitet werden.

Von Christian Bark

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